Ein Sondergipfel islamischer Staaten hat Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates anerkannt und stellt sich damit gegen US-Präsident Donald Trump, der in der vergangenen Woche Jerusalem einseitig als Hauptstadt Israels anerkannt und angeordnet hatte, die US-Botschaft von Tel Aviv dahin zu verlegen. “Wir verkünden, dass wir den Palästinenserstaat anerkennen, dessen Hauptstadt Ost-Jerusalem ist”, heißt es in der Abschlusserklärung des Gipfels der Organisation für Islamische Kooperation (OIC). “Wir laden alle Länder ein, den Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als seiner besetzten Hauptstadt anzuerkennen.”

Die Teilnehmer warfen Trump eine “einseitige, illegale und unverantwortliche” Entscheidung vor, die “rechtlich null und nichtig” sei. Sie nähre “Extremismus und Terrorismus”, sei ein Angriff auf die historischen Rechte der Palästinenser und “eine gezielte Sabotage der Bemühungen um Frieden”.

“USA nicht mehr Vermittler in Nahost”

Auf Einladung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan waren mehr als 20 OIC-Mitgliedsstaaten zusammengekommen, um eine gemeinsame politische Reaktion auf das Jerusalem-Votum aus Washington festzulegen. Unter den Teilnehmern waren etwa die Präsidenten des Irans, Indonesiens, Afghanistans und Somalias, die Emire Katars und Kuwaits sowie Jordaniens König Abdullah II. Insgesamt gehören 57 Staaten zum OIC, der sich als “kollektive Stimme der muslimischen Welt” versteht.