Hehre Absichten
05. Januar 2017 16:00; Akt: 05.01.2017 16:04Print
Hoeness wollte Big Macs und Cola für Mithäftlinge
Der Bayern-Präsident gibt Einblicke in seine Zeit im Gefängnis und erzählt, wie er seine Mitinsassen kulinarisch beglücken wollte.
Uli Hoeness redet viel und gern, oft auch laut und ungehalten, wenn er sich ungerecht behandelt sieht oder ihm sonst etwas missfällt. Daran hat sich nichts geändert, seit eFebruar 2016 nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung aus dem Gefängnis entlassen worden ist.
Inzwischen ist Hoeness wieder Bayern-Präsident, die 21 Monate in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Landsberg und im Freigängerhaus Rothenfeld scheinen weit weg. Und doch sind sie noch präsentiert, wie in einem Gespräch mit der “Sport Bild” offenbart. Er sagt auch: «Ich bin total mit mir im Reinen.»
Der Brief von Sir Alex
Hoeness, der am heutigen 5. Januar seinen 65. Geburtstag feiert, weiss einige Geschichten aus seiner Zeit als Häftling zu erzählen. Etwa, dass ihm die schottische Trainerlegende einen handgeschriebenen Brief zukommen liess. Oder dass ihm seine Frau Susanne nicht persönlich hat, dass sein geliebter Labrador Kuno gestorben sei. Sie hinterliess die traurige Nachricht schliesslich im Gefängnisspital, wo Hoeness eine Zelle bewohnte.
Der Fussballmanager schilderte weiter, wie er für 1,50 Euro pro Stunde in der Kleiderkammer der JVA arbeitete, um sich alle zwei Wochen – öfter durfte er nicht einkaufen wie bei Vollkornbrot, Konfitüre oder Schokolade leisten zu können.Oderum Mitinsassen mit Tomaten, Früchten und Olivenöl zu versorgen.
Der Plan mit dem Sternekoch
Überhaupt schien Hoeness das Wohl der Schicksalsgenossen am Herzen zu liegen. «Ich habe einmal, kurz vor Weihnachten, versucht, die Anstaltsleiterin vorzuschlagen, alle Häftlingen einen großen Mac und eine Cola zu spendieren – da ich mit dem Chef von McDonald’s Deutschland befreundet bin und wusste, dass das für die Gefangenen ein Herzenswunsch ist, Sagt er Die Antwort sei freundlich, aber bestimmt ausgefallen: «Auf keinen Fall, Sie wissen schon, wo wir hier sind»
Hoheness gab nicht auf und unternahm vor seinem letzten Wochenende im Freigängerhaus Rothenfeld einen zweiten Versuch. Er fragte den Leiter, ob Sternekoch Alfons Schuhbeck den Häftlingen nicht ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und einen Kaiserschmarrn zubereiten dürfe. «Aber auch das nicht realisieren. Das war keine Bösartigkeit, es ging einfach nicht », erinnert sich Hoeness.
(Kai


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