Selbstgebaute Bomben gefunden
Zwei Sprengstoffanschläge erschüttern Dresden
Zehn Stunden, bis Polizei Öffentlichkeit Unterrichtet
27.09.2016, 14:16 Uhr | t-online.de, dpa, AFP 01:57
In Dresden sind vor einer Moschee und dem internationalen Kongresszentrum zwei Sprengstoffanschläge verübt worden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt

Tillich verurteilt Anschlag “aufs Schärfste”
Von den Sprengstoffanschlägen bis zur Erstinformation der Polizei vergingen dennoch rund zehn Stunden. Ein Sprecher erklärte das mit den nötigen Ermittlungen. Die Moschee hatte bereits am Vorabend über die Anschläge auf ihrer Facebook-Seite informiert.
Pegida-Chef Lutz Bachmann meldete sich ebenfalls via Facebook-Beitrag. “Hintergrund eventuell eine Terrorwarnung für Dresden am 3. Oktober, um Demos komplett zu untersagen?” mutmaßte er. Das islamfeindliche Pegida-Bündnis plant für diesen Tag eine Demonstration in der Stadt.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat den “feigen Anschlag” in Dresden “auf das Schärfste” verurteilt. “Dies ist nicht nur ein Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Werte einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern hier wurde auch bewusst der Tod von den in der Moschee lebenden Menschen in Kauf genommen”, sagte er.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich ähnlich. Es sei “umso empörender”, da der Angriff auf eine Moschee einen Tag vor dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) verübt worden sei, sagte der Minister.
Glücklicherweise keine Verletzten
Vor Ort fanden Polizisten Reste von selbstgebauten Sprengsätzen. In der Moschee waren zum Zeitpunkt der Explosion ein Imam mit seiner Frau und zwei Kindern. Die Druckwelle zerstörte die Tür zur Moschee, am Gebäude entstanden zudem massive Verrußungen.
Nur wenig später fand die zweite Explosion statt. Im Kongresszentrum musste eine Hotelbar evakuiert werden. Auch hier wurden Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden.

Moscheen werden künftig bewacht
Laut Polizeipräsident Horst Kretzschmar stehen die Anschläge in zeitlichem Zusammenhang. “Gleichzeitig sehen wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der deutschen Einheit am kommenden Wochenende”, so Kretzschmar weiter.
Zur zentralen Einheitsfeier werden in Dresden hunderttausende Besucher erwartet. “Brücken bauen” – so lautet das Motto in diesem Jahr. Am 3. Oktober werden unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Feierlichkeiten in der Stadt erwartet.

Kurz nach den Attentaten stimmte die Polizei den verstärkten Schutz sämtlicher Dresdner Moscheen ab. Sie werden künftig bewacht. Man arbeite ab sofort im Krisenmodus, so Kretzschmar. In der Nacht waren über 50 Polizisten im Einsatz. Das Operative Abwehrzentrum hat die Ermittlungen aufgenommen.
Fremdenfeindlicher Hintergrund vermutetSprengstoffanschläge in Dresden
In Dresden sind innerhalb kürzester Zeit zwei Sprengsätze detoniert. Die Anschläge ereigneten sich an der “Fatih Camiine” Moschee im Stadtteil Cotta und am Internationalen Congress Center unweit des sächsischen Landtags.
Imam und Familie in der Moschee
Die erste Explosion ereignete sich kurz vor 22 Uhr an einer Moschee im Stadtteil Cotta. Wie die Polizei mitteilte, wurden Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes am Tatort gefunden. Zum Zeitpunkt der Detonation haben sich der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in der Moschee befunden. Sie blieben unverletzt. Durch die Explosion wurde jedoch die Eingangstür nach innen gedrückt und der Eingangsbereich beschädigt.

Etwa eine halbe Stunde später wurden die Beamten über die zweite Explosion am Congress-Center informiert. Die Polizei evakuierte zunächst die Bar eines Hotels unmittelbar neben dem Congress-Center. Alle Gäste, die ein Zimmer mit Blick in Richtung ICC haben, wurden aufgefordert, sich nicht am Fenster aufzuhalten. Am Tatort, der Freiterrasse zwischen Hotel und Congress-Centrum, haben die Ermittler ebenfalls Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden. Durch die Hitze der Detonation wurde ein Glasquader beschädigt, der als Gestaltungselement auf der Terrasse steht.
Bildrechte: MDR/Karsten WolfBeide Anschläge stehen zeitlich im Zusammenhang. Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen. Gleichzeitig sehen wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am kommenden Wochenende. Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus!
Zehn Stunden, bis Polizei Öffentlichkeit unterrichtet
Die Polizei in Dresden wehrt sich unterdessen gegen Kritik wegen der späten Information der Öffentlichkeit. Auf Facebook schrieb die Polizei am Dienstag: “Uns wird gerade vorgeworfen, dass wir nicht sofort gestern Nacht an die Öffentlichkeit gegangen sind. Dieser Wunsch nach schneller Information ist verständlich und gründet sich auf viele Motive. Besorgnis verstehen wir, durchschaubare Meinungsmache dagegen nicht”, hieß es dort. “Wir klären erst mit gebotener Sicherheit die Fakten und gehen dann damit an die Öffentlichkeit.”
Von den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und das Kongresszentrum am Montagabend in Dresden bis zur Erstinformation der Polizei am Dienstagmorgen waren rund zehn Stunden vergangen. Die Medieninformation datiert von 8.13 Uhr, die Anschläge waren danach um 21.53 Uhr und 22.19 Uhr der Behörde bekannt geworden.




09/27/2016 at 15:32
likes sind da wohl nicht angebracht……
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09/27/2016 at 15:55
Danke für ihren Tolerant
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