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WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN HAFERFLOCKEN UND HAFERKLEIE?.

Ernährung Wissenschaft.

Haferflocken oder Haferkleie?

Rechts das Mühlenerzeugnis Haferkleie, links das ganze Korn und in der Mitte die gewalzten Haferflockenfoto: shutterstock/27. Mai 2019  von Tizia Koese

Mein Lieblings-Superfood ist kein Exot wie Quinoa oder Amaranth, es wächst auch in unseren Breitengraden: Hafer. „Bin ich denn ein Pferd, dass ich Hafer essen soll?“, war kürzlich die Reaktion einer Frau, als ich ihr gegen ihre Darmprobleme Haferkleie empfahl.

„Pferde, die Hafer bekommen, machen doch einen gesunden Eindruck, was ist also dagegen einzuwenden?“, konterte ich.

„Ja, die glänzenden Pferdeschwänze sehen klasse aus“, gab sie  zu – um dann wieder schnell zu relativieren: „Früher habe ich ab und an Haferflocken in mein Müsli getan, aber einen besonderen Nutzen konnte ich dem nicht abgewinnen.“

Mag sein,  mir ging es auch lange Zeit so wie dieser Frau – bis ich Haferkleie entdeckte. Bis dahin war mir der Unterschied zwischen Hafer-flocken und Hafer-kleie nicht klar. Ich dachte, das sei ungefähr gleich, nur dass eben die Flocken größer sind.

Bis ich auf eine Ernährungsberaterin stieß, die offensichtlich haferkleiebesessen war. Sie betonte den Unterschied zu den Flocken.

„Größerflächige Haferflocken bestehen aus dem vollen Korn, die Haferkleie hingegen aus den Randschichten und dem Keimling des Hafers.“

Meine Reaktion: „Aber ich dachte, Vollkorn sei das Nonplusultra bei Getreide, warum empfehlen Sie mir dann Randschichten?“

Sie schaute mich etwas mitleidig an und gab mir zu verstehen, dass ich im ahnungslosen Feld herumirrte, was dieses Getreide anging. Und dann legte sie los, eine schier unendliche Liste an Nährstoffen nannte sie, gekoppelt an die Wirkung, die sie jeweils haben würden.

Ich will mal das zuerst nennen, was für meine Ohren interessant klang. Sie stellte mir in Aussicht, dass ich bei regelmäßigem Haferkleie-Konsum weniger Probleme mit entzündeter Gesichtshaut haben würde. Darüber hinaus könne ich meinen Cholesterinwert positiv beeinflussen.

Das machte mich neugierig. Ich schlenderte schnurstracks zum nächsten Reformladen und holte mir meine erste Haferkleie-Packung in Demeter-Qualität. Das war vor zwei Jahren; seitdem nehme ich 1-5 Teelöffel Haferkleie täglich zu mir – stets in Kombination mit viel Wasser.

Unterschiede zwischen Haferkleie und Haferflocken

Links die feinkörnige Haferkleie, rechts die platten Flocken – sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch von der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe her

Haferkleie hat etwas weniger Kohlenhydrate als Haferflocken-Sie enthält auch etwas weniger Fett -dafür etwas mehr Eiweiß und eine Menge an Ballaststoffen

Das in Haferkleie enthaltene Beta-Glucan hilft dem Körper, weniger von dem schädlichen ldl-Cholesterin mit der Nahrung aufzunehmen und kann dadurch den Cholesterin-Spiegel senken.

Obwohl Haferkleie ein Getreide ist und Kohlenhydrate enthält, lässt sie den Blutzucker nicht rapide hochschießen. Erklärung: Es sind komplexe Kohlenhydrate und nicht die einfachen, die in Zucker oder Weißmehl stecken.

In Haferkleie ist zwar Gluten, aber weitaus weniger als z.B in Weizen. Für Zöliakie-Betroffene eventuell trotzdem nicht geeignet.

Da die Haferkleie bei mir bessere Resultate in puncto Hautentzündungen und sanfte Regulierung der Verdauung erzielt hat, setze ich den Fokus stärker auf die Kleie.

Die einzelnen Bestandteile von Haferkleie pro 100 g im Überblick:

45,2 g  Kohlenhydrate

Ballaststoffe: 18,6 g

Proteine: 15,4 g,

Fett: 7,8 g,

Kalorien: ca 350 kcal

Haferkleie enthält auch zahlreiche Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe, darunter:

Natrium—Calcium—Vitamin B1 (Thiamin)–Vitamin B2–Selen–Eisen

Riboflavin–Magnesium–Phosphor–Zink

Fazit:

Wer Haferkleie in Maßen in seine Ernährung fest einplant, nimmt davon nicht zu. Sie kann dabei helfen, den Cholesterinspiegel zu senken und die Verdauung sanft zu regulieren. Den Blutzucker schießt sie trotz ihres Kohlenhydrat-Gehalts nicht in die Höhe, weil es sich hier– im Gegensatz zu Zucker oder Weißmehl – um komplexe Kohnlenhydrate handelt.  Darüber hinaus ist Haferkleie in der Lage, Entzündungsprozesse im Darm zu hemmen: Genug Argumente, um sich mit diesem Superfood anzufreunden.

Und was fange ich mit der trockenen Haferkleie an, soll es mir im Hals stecken bleiben oder was?

Nun, die reinste Form wäre tatsächlich, jeden Morgen einen Teelöffel Haferkleie in den Mund zu stecken, sie mit ein paar Tropfen Wasser zu befeuchten und dann so lange zu kauen, wie es irgend geht. Danach reichlich Wasser trinken, denn nur dann quillt die Kleie auf, gibt einem ein Sättigungsgefühl und provoziert keinen Darmverschluss. Darmverschluss??? Es ist bei allen Lebensmitteln, die aufquellen sollen wie zB Lein-, Floh- samen oder eben auch Haferkleie leider so, dass man ordentlich viel trinken muss, um nicht so was schreckliches wie Darmverschluss zu riskieren. Wenn ich die Kleie auf diese Weise pur kaue und viel Wasser hinterher trinke, hat sie bei mir die beste Wirkung, was die antientzündliche Wirkung oder auch den Stuhlgang angeht.

Aber es geht natürlich auch anders: beim Brotbacken eine Portion Haferkleie neben all den anderen Zutaten in die Schüssel beimengen –  dadurch bekommt das frisch duftende, selbst gebackene Brot eine gesündere Note. In den Keksteig lässt sich die Kleie auch gut kneten. Als Soßenverdicker eignet sich die Kleie ebenfalls.

Mein Lieblingsrezept ist ein Haferbrot, das  ganz ohne Weizen auskommt. Ich bin wahrlich keine Back-Meisterin, aber sogar mir gelingt dieses Brotrezept, das ich aus dem Buch des Ernährungswissenschaftlers Dr. Nicolai Worm habe:

Zutaten Haferbrot:

500g Quark/4 Eier (nach Gusto auch weniger)/125g  Haferkleie/125g Mandelmehl/6EL Leinsamen/100g Kerne nach Belieben/1EL Olivenöl/1Päckchen Backpulver/Salz

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Quark mit Eiern verrühren, übrige Zutaten nach und nach hinzugeben und schön kneten, circa 15 Minuten aufquellen lassen. Teig in eine ausgelegte Kastenform füllen und ca 50 Minuten backen – bon appétit!

Nährwerte pro Brotscheibe: 130 kcal/11g Eiweiß/2g Kohlenhydrate/8g Fett/3g Ballaststoffe,

Quelle//lucky-lado.

Author: Nilzeitung

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