
Verdacht auf islamistischen Hintergrund Ein Toter nach Messerattacke bei München
Stand: 10.05.2016 11:06 Uhr
Bei einer Messerattacke am S-Bahnhof Grafing bei München ist ein Mann getötet worden. Drei Personen wurden verletzt. Ein 27-jähriger Deutscher hatte offenbar wahllos auf Passanten eingestochen. Er wurde festgenommen. Die Polizei prüft einen möglichen islamistischen Hintergrund.
Am S-Bahnhof Grafing bei München hat ein Mann am frühen Morgen mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen. Ein 50-jähriger Mann erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Drei weitere Männer wurden laut Polizeiangaben verletzt, einer von ihnen schwer. Der mutmaßliche Täter sei in der Nähe des Bahnhofs überwältigt und festgenommen worden.
Attacken auf und vor dem Bahnhof
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 27-Jährigen, nicht polizeibekannten Deutschen. Das ARD-Magazin “report München” berichtet, der Mann stamme aus Hessen. Um 4:50 Uhr morgens war er am S-Bahnhof aufgetaucht, kurz bevor der erste Zug in Richtung München abfahren sollte. Die Attacke mit einem Messer von zehn Zentimetern Klingenlänge erfolgte nach Angaben der Staatsanwaltschaft erst an einem stehenden S-Bahnzug und auch vor beziehungsweise in der S-Bahnstation Grafing.
Ein Toter nach Messerattacke bei München
tagesschau24 11:00 Uhr, 10.05.2016, Siv-Brit Kühl, ARD-aktuell
Bisher unbestätigt ist laut Bendixen, dass der Mann während des Angriffs “Allahu Akbar” gerufen haben soll (“Allah ist größer”). Hierzu gebe es widersprüchliche Aussagen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Aussagen des Mannes ließen auf eine “politische Motivation” schließen. Konkrete Informationen zu islamistischen Verbindungen des Angreifers gebe es bislang nicht. Ähnlich hatte sich zuvor bereits die Polizei geäußert.
Der Täter ist nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann “nicht sehr kooperativ”. Zu dessen möglichen Motiven sagte Hermann: “Inwieweit es da andere Hintergründe gibt oder ob es sich mehr um Fragen von Verwirrung vielleicht auch wegen Drogenabhängigkeit gibt, das muss alles noch geklärt werden.”

Der Grafinger Bahnhof, ein wichtiges Regionaldrehkreuz rund 30 Kilometer östlich von München, wurde von der Polizei abgesperrt. Der Bahnbetrieb wurde etwa zwei Stunden lang eingestellt. Das Landeskriminalamt will sich um 15:00 Uhr in einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen äußern.
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