“Macron… wie bitte?” Französischer Fernsehsender “zensiert” Plakat eines Gelbwestlers (Fotos)
18.12.2018 • 22:31 Uhr

© Links: AFP – Rechts: Screenshot France3 (france.tv)Links: Originalbild – Rechts: Manipuliertes Bild im Screenshot vom Nachrichtenprogramm des Senders France379Der Fernsehsender France3 hat das Plakat eines Gelbwestlers “geschönt”, das Präsident Emmanuel Macron unmissverständlich zum Rücktritt aufforderte.
Der Sender erklärte die Tatsache, dass man nur den einen Teil des Plakates sehen konnte, mit einem bedauerlichen “menschlichen Fehler”.
Der unglückliche Fehler ereignete sich am Samstag während einer Abendnachrichtensendung, die über die anhaltenden Proteste der Gelbwesten berichtete.
Neben Videos und Bildern der Proteste zeigte France3 ein Foto, das von der Agence France Presse (AFP) zur Verfügung gestellt wurde. Es zeigt ein paar berittene Polizisten, die am Samstag vor dem Opernhaus in Paris das Publikum beobachten. Einer der Gelbwesten hält ein Schild hoch mit der Aufschrift “Macron, verschwinde”, wie dieses Foto zeigt:

Quelle: AFP
In der France3-Sendung wurde dieselbe Szene gezeigt – und es war auch alles gleich, bis auf ein “klitzekleines” Detail. Der untere Teil Plakats, nämlich das Wort “verschwinde” unter dem Namen “Macron” leuchtete plötzlich strahlend weiß.

© france.tvScreenshot

Einige scharfsinnige und argusäugige Zuschauer bemerkten die wundersame Verwandlung jedoch umgehend und warfen Sender doch prompt “Zensur” vor. Das Video des Programms ist online öffentlich zugänglich. France3 räumte diese Diskrepanz zwischen Ausstrahlung und Original ein und machte geltend, dies sei durch einen “Fehler” zustande gekommen.
“Es war keine Absicht, das Schild gestern Abend zu verstecken. Es war ein menschlicher Fehler”, tweete der Sender und lieferte das unveränderte Bild. “Wir haben die Quelle identifiziert. Es wird nicht wieder vorkommen.”View image on Twitter

JT du WE de France 3@JTweFrance3
#GiletsJaunes
Aucune volonté de masquer cette pancarte dans #jt1920 @JTweFrance3 hier soir.
C’est une erreur humaine. Nous en avons identifié l’origine.
Cela ne se renouvellera pas.7502:11 PM – Dec 16, 20183,004 people are talking about thisTwitter Ads info and privacy
Es bleibt unklar, wie man ein Bild “aus Versehen” so manipulieren kann. Abgesehen von der Aufregung und den Vorwürfen von Zensur in Orwellschem Ausmaß, löste der Fehler eine Welle von Witzen und Sticheleien aus.
Einige Nutzer haben das Bild für France3 weiter “korrigiert” und es noch etwas härter nachbehandelt. Hier zum Beispiel steht jetzt auf dem Schild: “Es lebe Macron!”.

+ = 360°@crews_richard · Dec 16, 2018
#Message des #GiletsJaunes “#Macron #Dégage“#Message #Autocensuré & #Médiatiquement correct “#Macron“#Message #GéoPolitiquement #Correct “#Vive #Macron“

See + = 360°’s other TweetsTwitter Ads info and privacy
Andere überlegten öffentlich, wer wohl für solch einen unglücklichen “Fehler” verantwortlich gewesen sein könnte. Einige schlugen scherzhaft vor, dass Alexandre Benalla, der umstrittene, aber ach so “schlagfertige” ehemalige Sicherheitsberater von Macron, seine Hände im Spiel gehabt haben könnte.View image on Twitter

akli.sun@aklisunReplying to @Action_Insoumis and 10 others
#France3
EXCLUSIF BCN !
Image du journaliste qui, pour le JT de France 3, va retoucher sans le faire exprès la pancarte “#Macron Dégage”.88:52 PM – Dec 16, 2018See akli.sun’s other TweetsTwitter Ads info and privacy
Benalla war – wie seit Sommer bekannt – an mehreren hochkarätigen Skandalen beteiligt. Aufnahmen vom Anfang des Jahres zeigen ihn in einer Auseinandersetzung mit Demonstranten. Macrons Sicherheitsmann “half” der Polizei beim Prügeln, während er selbst eine “geliehene” Polizeiausrüstung trug.(rt)
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