Tausende Menschen gehen gegen “Mietenwahnsinn” auf die Straße – größte Demo in Berlin
6. April 2019 – 16:48 Uhr,

Am Sonnabend demonstrierten Tausende gegen den „Mietenwahnsinn“ in Berlin.Foto: FABRIZIO BENSCH / Reuters
Tausende Menschen in ganz Deutschland auf der Straße
In ganz Deutschland sind heute tausende Menschen unter dem Motto “Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn” auf die Straße gegangen. 25.000 Menschen kamen nach Angaben der Veranstalter allein in Berlin zusammen, doch auch in Köln, München, Hamburg und Frankfurt wurde demonstriert. Ein Ziel der Teilnehmer in Berlin: Die Enteignung von großen Wohnungsbaukonzernen. Das soll mit einem Volksbegehren erreicht werden. “Die Mieter werden ausgepresst wie Zitronen”, sagt auch Mitinitiator des Volksbegehrens, Michael Prütz. Was genau mit dem Volksbegehren erreicht werden soll, erzählt er im Video.
“Die Stadt soll für alle da sein”

“Gegen Miethaie und Spekulanten” steht auf den Schildern der Demonstranten, manche haben sich sogar als Haie verkleidet. Die Mieten seien zu viel zu hoch, außerdem werde zu wenig gebaut, ist der Tenor. Der gemeinsame Feind ist klar: Private Investoren und Konzerne. “Verfatzt euch” steht an diese gerichtet auf einem der Schilder, “Die Stadt soll für alle da sein” auf einem anderen. Die Mieten in deutschen Großstädten steigen seit Jahren – auch die Mietpreisbremse, die es seit 2016 gibt, hat bisher wenig gebracht.

Initiative fordert Enteignung der Wohnungsbaukonzerne
Doch mehr zu bauen ist laut Demo-Teilnehmer Florian Hille nur der eine Teil der Lösung. Auch bestehende hohe Mieten müssten angegangen werden: “Man müsste Wohnungen in staatliche Hand bekommen, um Wohnungen günstig anbieten zu können”, sagte er im Interview mit RTL.
Dieses Ziel verfolgt auch die Initiative “Deutsche Wohnen & Co enteignen”, die die Politik nicht nur auffordert, endlich etwas gegen die steigenden Mieten zu tun und selbst zu bauen – die Initiatoren gehen sogar noch einen Schritt weiter: Seit Samstag läuft eine Unterschriftenaktion für ein Volksbegehren, das die Enteignung von großen Wohnungsbaugesellschaften fordert, allen voran der “Deutsche Wohnen”. Was das genau diese Enteignung bedeuten könnte, gibt es hier zum Nachlesen.
FDP sieht Enteignung kritisch

Der Berliner Demo gegen den #Mietenwahnsinn senden wir solidarische Grüße von unserem Landesparteitag. In Gedanken und programmatisch sowieso sind wir bei euch auf der Straße. Und viele unserer Mitglieder sind heute mit euch unterwegs. #ldk19882:31 PM – Apr 6, 201933 people are talking about thisTwitter Ads info and privacy
Während die Grünen, die Linken und die SPD auf Twitter Solidarität mit den Demonstranten bekundeten und sich zwar nicht für die Enteignungen, aber für die allgemeinen Ziele der Demo stark machten, gab es aus der FDP Kritik: “Mit Enteignungen wird nicht eine einzige Wohnung neu geschaffen. Es werden nur Investoren verschreckt, die neue Wohnungen bauen könnten”, so Christian Lindner beim Landesparteitag der FDP NRW in Duisburg.Bild auf Twitter anzeigen

DIE LINKE. Berlin@dielinkeberlin
#Mietenwahnsinnstoppen! Zusammen gegen Verdrängung. Wohnen ist ein Menschenrecht.1512:02 – 6. Apr. 2019Weitere Tweets von DIE LINKE. Berlin ansehenTwitter Ads Info und Datenschutz
Die Linken sind für das Volksbegehren
In Berlin regiert eine rot-rot-grüne Koalition. Die Linken sind für das Volksbegehren. Die Grünen wollen sich in der Enteignungsdebatte noch Zeit für eine Position lassen. Die SPD hat sich ebenfalls noch nicht festgelegt. Der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist gegen Enteignungen.
Quelle//rtl/Reuters/andren Medienagenturen/Linke.
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