100 Tote: Gewalt im Sudan eskaliert
07>06. Juni 2019 00:04 Uhr
KHARTUM. Militärischer Übergangsrat rief Wahlen binnen sieben Monaten aus.
Nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten ist die Zahl der Todesopfer im Sudan auf mindestens 100 gestiegen. Dies teilte ein Ärzteverband mit. Zuvor hatte dieser von 35 Toten gesprochen.
Demnach wurden zudem mehr als 300 Menschen verletzt. Die genaue Zahl sei aber schwer festzulegen, da die Kommunikation mit den Verletzten und den Krankenhäusern unter anderem durch das Abschalten des Internets in vielen Landesteilen sehr schwer sei.
Sicherheitskräfte waren zuletzt gewaltsam gegen eine wochenlange Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum vorgegangen, die maßgeblich zum Sturz des Präsidenten Umar al-Baschir beigetragen hatte. Dieser wurde im April nach drei Jahrzehnten an der Macht vom Militär abgesetzt.
Die Streitkräfte rangen seit dem Putsch mit der Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung, die Verhandlungen brachen jedoch jüngst zusammen. Nach der jüngsten Gewalt erklärte der militärische Übergangsrat zuerst die Gespräche für beendet, kündigte die Zugeständnisse an die Opposition auf und rief Wahlen binnen sieben Monaten aus.

Chaos soll vermieden werden
Wenig später zeigte sich die Militärführung dann aber wieder offen für Gespräche. Man sei ohne Vorbedingungen bereit zu Verhandlungen mit anderen Gruppen, sagte der Chef des Übergangsrates, Abdel Fattah Burhan, in einer Fernsehansprache. Man tue dies im Interesse des Landes und um zu vermeiden, dass das Land im Chaos versinke, hieß es.
quelle//Nachrichten.at/ OÖN Medienagenturen.

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