
Ermittler: Malaysia-Airlines-Flug MH17 mit russischer Rakete über Ukraine abgeschossen
Die Passagiermaschine mit Flugnummer MH17 ist mit einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Das gaben die internationalen Ermittler am Mittwoch bekannt.
Demnach sei die Buk-Rakete vom Gebiet der pro-russischen Rebellen abgefeuert worden und die Abschussrampe anschließend nach Russland zurückgebracht worden. “Das können wir überzeugend beweisen”, sagten die Ermittler. Die Erkenntnisse stützten sich auf die Auswertung von Satellitenbildern und Informationen der Geheimdienste.
Bereits Vorberichte niederländischer und finnischer Medien sagten aus, dass Flug MH17 von einem modernen Buk-System, wie es in Russland, aber nicht in der Ukraine in Dienst ist, abgeschossen wurde. In Finnland hatten die Ermittler den Berichten nach Testschüsse durchgeführt.

Russland beschuldigt die Ukraine
Russland hat in den 14 Monaten seit der Tragödie widersprüchliche Angaben zum möglichen Hergang gemacht. Gezielt wurden immer kurz vor Veröffentlichung offizieller Berichte neue angebliche Beweise in Umlauf gebracht.
Kurz vor Veröffentlichung des aktuellen Berichts zum MH17-Abschuss hat der Kreml nun erneut jede russische Verwicklung in die Tragödie dementiert und beschuldigte stattdessen die Ukraine. Neue russische Radardaten zeigten, dass das Flugzeug nicht von Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Er sprach von “unwiderlegbaren Beweisen”.
Bei der strafrechtlichen Untersuchung arbeiten Malaysia, die Ukraine, Belgien und die Niederlande mit. Die niederländische Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, da aus diesem Land die meisten Opfer stammten.
Eine technische Untersuchung im Oktober 2015 hatte ergeben, dass die Maschine von einer Buk-Flugabwehrrakete russischer Herstellung abgeschossen worden war. (cai/dpa)
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