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Unglaublich aber Wahr:„Rassistisch und sexistisch“ ZDF erntet Shitstorm, wegen „Im reifen Alter“ Royalen Hochzeit.

„Rassistisch und sexistisch“ ZDF erntet Shitstorm für Kommentare zur royalen Hochzeit

Meghan MotherMeghan und ihre Mutter Doria Ragland auf dem Weg zur Trauung Foto:Getty Imag

 

„Schön schwarz gesungen“

„Volle 236 Minuten“ – so lang, vermeldete das ZDF stolz über Twitter, lief am Samstag die Berichterstattung über die royale Hochzeit von Meghan und Harry. 236 Minuten voll Glamour und Romantik – und gespickt mit Fettnäpfchen. Mit ihrer kommentierlichen Begleitung der „Royal Wedding“ lösten Moderator Norbert Lehmann, „Gala“-Unterhaltungschefin Luise Wackerl, „Welt“-Journalist Thomas Kielinger und Adelsexpertin Julia Melchior bei vielen Zuschauern Empörung aus. „Rassistisch und sexistisch“ lautete das vernichtende Urteil. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/30432352 ©2018

Nahezu vier Stunden lang kommentierte die Viererrunde die royale Traumhochzeit, lieferte Fakten und Hintergründe, bewertete die Outfits der Gäste und spekulierte wild. So weit, so erwartet. Doch die Tatsache, dass eine bürgerliche, schwarze Frau ins britische Königshaus einheiratet, gepaart mit dem Zwang ununterbrochen zu sprechen, sorgte für einige verbale Entgleisungen.

Besonders der Fokus der Kommentatoren auf Meghans Hautfarbe und Herkunft ging vielen Zuschauern zu weit. Immer wieder betonte die Runde ihre „afroamerikanische Herkunft“, kramte Begriffe wie „exotisch“ aus der Floskel-Kiste hervor. Ohnehin schienen sich die Experten mit dem „Phänomen“ afroamerikanischer Kultur schwer zu tun. Die Dreadlocks von Meghans Mutter wurden ebenso unbeholfen kommentiert wie die Gesangseinlage des Gospel-Chors.

Auch wenn es darum ging, Meghans Rolle als Frau innerhalb der königlichen Familie einzuordnen, gerieten die Moderatoren verbal immer wieder ins Straucheln. So fiel etwa das Wort „Mätresse“ bei dem Versuch, Meghans historische Bedeutung zu beschreiben. Eine weitere misslungene Einordnung: Die Queen habe im Fall Meghan wohl „ein Auge zugedrückt“.

                                     „Im reifen Alter“

Kielinger legte noch einmal nach, als er die Schauspielkarriere der Braut nachzeichnete: Sie, heute 36, habe ihre Star-Rolle erst „im reifen Alter gefunden“.Immerhin, einige Twitter-Nutzer konnten der Berichterstattung auch Positives abgewinnen. (red)

– Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/30432352 ©2018

 

Meghans Hautfarbe als Dauerthema – Das sagt das ZDF zu den Vorwürfen

 | Lesedauer: 3 Minuten
Die Moderatoren Norbert Lehmann und Julia Melchior werden für ihre Berichterstattung während der royalen Hochzeit kritisiert
Die Moderatoren Norbert Lehmann und Julia Melchior werden für ihre Berichterstattung während der royalen Hochzeit kritisiert Quelle: Screenshot WELT
Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan war ein Medienspektakel. Mehrere Zuschauer des ZDF ärgerten sich jedoch über die Berichterstattung. Der Sender teilte daraufhin mit: „Wir nehmen die Kritik unserer Zuschauer ernst.“

Es war die Hochzeit des Jahres: Prinz Harry heiratete seine Meghan Markle. Und Fans auf der ganzen Welt schauten bei dem Ereignis zu. Das Jawort, der erste Kuss, die Kutschfahrt – die Bilder auf den Fernsehscreens versprachen bereits im Vorfeld vor Romantik zu strotzen. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Doch die Kommentatoren lieferten nicht nur Hintergrundinformationen zu dem Geschehen und ordneten es ein, sie thematisierten auch immer wieder die Herkunft der jetzigen Herzogin Meghan. Die Wörter „afroamerikanisch“, exotisch“ und „schwarz“ tauchten immer wieder in der Berichterstattung auf.

Damit zog das ZDF heftige Kritik auf sich. Für den Sender kommentierten Moderator Norbert Lehmann, Adelsexpertin Julia Melchior, Luise Wackerl von „Gala“ sowie WELT-Korrespondent Thomas Kielinger. Auf Twitter diskutierten Nutzer lebhaft und konfrontierten das ZDF mit ihrer Kritik direkt: „Liebes #zdfroyal, wenn ihr schon ständig Meghans Hintergrund so hervorheben müsst, warum habt ihr dann nicht einfach mal eine schwarze/afroamerikanische Person zum Kommentieren eingeladen? Die wüsste dann zumindest, wovon sie spricht“, schreibt eine Nutzerin. „Die haben eben im ZDF ernsthaft gesagt: ,Frauen wie Meghan hätte man früher höchstens als Mätresse gehalten.‘ Und man müsse sich jetzt erst mal an den Sprachgebrauch gewöhnen bei dem Phänomen. Ey, ZDF – die alten Männer reden sich da gerade um Kopf und Kragen!“ lautet ein weiterer Kommentar.

Das medienkritische Portal „Übermedien“ schnitt in einem Video die umstrittenen Aussagen der Kommentatoren zusammen. Dazu zählen Sätze wie: „Die beiden werden ja niemals König und Königin, da können wir uns auch mal so ein exotisches Paar leisten, ich sag es mal so salopp“ (Lehmann). „Dass jetzt im Prinzip dieses afroamerikanische Esprit in dieses Königshaus einheiratet“ (Melchior). „Es gab böse Kommentare hier in Großbritannien, als das bekannt wurde, nach dem Motto, eine solche Frau hat man sich früher als Mätresse gehalten“ (Lehmann). „,Stand By Me‘ mit diesem Gospelchor“ war „so fantastisch schwarz und so toll schwarz gesungen“ (Lehmann).

Für das deutsche Fernsehen war die „Royal Wedding“ übrigens ein Quotengarant: Die etwa vierstündige Übertragung des ZDF aus Windsor sahen durchschnittlich 5,98 Millionen Menschen, was 43,8 Prozent aller Zuschauer und Zuschauerinnen zu dieser Tageszeit entsprach. Eine Stunde später schalteten 2,95 Millionen (19,1 Prozent) RTL ein und sahen sich dort das royale Spektakel an.

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Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

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