
Mehrere Tausend Polizisten stehen bereit, um Randalierer und Störer zu stoppen.Foto: imago/Müller-Stauffenberg u. dpa
Demonstrieren, Bier, Bratwurst und natürlich das Werfen von Steinen auf Polizisten, brennende Autos sowie Container: Das waren die Rituale vor allem in Kreuzberg in den vergangenen Jahren zum Tag der Arbeit. In diesem Jahr soll es anders werden. Steigende Mieten und Verdrängung sind die Themen. Die Stadt soll nicht den Reichen überlassen werden.

Demo in Wedding friedlich beendet
1. Mai in Berlin: Wo einst Steine flogen und in den vergangenen Jahren die Bässe wummerten, soll es dieses Jahr wieder mehr um politische Inhalte gehen.
Die traditionelle linksradikale 1. Mai Demo zieht dieses Jahr durch Friedrichshain entlang der Rigaer Straße und Liebigstraße.
Bleibt der 1. Mai friedlich? Diese Frage beschäftigt seit Jahren vor dem Feiertag Politik und Polizei. Einen ersten Vorgeschmack gibt schon die Walpurgisnacht.
Die Demo in Wedding wurde nach Erreichen des Endpunktes gegen 20.20 Uhr durch die Demo-Leitung beendet, teilte die Polizei mit. Es kam zu keinen größeren Zwischenfällen. Alle Verkehrsmaßnahmen würden jetzt auch eingestellt, hieß es weiter. Damit kommt auch der Verkehr in den betroffenen Straßenzügen langsam wieder ins Rollen.
Demonstration gegen steigende Mieten
Am Vorabend des 1. Mai haben weit mehr als tausend Menschen in Berlin-Wedding gegen steigende Mieten und Verdrängung protestiert. Die Demonstration linker Gruppen stand unter dem Motto „Hände weg vom Wedding“. Der Protest verlief laut Polizei bis zum frühen Abend komplett friedlich. Der Zug war am Leopoldplatz gestartet und zog anschließend durch den Stadtteil.

Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vertreten, die Beamten begleiteten den Zug an der Spitze und am Ende. Kommunikationsteams mit gelben Westen waren unterwegs, um Gesprächsbereitschaft zu zeigen. Eine Sprecherin der Polizei zeigte sich zufrieden und sprach von einer störungsfreien Demonstration.

Video: imago stock&people
Die Beamten hielten sich zurück, Kommunikationsteams mit gelben Westen waren unterwegs. Es solle Gesprächsbereitschaft gezeigt werden, sagte ein Sprecher der Polizei: „Wir gehen hier gelassen und ruhig heran.“ Falls es zu Störungen kommen sollte, werde aber eingegriffen. Etliche Demonstranten hielten Transparente hoch. Auf einem war zu lesen: „Wohnen ist Menschenrecht“. Auf einem anderen stand: „Gegen die Stadt der Reichen“. Auch Fahnen wurden geschwenkt.

Erwartet wurde am Dienstagabend auch ein Treffen Linksautonomer an der Ecke Rigaer Straße und Liebigstraße, dem sogenannten Dorfplatz der Szene vor den ehemals besetzten Häusern in Friedrichshain. Bei fast sommerlichem Wetter wollten zudem Tausende Menschen im Mauerpark in Prenzlauer Berg sowie in anderen Parks in Kreuzberg und Friedrichshain die Walpurgisnacht feiern.
Am Mai-Feiertag werden dann in Berlin knapp 5500 Polizisten im Einsatz sein. Für Mittwochabend haben Linksautonome wieder die sogenannte Revolutionäre 1. Mai-Demonstration angekündigt, die dieses Mal nicht in Kreuzberg, sondern in Friedrichshain starten soll.
Kalorien und Vitamine für Polizisten
Für Kalorien und Vitamine bei den Einsatzkräften ist jedenfalls gesorgt, twittert die Gewerkschaft DPolG Berlin:

#DPolGEinsatzkräftebetreuung #EKB #Walpurgisnacht im Wedding. Neben Obst gibt’s Kaubonbons, Kekse und Trinken.2117:44 – 30. Apr. 2019Weitere Tweets von DPolG Berlin ansehenTwitter Ads Info und Datenschutz
1. Mai: Die Demo-Routen
Die Aufmerksamkeit der Polizei gilt in diesem Jahr vor allem dem Alternativ-Kiez Friedrichshain und dem Villen-Stadtteil Grunewald. Durch Friedrichshain will die traditionelle linksradikale Demonstration am Abend des 1. Mai ziehen, weil dort die früher besetzten und heute noch umkämpften Häuser in der Rigaer Straße und Liebigstraße liegen – wichtige Symbole der linken Szene. Der Grunewald wird von einer satirischen Demonstration schon am Mittag des 1. Mai ins Visier genommen, weil die Gegend als Rückzugsort der Wohlhabenden und Konservativen gilt. (dpa// berliner-kurier.)
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