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Wirtschaft: Thomas Cook offiziell Pleite, Brexit treibt Reiseveranstalter ins Chaos.

Thomas Cook ist pleite

Großbritanniens umstrittener Premier Boris Johnson lehnte es ab, Thomas Cook mit einer Finanzspritze zu retten. Für britische Gewerkschafter ist das »beschämend und falsch«.

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist am Ende. Nachdem die Gespräche über einen rettenden Finanzierungsplan gescheitert sind, hat der Konzern Insolvenz beantragt. Was bedeutet das für die Schweiz? Und wäre ein solches Desaster auch hierzulande möglich? Die wichtigsten Antworten:

Wie geht es nun weiter? Von der Pleite sind insgesamt 600’000 Touristen betroffen. Derzeit ist eine riesige Rückholaktion für die Feriengäste unter dem Namen «Operation Matterhorn» am Laufen.

Auf den Webseiten des Konzerns ist lediglich noch eine Mitteilung aufgeschaltet. «Wir loten derzeit letzte Optionen aus», heisst es unter anderem. Sollten diese Verhandlungen scheitern, sehe man sich gezwungen, auch für weitere Gesellschaften des Konzerns Insolvenz zu beantragen.

Der zu Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor versicherte hingegen, dass der Flugbetrieb trotz Pleite des Mutterhauses weitergehe.

Touristen dürfen Hotel verlassen

Zahlreiche Touristen steckten am Sonntag in einem Hotel in Tunesien fest. Medienberichten zufolge wurden sie von bewaffneten Sicherheitskräften festgehalten. Der Grund: Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook war bei seiner finanziellen Sanierung auf Schwierigkeiten gestossen und bangte am Sonntag um sein Überleben.

Banken forderten zusätzlich zu einem schon ausgehandelten etwa 1 Milliarde Franken schweren Rettungspaket zusätzlich knapp 250 Millionen Franken. Rund 600’000 Touristen drohten weltweit zu stranden. Und auch das Hotel «Les Orangers» in Tunesien befürchtete, dass die Firma nicht für den Aufenthalt seiner Kunden aufkommen kann.

In den sozialen Medien posteten verängstigte Touristen Videos und Bilder.

Notfallpläne eingerichtet

Nach gescheiterten Gesprächen über eine Rettung des Reisekonzerns Thomas Cook hat das britische Traditionsunternehmen am Montag schliesslich Insolvenz angemeldet. Der britische Aussenminister Dominic Raab sagte am Sonntag noch, dass keine Urlauber im Ausland hängen gelassen würden. «Wir hoffen, dass es weitergehen kann», sagte er. Aber man habe Notfallpläne eingerichtet, «um sicherzustellen, dass wir im schlimmsten Fall alle diejenigen unterstützen können, die sonst gestrandet wären», sagte Raab der BBC.

Tatsächlich gaben die tunesischen Behörden am Montag bekannt, dass die festgehaltenen Touristen das Hotel nun verlassen dürften. Sie seien zum Flughafen eskortiert worden. Die Hoteldirektion wurde vom Präsident des Hotelverbandes für ihr Verhalten kritisiert, schreibt «Focus».

21’000 Mitarbeiter in 16 Ländern

Der 1841 gegründete Reiseveranstalter beschäftigt 21’000 Mitarbeiter in 16 Ländern. Pro Jahr entscheiden sich 19 Millionen Personen für eine Reise mit Thomas Cook. Von der Pleite betroffen sind auch Hauptreiseländer wie Spanien, Griechenland oder die Türkei.

Thomas Cook, der weltweit zweitgrösste Reisekonzern nach TUI, war durch eine milliardenschwere Abschreibung auf ein britisches Tochterunternehmen und ein schwächeres Reisegeschäft ins Schleudern geraten. Stärker als TUI leidet Thomas Cook unter der mit Brexit und schwächerem Pfund einhergehenden Reiseunlust der Briten.

(mon/reuters)(20cent)

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Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

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