Radieschen – scharf, lecker und gesund

Die Geschichte des beliebten Gemüses
Urformen des Gemüses wurden schon vor sehr langer Zeit in Japan und China gesehen. Im 16. Jahrhundert fand es dann den Weg nach Europa. Die Franzosen waren es schließlich, die für die Verbreitung verantwortlich waren. Damals waren die Knollen zumeist noch weiß und länglich. Erst im Laufe Jahre entstand durch diverse Kreuzungen die rote Farbe, die für das Gemüse so charakteristisch ist. Allerdings gibt es auch heute noch gelbe und weiße Arten. Die meisten Radieschen sind rund, einige haben aber auch die Form eines Eiszapfens oder sind kegel- oder zylinderförmig.
Was sind Radieschen?
Radieschen sind eine sehr beliebte Gemüsesorte, die bereits im Frühjahr wächst, wenn es nicht mehr friert. Aufgrund ihres sehr schnellen Wachstumssind sie auch bei vielen Hobbygärtnern sehr beliebt. In der Regel kann das Gemüse bereits vier bis sechs Wochen nach dem Aussäen geerntet werden. Es kann zu zahlreichen Speisen verarbeitet werden, wie zum Beispiel als Zutat eines Salates. Dafür werden die roten Knollen in sehr feine Scheiben geschnitten. Alternativ können Letztere auch mit Salz bestreut und auf einem Brot gegessen werden. Doch sie sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund, worauf allerdings noch zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen wird.
Was viele Menschen nicht wissen ist, dass die Knollen auch eine Art Geheimwaffe gegen zahlreiche Pilze und Bakterien darstellen können. Hier sollten vor allem die hochwirksamen Senföle und die vielen Vitamine erwähnt werden. Die meisten Vitalstoffe enthalten übrigens die Freilandradieschen, die die komplette Zeit unter echtem Sonnenlicht gereift sind.
Was steckt in Radieschen?
Frische Radieschen bestehen zu rund 94 Prozent aus Wasser und sind mit gerade einmal 15 Kilokalorien pro 100 Gramm ein gesunder und kalorienarmer Snack. In diesem stecken folgende Inhaltsstoffe:
- ein Gramm Eiweiß
- 0,1 Gramm Fett
- zwei Gramm Kohlenhydrate
- zwei Gramm Ballaststoffe
Hervorgehoben werden sollte hierbei vor allem, dass die Knollen kaum Kohlenhydrate enthalten, wovon sich die Hälfte auch noch aus Ballaststoffen zusammensetzt. Diese können eine positive Wirkung auf die Verdauung haben, machen lange satt und sorgen dafür, dass keine Heißhungerattackenaufkommen. Somit können die Knollen auch ein praktischer Bestandteil einer Diät sein. Anstelle von Chips oder Schokolade, wird als Snack für zwischendurch zu dem gesunden Gemüse gegriffen.
Vitamine und Mineralstoffe
Senföle:Die enthaltenen Senföle sind für die Schärfe der Knollen verantwortlich. Zudem können sie Bakterien und Pilze abtöten, insbesondere im Magen oder im Darm. Wenn Du regelmäßig einige der Knollen isst, schützt Du damit direkt Deine Verdauungsorgane. In Studien konnte zudem auch herausgefunden werden, dass die Senföle Krebszellen abtöten können. In der Regel sind kleine Ausführungen der Knollen schärfer als große.
Vitamin C:Je röter die Knollen, desto mehr Vitamin C enthalten sie. In Hundert Gramm des gesunden Gemüses sind 50 Milligramm zu finden. Vitamin C ist unter anderem für das Immunsystem wichtig und kann die Zellen vor verschiedenen schädlichen Einflüssen schützen.
Selen:Selen ist ein Spurenelement, das unter anderem als sogenannte Anti-Aging-Hilfe sehr nützlich sein kann. Zudem soll es den Organismus für Krebs schützen können.
Eisen:Dieses Spurenelement wird unter anderem für die Blutbildung und die Energieversorgung der Zellen benötigt. Wer unter einem Eisenmangel leidet, hat nicht selten eine depressive Verstimmung.
Folsäure:Folsäure wird vor allem für die Blutbildung benötigt und sorgt dafür, dass die Schleimhäute richtig funktionieren. Sie ist insbesondere für Frauen sehr wichtig, die einen Kinderwunsch haben. Denn würden sie während der Schwangerschaft unter einem Mangel leiden, würden sie das Baby gefährden.
Phosphor:Phosphor sorgt mit Kalzium für starke Knochen und auch dafür, dass die Zellmembran ständig aufgebaut wird.
Warum sind sie gesund?
Neben den bereist erwähnten gesunden Inhaltsstoffen sind in den Knollen auch viele sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Diese wirken im Verbund deutlich stärker, als es alleine möglich wäre. Hierzu gehören auch besondere natürliche Farbstoffe (Anthocyane), die für die rote Farbe der Knollen verantwortlich sind. Forscher der sogenannten Universiti Putra Malaysia haben diese genauer untersucht. Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass die Farbstoffe antioxidative und antimikrobielle Wirkungen haben, sich positiv auf die Augen auswirken, Entzündungen entgegenwirken und bei zahlreichen körperlichen Beschwerden (Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes) für Linderung sorgen können.
Radieschen reduzieren das Diabetes-Risiko
Unter anderem können Diabeter von den roten, gelben oder weißen Knollen profitieren. Denn durch das darin enthaltene Sulforaphan kann eine erhöhte Zuckerproduktion in der Leber vermieden werden. Des Weiteren kannst Du durch einen regelmäßigen Verzehr Deine Glukosetoleranz verbessern. Das bedeutet, dass Dein Körper dann nicht mehr so extrem auf mögliche Blutzuckerschwankungen reagiert und zudem auch Zucker grundsätzlich deutlich einfacher verarbeiten kann. Diese antidiabetische Wirkung kann auf unterschiedliche Wirkmechanismen zurückgeführt werden. Die in den Knollen enthaltenen Antioxidantien können Deine körpereigenen Abwehrkräfte stärken und dadurch auch den sogenannten oxidativen Stress reduzieren. Beide Wirkungen können das Diabetesrisiko mindern.
Zudem kannst Du durch einen regelmäßigen Verzehr auch Deinen Blutzuckerspiegel regulieren. Denn die Wirkstoffe der Knolle sorgen dafür, dass die Zellen Glukose wieder besser aufnehmen können und senken die Glukoseresorption im Darm. Natürlich reicht es nicht aus, als Diabetiker nur regelmäßig einige Radieschen zu essen, um die Krankheit ablegen zu können. Dennoch sind sich viele Forscher einig, dass sie durch ausreichend Bewegung, ein passendes Gewicht und auch durch eine ausgewogene Ernährung vermieden und durchaus auch geheilt werden kann. Hierbei wird unterschiedlichen Kreuzblütengewächsen ein präventives Potenzial zugesprochen, was unter anderem auch 2016 in einer Studie der Affiliated Hospital of Qingdao University bestätigt werden konnte.
Warum sind sie oft scharf?
Wie bereits erwähnt, sind die enthaltenen Senföle für die charakteristische Schärfe der Knollen verantwortlich. Anders als viele andere Kreuzblütengewächse werden sie von vielen Menschen gerne roh verzehrt. Dadurch können sie viele wertvolle Inhaltsstoffe liefern, die beim Kochen eventuell verloren gegangen wären. Wenn Du für die nächste Grillparty ein etwas anderes aber durchaus auch gesundes Gericht zubereiten willst, kannst du einige der gesunden Knollen in Würfel schneiden und mit geriebenen Zwiebeln und zerkleinertem Schnittlauch mischen. Übrigens kannst Du das Wurzelgemüse auch zu einer leckeren und vor allem gesunden Suppe oder einem leicht scharfen Pesto verarbeiten.
Warum können sie gut im eigenen Garten angebaut werden?
Die Knollen wachsen sehr schnell und können bereits nach vier bis sechs Wochen geerntet werden. Du kannst sie vom Frühling bis ungefähr Ende August ins Freiland aussäen und mehrfach ernten. Damit sich die Wurzeln hierbei optimal entwickeln können, solltest Du die Samen nicht zu nah einander in die Erde geben. Lasse daher immer Mal wieder einige Zentimeter Platz. Alternativ kannst Du die Knollen nach der Keimung noch einmal umsetzen, damit alle Pflanzen ausreichend Platz haben. Sie sind relativ anspruchslos, bevorzugen aber einen halbschattigen Platz im Garten. Häufig werden sie in Reihen abwechselnd mit Möhren gesät, da diese beiden Pflanzen eine gute Mischkultur bilden.

Drei einfache Rezepte
Die Knollen werden am besten frisch verzehrt. Nach dem Ernten wäscht Du sie gründlich ab, um alle Erdrückstände zu entfernen. Früher wurden sie nur roh verzehrt, heute werden sie auch für diverse Gerichte gekocht oder im Wok gebraten. Unter anderem können sie den Geschmack verschiedener Früchte ideal ergänzen. Die folgenden drei Gerichte sind zum einen schnell zubereitet und zum anderen gesund.
- Frischer Kartoffelsalat mit Radieschen
Für das erste Gericht brauchst Du folgende Zutaten:
- 600 Gramm Kartoffeln (festkochend)
- einen Bund Radieschen
- eine Zwiebel
- einen Bund Schnittlauch
- 150 Milliliter Gemüsebrühe
- zwei bis drei Esslöffel Apfelessig
- vier Esslöffel Weizenkeimöl
- einen Teelöffel Senf
- eine Prise Kokosblütenzucker
- Kristallsalz
- schwarzen Pfeffer
Zubereitung:
Zunächst schneidest Du die Radieschen in möglichst dünne Scheiben und die Zwiebel in Würfel, die Du mit etwas Öl ungefähr vier Minuten in einer Pfanne oder in einem Topf anschwitzt. Dann schneidest Du den Schnittlauch in dünne Röllchen und gibst die Kartoffeln mit Schale in einen Kochtopf. Letztere werden jetzt ungefähr 20 Minuten bissfest gekocht und anschließend mit kaltem Wasser abgeschreckt. Dann pellst Du sie, schneidest sie in Scheiben und gibst sie in die Schüssel, in der sich auch die gewürfelte und angeschwitzte Zwiebel befindet. Dann übergießt Du die Mischung mit der zuvor aufgewärmten Gemüsebrühe und verarbeitest die restlichen Zutaten zu einem leckeren Dressing, das Du über die Kartoffeln geben kannst, wenn sie abgekühlt sind. Nun musst Du nur noch die Radieschen und den Schnittlauch hinzugeben und das Ganze ungefähr eine Stunde ziehen lassen.
- Radieschen-Carpaccio
Um ein leckeres Radieschen-Carpaccio für vier Personen herzustellen, brauchst Du folgende Lebensmittel:
- einen Bund Radieschen
- 250 Gramm Champignons
- Salz
- Zucker
- zwei Beete Kresse
- ein bis zwei Esslöffel Zitronensaft
- 200 Gramm Sahneersatz
- weißer Pfeffer
Zubereitung:
Schneide zunächst die Knollen und die Champignons in möglichst dünne Scheiben. Erstere kannst Du im Anschluss noch etwas salzen und zuckern. Jetzt schneidest Du die Kresse vom Beet, mischt den Zitronensaft mit dem Sahneersatz und gibst der Mischung etwas Pfeffer hinzu. Die Hälfte der Kresse wird untergehoben, bevor die Champignons und die Knollen angerichtet werden. Am Schluss beträufelst Du das Ganze mit einem Dressing und streust etwas Kresse darauf.
- Basische Suppe mit den Blättern der Knolle
Die basische Suppe mit Radieschen-Blättern ist eine ideale Zwischenmahlzeit, wenn Du gerade eine sogenannte Basenfasten-Kur durchführst. Sie lässt sich schnell und einfach zubereiten und kann bereits in zehn Minuten serviert werden. Du kannst die gesunde Suppe morgens, mittags und auch abends essen. Um sie für zwei Personen zuzubereiten, musst Du im Vorfeld folgende Zutaten besorgen:
- eine Zwiebel -> schälen und in möglichst feine Würfel schneiden
- 400 Milliliter Gemüsebrühe
- 150 Milliliter Sahne
- einen Esslöffel Olivenöl
- eine Handvoll Radieschenblätter -> waschen, einige Minuten abtropfen lassen und fein schneiden
- eine Handvoll Kresse
- Kristallsalz
Zubereitung:
Das Öl wird in einem Topf erhitzt. Jetzt werden die Zwiebeln in diesen gegeben und bei mittlerer Temperatur gedünstet, bis sie leicht glasig sind. Jetzt gibst Du die Radieschenblätter dazu und erhitzt diese unter Rühren ungefähr drei Minuten, bevor Du die Gemüsebrühe dazugibst, die nun kurz aufkochen sollte. Dann rührst Du die Sahne ein und erhitzt diese ebenfalls. Nachdem auch sie aufgekocht ist, nimmst Du den Topf vom Herd und gibst, ganz nach Belieben, etwas Salz hinzu und bestreust die Suppe noch mit etwas Kresse.
Quelle(vitamimix.de/radieschen-scharf-lecker-und-gesund/) Anderen
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