Danke, Präsident Erdogan! Das würde man nach Ankara rufen wollen, wenn die vom türkischen Staatschef vom Zaun gebrochene Konfrontation nicht so dramatisch wäre. Denn seit Erdogan die Niederlande mit Nazi-Beschimpfungen überzog und die Regierung des rechtsliberalen Premiers Mark Rutte türkische Minister an Propaganda-Veranstaltungen im Polderland hinderte, atmete Holland tief durch – und erteilte dem Rechtspopulisten Geert Wilders eine klare Abfuhr.

Wilders und seine Gesinnungsgenossen werden den Stimmenzuwachs (von 15 auf 19 Mandate seit der Wahl vor fünf Jahren) als großen Sieg ausgeben. Aber er ist es nicht: 2010 hatte Wilders Partei der Freiheit (PVV) sogar 24 Sitze. Wilder war zwar stets in aller Munde – obwohl er kaum aktiven Wahlkampf betrieb. Doch am Ende hat es ihm nicht viel genutzt.
Und das ist gut für Europa. Aus zwei Gründen: Der Vormarsch der Populisten scheint gestoppt, Holland wird nicht zum Rückenwind für die Rechtsausleger in Frankreich und Deutschland. Aber Wilders’ Wahlergebnis ist auch ein dicker Denkzettel – an die politische Führung im Land der Tulpen, Matjes und der Weltkonzerne wie Unilever und Shell, aber auch in Europa.
Durchatmen und nachdenken muss jetzt die Devise heißen. Denn die Kehrseite des für Wilders tatsächlich wenig sensationellen Ergebnisses ist eben auch, dass fast jeder fünfte holländische Wähler für einen Rassisten und gefährlichen Vereinfacher gestimmt hat.
quelle/Internet/Agentur/.Handelsblatt.
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