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Oslo-Staatsanwaltschaft, Norweger soll mehr als 300 Kinder missbraucht haben.

Auf Snapchat und in Foren: Norweger soll mehr als 300 Kinder missbraucht haben. Der Mann soll sich in Chatforen und auf Snapchat als Mädchen ausgegeben und so sexuelle Gespräche eingeleitet haben. (Quelle: imago/Thomas Trutschel/photothek.net)

Der Mann soll sich in Chatforen und auf Snapchat als Mädchen ausgegeben und so sexuelle Gespräche eingeleitet haben. (Quelle: Thomas Trutschel/photothek.net/imago)

Ein 26 Jahre alter Norweger ist angeklagt, mehr als 300 Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Oslo am Dienstagabend mit. Die meisten Übergriffe seien über das Internet geschehen, indem die Jungen zu Handlungen an sich selbst genötigt wurden. Einige Jungen seien vergewaltigt worden. Dazu gaben die Ermittler aber keine Details bekannt.

Den Missbrauch von 160 weiteren Jungen werde man aus prozessökonomischen Gründen nicht strafrechtlich weiterverfolgen, hieß es in einer Pressemitteilung, die dem Norwegischen Rundfunk vorlag.

Die Polizei im Bezirk Øst spricht von Norwegens größtem Übergriffsfall. Der Mann habe sich in Chatforen und auf Snapchat als Mädchen ausgegeben und sexuelle Gespräche eingeleitet. Er habe Jungen zwischen 13 und 16 Jahren dazu gebracht, sich beim Onanieren zu filmen und ihm diese Videos zu senden. Später drohte er ihnen, diese Filme im Internet zu veröffentlichen, wenn sie nicht weitere Aufnahmen schickten. Die Polizei fand der Zeitung “Verdens Gang” zufolge 16.463 unterschiedliche Filme auf seinem Computer.

Betroffen sind Jugendliche in Norwegen, Schweden und Dänemark. Der Mann ist seit 2016 in Haft. Anfang des nächsten Jahres soll er vor Gericht kommen.

Bildergebnis für Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Warnsignale: Wie Sie Kindesmissbrauch erkennen.

Wenn ein Kind sexuell missbraucht wird, erzählt es häufig nichts davon. Viele Betroffene schämen sich. Oft wissen sie intuitiv: Das, was mit ihnen geschieht, ist nicht in Ordnung. Es gibt jedoch Anzeichen, die Angehörige und Umfeld des Kindes aufhorchen lassen sollten.

Was die Kinder aber meist nicht verstehen, ist, dass die missbrauchende Person die Schuldige ist und nicht sie selbst, erläutert Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKJPP). Manchmal fürchten die Kinder auch, dass ihnen niemand glaubt.

Auf Verhaltensänderungen achten

Selbst wenn sie nicht darüber sprechen – häufig verändern sich Kinder, die sexuell missbraucht werden. Die Anzeichen sind ganz unterschiedlich. Manche Kinder zeigen plötzlich sexuelles Verhalten, das über die altersüblichen Doktorspiele hinausgeht. “Auch wenn ein Kind Penisse zeichnet, sollte man misstrauisch werden”, sagt Spitczok von Brisinski.

Ein Anzeichen für sexuellen Missbrauch kann ebenfalls sein, wenn das Kind nicht mehr zu einer bestimmten Person oder einem Sportkurs möchte und immer neue Ausreden erfindet. “Manche Kinder ziehen sich auch zurück, werden still und wirken bedrückt.” Und schließlich sollte es Eltern zu denken geben, wenn ein eigentlich bereits trockenes Kind auf einmal wieder einnässt.

Bei Verdacht: So reagieren Sie richtig

Hegen Angehörige oder Bekannte den Verdacht, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, können sie zunächst bei einer Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch anrufen. Auf der Internetseite des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gibt es eine Datenbank, in der man nach einer Beratungsstelle in der Nähe suchen kann.

Spitczok von Brisinski rät, dort anzurufen, bevor man mit dem Kind spricht. “Sonst läuft man Gefahr, dem Kind versehentlich Suggestivfragen zu stellen”, sagt er. Das würde die Antworten des Kindes beeinflussen.

Alternativ können sich Eltern auch an einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie wenden. Manchmal kommen zu sexuellem Missbrauch weitere Probleme hinzu – zum Beispiel eine Angststörung oder Entwicklungsverzögerung. Ein Psychiater kann diese Dinge gleich mit in den Blick nehmen, ergänzt Spitczok von Brisinski.

Quellen: dpa t-online

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Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

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