25.11.2019, 11:35 Uhr | dpa , AFP
Dresden, eines der bekanntesten Museen Deutschlands, wurde zur Zielscheibe von Einbrechern. Wie hoch ist der Schaden?

Millionenschaden im Grünen Gewölbe? Diebe flüchten mit Beute aus Dresdner Schatzkammer

Es geht um besonders wertvolle Juwelen und Kunstschätze: Das Grüne Gewölbe in Dresden, eines der bekanntesten Museen Deutschlands, wurde zur Zielscheibe von Einbrechern. Wie hoch ist der Schaden?
GRÜNES GEWÖLBE IN DRESDEN
In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Der Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung. Die Schadenshöhe war zunächst unklar. Die Räume des Museums sind eigentlich streng gesichert. Über Details will die Polizei im Tagesverlauf informieren. Wie t-online.de erfuhr gilt es jedoch mittlerweile als gesichert, dass Gegenstände entwendet wurden.
Nach Informationen der “Bild”-Zeitung wurde antiker Schmuck im Millionenwert gestohlen. Laut Polizeiangaben ist die Schadenshöhe bislang noch unklar: “Aktuell ist unsere Tatortgruppe des LKA im Einsatz und untersucht den Tatort”, teilte die Polizei Sachsen bei Twitter mit. “Aussagen zum Stehlschaden sind noch nicht möglich.”
Offenbar Stromzufuhr unterbrochen

Laut Zeitungsberichten brannte am Montagmorgen ein Stromkasten unter der Augustusbrücke, mit dem möglicherweise die Stromzufuhr zu den Staatlichen Kunstsammlungen unterbrochen wurde. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte den Vorfall: “Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen.” Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist noch unklar. Die Polizei war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen.
Im Anschluss sollen die unbekannten Täter laut “Bild” durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen im Residenzschloss eingestiegen sein, in der sich große Teile des Wettinerschatzes befinden. Die Einbrecher sollen historischen Schmuck, Diamanten und Edelsteine gestohlen haben.

Eine Polizistin geht vor dem Gebäude der Schinkelwache hinter einem Absperrband entlang. (Quelle: dpa)
Ministerpräsident Kretschmer zeigt sich bestürzt
Die Räume des historischen Grünen Gewölbes, das seinen Namen durch die teils malachitgrüne Bemalung erhielt, entstanden bereits im 16. Jahrhundert. Ab 1723 baute sie der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke zur Schatzkammer aus. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Residenzschloss und mit ihm Teile des berühmten Grünen Gewölbes weitgehend zerstört. Heute wird die Schatzkammer in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räumen der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich bestürzt über den Einbruch in das Dresdner Grüne Gewölbe. “Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen!”, sagte Kretschmer am Montag. “Die Werte, die im Grünen Gewölbe und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden”, sagte Kretschmer. “Man kann die Geschichte unseres Landes, unseres Freistaates nicht verstehen, ohne das Grüne Gewölbe und die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens.”
Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt – der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung “Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe” des Metropolitan Museum of Art.
Quellen:Nachrichtenagenturen /dpa, AFP

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