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Frankreich: “Diese Politiker repräsentieren uns nicht!” – Tausende protestieren gegen G7-Gipfel

Frankreich: “Diese Politiker repräsentieren uns nicht!” – Tausende protestieren gegen G7-Gipfel

26.08.2019 • 12:11 Uhr

Frankreich: "Diese Politiker repräsentieren uns nicht!" – Tausende protestieren gegen G7-Gipfel

Am Wochenende zog es tausende Demonstranten in die Nähe der französischen Stadt Biarritz, wo die Staatschefs der G7-Gruppe zusammenkamen. Um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und ein Chaos – wie etwa in Hamburg 2017 beim G20-Gipfel zu vermeiden, mobilisierte Frankreich mehr als 13.000 Polizisten und sprach Demonstrationsverbote für nahegelegene Ortschaften aus. Videos zeigen, wie die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten einsetzte.

Viele der Demonstranten waren extra angereist und versuchten an mehreren Orten, in der Nähe des G7-Gipfels Camp-Lager einzurichten. In einem solchen Camp in Urrugne, etwa 25 Kilometer südlich von Biarritz, kam es am Freitag zu den folgenden Szenen. Die französische Polizei feuerte Tränengas ins Camp.

Urrugne liegt östlich der Küstenstadt Hendaye, wo sich Gruppen mit antikapitalistischen und und klimabezogenen Forderungen zu einem “Gegengipfel” versammelten, um gegen die Politik der Weltmächte zu protestieren.

Auch in der Stadt Bayonne, etwa acht Kilometer vom G7-Tagungsort in Biarritz entfernt, feuerten am Samstag Polizisten mit Tränengas und Wasserwerfern auf G7-Gegner. Wie die Aufnahmen zeigen, versuchten einige Demonstranten, gewaltsam eine Schutzbarriere der Polizei einzureißen. In der Folge reagierte die Polizei mit erneutem Tränengasbeschuss. 

Ebenfalls am Samstag kamen Tausende von Demonstranten im französischen Hendaye zusammen und zogen gemeinsam in Richtung Irun im benachbarten Spanien. Sie brachten viele verschiedene Fahnen, Transparente und Kostüme mit. Auch figürliche Karikaturen der G7-Staatschefs wie Trump, Merkel und Macron sind in der Menge der Demonstranten zu sehen, die gegen die Wirtschafts- und Umweltpolitik dieser Länder protestierten.

“Wir sind hier, um gegen dieses System [den Kapitalismus] zu kämpfen, das uns auf so vielen Ebenen zur Zerstörung führt”, sagte Maria, eine Demonstrantin.

“Ich bin hier, um gegen diese Konferenz von nicht repräsentativen Menschen zu kämpfen, Kapitalisten, die die Welt regieren”, fügte eine andere Demonstrantin namens Agurtzane hinzu.

Am G7-Gipfel, der vom 24. bis 26. August stattfand, nahmen die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika) sowie führende Vertreter der Europäischen Union teil. 

Auch Vertreter aus Australien, Indien und Spanien wurden eingeladen, um an einigen Gesprächen des Gipfels als Gäste teilzunehmen. Überraschend traf am Sonntag für Gespräche auch der iranische Außenminister Dschawad Sarif mit einer Delegation in Biarritz ein.

Der Tagungsort Biarritz wurde vom Rest der Welt abgeriegelt. Zug- und Flugreisen waren während des Gipfels eingestellt, Proteste verboten, Läden geschlossen und mehr als 13.000 Polizisten bewachten und beschützten das Gebiet. Trotz des Protest-Verbots in Biarritz veranstalten Demonstranten Anti-G7-Kundgebungen an nahegelegenen Orten.(rt)

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Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

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