Klimawandel
17. August 2016 14:46; Akt: 17.08.2016 14:46Print
Inuit-Dorf in Alaska stimmt über Umzug ab
Weil das Klima wärmer wird, verliert das Inuit-Dorf Shishmaref immer mehr Land. Die Bewohner erwägen harte Konsequenzen.
Der komplette Umzug des Dorfes würde laut «Guardian» rund 180 Millionen Dollar kosten. Das Ergebnis der Abstimmung vom Dienstag soll am heutigen Mittwoch bekannt werden. Wohin die Reise geht, falls der Vorschlag angenommen wird, wird in weiteren Zusammenkünften entschieden.
Permafrostboden weicht auf
Früher wurde Shishmaref, das vor allem von Inuit bewohnt wird, durch arktisches Eis vor Wasser geschützt. Seit dieses schmilzt, ist das Dorf jedoch mehr und mehr den Wellen ausgesetzt. Der Permafrostboden, auf dem die Fertighäuser gebaut wurden, weicht auf und erodiert. Barrikaden und Mauern konnten dem nur wenig entgegensetzen.
In den vergangenen 35 Jahren habe sich die Küste wegen der Erosion um mehr als 750 Meter verschoben, schrieb Esau Sinnok, Dorfbewohner und Arktischer Jugendbotschafter, im vergangenen Jahr ans US-Innenministerium. Seit seiner Geburt im Jahr 1997 habe Shishmaref 30 Meter verloren. Seine Familie sei in den letzten 15 Jahren 13-mal umgezogen – von einem Ende der Insel zum anderen, weil immer mehr Land verloren gehe. In den kommenden zwei Jahrzehnten werde die Insel komplett verschinden, warnt Sinnok.
Wie Shishmaref geht es in Alaska mindestens 30 weiteren Ortschaften. Das ergab eine Studie des US-Rechnungshofes, dem Government Accountability Office. In zwölf dieser Orte erwägt man einen Umzug.
(mlr)

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