Erschlagenene Seelöwin: Peta lobt Belohnung für Hinweise aus
10.11.2015 | 12:48 Uhr

Hollys Gefährte Pedro (29) musste erst im Juni eingeschläfert werden.Foto: Archiv
Dortmund. Nach dem Tod der Seelöwin Holly im Dortmunder Zoo tappt die Polizei im Dunkeln. Nun micht sich eine Tierschutz-Organisation in den Fall ein.
Wer hat “Holly” erschlagen? Die Ermittlungen nach den Tätern, die Seelöwin “Holly” im Dortmunder Zoo Ende vergangener Woche grausam getötet hatten, wird durch die schlechte Spurenlage erschwert. Denn bis die Polizei ihre Untersuchungen überhaupt aufnehmen konnte, hatten Pfleger die möglichen Spuren nach dem Fund des toten Tieres bereits versehentlich beseitigt.
“Da wir zunächst von einem Unfall ausgegangen sind, haben wir das Blut im Gehege gereinigt und ein Loch im Zaun geflickt. Der normale Tagesbetrieb ging erstmal weiter”, sagte Zoodirektor Frank Brandstätter der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Hollys Schädel war zertrümmert, drei Zähne fehlten
Holly hatte von Geburt an im Dortmunder Zoo gelebt. Als angenehmes und friedfertiges Tier ist sie der Zooleitung in Erinnerung geblieben. Besonders bei der Seelöwenfütterung sei sie beim Publikum sehr beliebt gewesen.
Tierpfleger hatten das 21 Jahre alte Seelöwen-Weibchen dann am Freitagmorgen erschlagen in einem offenen Stall gefunden. Unbekannte sollen ihr den Schädel zertrümmert und drei Zähne ausgeschlagen haben. Erst als Pathologen im Zoo den Tierkadaver die schweren Verletzungen überprüften, stellte sich heraus, dass die Seelöwin durch einen Akt der Gewalt ums Leben gekommen war.
Zaun um Gehege ist nur einen Meter hoch
“Die Untersuchung in der Pathologie ist insbesondere bei exotischen Tieren – und dazu zählen auch Seelöwen – Routine und dient dem wissenschaftlichen Interesse”, sagte Brandstätter.

Die Polizei geht davon aus, dass der oder die Täter nachts in das Zoo-Gelände eingedrungen und dann über den nur rund ein Meter hohen Zaun ins Gehege gestiegen sind. Nach eigenen Angaben nahm die Polizei ihre Ermittlungen aber erst am übernächsten Tag auf. “Wir haben zu diesem späten Zeitpunkt nicht mehr viele Hinweise gefunden. Es liegt nur ein schmales Spurenbild vor”, sagte eine Sprecherin.
Peta lobt Belohnung aus
Die Tierrechtsorganisation Peta hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ermittlung und Überführung des mutmaßlichen Tierquälers führt. Zeugen, die Informationen beisteuern können, haben die Möglichkeit, sich telefonisch unter (01520) 737 33 41 oder per E-Mail an Peta zu wenden – auch anonym.
Auf der Anlage im Dortmunder Zoo leben sechs Seelöwen und 9 Seebären.
“Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden”, so Judith Pein im Namen von Peta Deutschland e.V.

Dortmunds Oberbürgermeister trauert um Holly
Ob der Sicherheitsdienst nach dem wiederholten Hausfriedensbruch im Zoo aufgestockt wird, ist offen. Man warte erst einmal die polizeilichen Ermittlungen ab, so Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Er selbst hatte schon vor längerer Zeit die Patenschaft über Seelöwen-Bulle Diego übernommen. Der OB: “Auch ich trauere um Holly.”
Mit Material von dpa
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