NZ

Online Zeitung

Eingriff in der Natur.um ih­re Rech­te an den Was­sern des Nils

Was­ser­rech­te

Das le­bens­wich­ti­ge Was­ser des Nils

Aktualisierung haute.27.12.2015 20.00

Äthiopien Hat Heute vor ein Monat der blauen Nil Richtung in den künstlich Wege umgleitet. „Neurenaissance“- Staudamms am Blauen Nil für eine ist Freude für den andre Negative auf den Wasserstand des Nils Auswirkungen könnte, der für die Wirtschaft und die Menschen in Ägypten von grundlegender Neubedeutung ist.

Archiv von .08.2013

26.08.2013 – Äthio­pi­en will Was­ser des Nils stau­en, Ägyp­ten und der Su­dan fürch­ten des­halb Was­ser­man­gel. Be­reits An­fang Ju­ni be­gan­nen die Ar­bei­ten, um den Ober­lauf des Blau­en Nils um­zu­bet­ten. Kon­f­lik­te zwi­schen Äthio­pi­en und den Nach­bar­län­dern schei­nen vor­pro­gram­miert.

Im Großraum der ägyptischen Hauptstadt Kairo leben mehr als 25 Millionen Menschen. Foto: H. Schering

Le­ben­sa­der Nil: Im Großraum von Kai­ro le­ben mehr als 25 Mil­lio­nen Men­schen.

Seit tau­sen­den von Jah­ren trägt der Nil die Was­ser­mas­sen aus dem In­ne­ren  Afri­kas über tau­sen­de Ki­lo­me­ter bis zum Mit­tel­meer. Ent­lang des Stroms sind Hoch­kul­tu­ren ent­stan­den, weil das Was­ser und der Schlamm in­ten­si­ve Land­wirt­schaft mög­lich mach­ten. Der Nil ist auch ein Ver­kehrs­weg, auf dem das Chris­ten­tum schon in sei­ner Früh­zeit und spä­ter auch der Is­lam ins In­ne­re Afri­kas bis nach Su­dan und Äthio­pi­en ge­lang­ten.

Die Po­li­ti­ker in Ägyp­ten wer­den un­ru­hig, wenn es um ih­re Rech­te an den Was­sern des Nils geht. Sch­ließ­lich ist die­ser Fluss seit Jahr­tau­sen­den die Le­ben­sa­der die­ses Lan­des. Oh­ne das Nil­was­ser ist Ägyp­ten so gut wie tot. Aus­lö­ser der jet­zi­gen Un­ru­he ist der Bau des so ge­nann­ten „Re­nais­san­ce“- Stau­damms am Blau­en Nil in Äthio­pi­en. Un­ver­ho­len dro­hen Po­li­ti­ker in Kai­ro mit krie­ge­ri­schen Maß­nah­men, um die Re­gie­rung in Ad­dis Abe­ba von dem Bau­vor­ha­ben ab­zu­brin­gen. Ein ägyp­ti­scher Po­li­ti­ker kam vor lau­fen­den Fern­seh­ka­me­ras so­gar auf die Idee, Agen­ten nach Äthio­pi­en zu schi­cken, die dort An­schlä­ge ver­ü­b­en sol­len.

Sonnenuntergang am Nil

Für den Bau des Dam­mes muss der Lauf des Blau­en Nils in ein künst­li­ches Fluss­bett um­ge­lei­tet wer­den. Be­reits En­de Mai hat­te Äthio­pi­en mit der Um­lei­tung des Flus­ses be­gon­nen. Wenn das Pro­jekt in drei Jah­ren vol­l­en­det ist, sol­len die Tur­bi­nen der neu­en Kraft­wer­ke Strom in der Grö­ße von 6.000 Me­ga­watt lie­fern und die In­du­s­tria­li­sie­rung Äthio­pi­ens vor­an­brin­gen. Die ägyp­ti­sche Re­gie­rung be­fürch­tet, dass sich das äthio­pi­sche Stau­damm­pro­jekt ne­ga­tiv auf den Was­ser­stand des Nils aus­wir­ken könn­te, der für die Wirt­schaft und die Men­schen in Ägyp­ten von grund­le­gen­der Be­deu­tung ist.

Die äthio­pi­schen Be­hör­den zeig­ten sich zwar bis­her nicht zu ei­ner Än­de­rung der Bau­plä­ne be­reit. Sie ver­si­cher­ten aber nach ei­nem Tref­fen der Au­ßen­mi­nis­ter bei­der Län­der, dass die ägyp­ti­schen Sor­gen um die Was­ser­si­che­rung be­rück­sich­tigt wer­den sol­len.

Landschaft am Nil

Zu­neh­men­der Was­ser­ver­brauch

Der Blaue Nil ist ei­ner der wich­ti­gen Qu­ell­flüs­se des Nils. 85 Pro­zent des Was­sers, das in Ägyp­ten an­kommt, stammt aus dem äthio­pi­schen Hoch­land. In Su­dan bei Khar­tum trifft der Blaue Nil auf den Wei­ßen Nil, der aus dem Vik­to­ria-See durch Ugan­da, Süd­s­u­dan und Su­dan nach Nor­den fließt. Der Su­dan woll­te durch das gi­gan­ti­sche Pro­jekt des „Jon­g­lei“-Ka­nals ein­mal da­für sor­gen, dass die Was­ser des Wei­ßen Nils un­ge­hin­dert nach Sü­den flie­ßen kön­nen. Bis heu­te ver­duns­tet mehr als 60 Pro­zent sei­nes Was­sers in den rie­si­gen Sümp­fen des Sudd. Der Ka­nal wür­de al­ler­dings die Sümp­fe tro­cken le­gen und die Le­bens­wei­se der Men­schen dort to­tal ve­r­än­dern. Mit dem Bau wur­de 1980 be­gon­nen, der Ka­nal aber nur zur Hälf­te fer­tig ge­s­tellt. Der Bür­ger­krieg zwi­schen Nord- und Süd­s­u­dan be­en­de­te das Pro­jekt.

Nach An­ga­ben des ägyp­ti­schen Pla­nungs­in­sti­tuts braucht Ägyp­ten bis zum Jahr 2050 jähr­lich 21 Mil­li­ar­den Ku­bik­me­ter Was­ser, mehr als die bis­her be­reits er­for­der­li­chen 55 Mil­lio­nen. Bis da­hin wird die Be­völ­ke­rung in Ägyp­ten und Su­dan um mehr als 50 Pro­zent an­wach­sen. Die Land­wirt­schaft ist in bei­den Län­dern to­tal vom Nil­was­ser ab­hän­gig.

Ko­lo­nia­les Er­be und al­te Rech­te

Schon 1929 hat­ten die bri­ti­schen Ko­lo­nial­her­ren auf Ver­trä­ge ge­drängt, die Ägyp­ten und Su­dan Vor­rech­te auf Nil­was­ser zu­spra­chen auf Kos­ten der für die Bri­ten un­wich­ti­gen An­rai­ner an den Ober­läu­fen des Stroms. Da­ran füh­len sich die heu­te un­ab­hän­gi­gen Staa­ten dort nicht mehr ge­bun­den, sind aber be­reit zu Ver­hand­lun­gen über neue Ver­trä­ge.

Bis­her nut­zen die Län­der am Ober­lauf des Nils kaum sechs Pro­zent des Was­sers. Doch die auch dort wach­sen­de Be­völ­ke­rung wird in Zu­kunft mehr Was­ser ver­brau­chen. Ugan­da hat be­reits ein Elek­tri­zi­täts­werk bei Jin­ja, das fast ganz Ugan­da mit Strom ver­sor­gen kann und baut ei­ne neue Stau­stu­fe mit ei­nem Kraft­werk un­ter­halb der Bu­ja­ga­li-Strom­sch­nel­len des Vik­to­ria-Nils. Tan­sa­nia sc­höpft durch ei­ne 170 Ki­lo­me­ter lan­ge Pi­pe­li­ne Trink­was­ser aus dem Vik­to­ria­see ab. Bu­run­di und Ru­an­da ha­ben ei­ge­ne Plä­ne, auch Ke­nia und Süd­s­u­dan mel­den An­sprüche an. Su­dan bau­te bei Me­ro­we ein Kraft­werk und ver­grö­ß­er­te den Be­reich sei­ner von Be­wäs­se­rung ab­hän­gi­gen Land­wirt­schaft. Die­se Ent­wick­lun­gen ma­chen den Po­li­ti­kern in Ägyp­ten Sor­gen.

Nil in der Nähe des heutigen Assuan-Staudamms
Assuan-Staudamm

Hoff­nung auf kirch­li­che Ver­mitt­lung

Er­war­tun­gen setz­ten man­che in ei­ne „kirch­li­che Mitt­ler­tä­tig­keit“ des kop­tisch-or­tho­do­xen Paps­tes Pa­tri­arch Ta­wa­dros II. zwi­schen Ägyp­ten und Äthio­pi­en im Hin­blick auf das um­s­trit­te­ne äthio­pi­sche Stau­damm­pro­jekt. Doch der äthio­pisch-or­tho­do­xe Pa­tri­arch hat sei­nen ur­sprüng­lich für Ju­ni ge­plan­ten vier­tä­g­i­gen Be­such in Ägyp­ten auf­ge­scho­ben. Wie Be­o­b­ach­ter aus Ägyp­ten be­rich­ten, traf sich Papst Ta­wa­dros II. be­reits im Ju­ni mit kop­ti­schen Po­li­ti­kern zu ei­nem In­for­ma­ti­ons­ge­spräch, bei dem der ge­plan­te Bau des Stau­damms im Mit­tel­punkt stand. An den Ge­sprächen im Klos­ter An­ba Bis­hoy in Wa­di Al-Na­turn in der Nähe von Alex­an­dria, nah­men auch der ehe­ma­li­ge Frem­den­ver­kehrs­mi­nis­ter Mou­nir Fakhry Ab­del-Nour und der Be­ra­ter des ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten Mur­si, Se­mir Mor­cos, teil.

Erfrischungsstand bei Luxor

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen wa­ren be­reits Ge­rüch­te im Hin­blick auf ei­ne Mitt­ler­tä­tig­keit des kop­ti­schen Pa­tri­ar­chen in Um­lauf ge­bracht wor­den, die die Kir­che je­doch de­men­tier­te. Die ägyp­ti­sche Re­gie­rung soll nach Me­di­en­be­rich­ten um ei­ne sol­che Mitt­ler­tä­tig­keit ge­be­ten ha­ben.

Ei­ne un­si­che­re Zu­kunft

Männergruppe in der heißen Mittagszeit

Wie wich­tig der Zu­gang zum Was­ser für das Le­ben der Men­schen in Afri­ka und welt­weit ist, wird am Bei­spiel Ägyp­ten deut­lich. Das Wachs­tum der Be­völ­ke­rung ent­lang des Nils er­höht den Was­ser­ver­brauch. Die jet­zi­gen Nutz­nie­ßer po­chen auf „al­te Rech­te“ und Ver­trä­ge aus der Ko­lo­nial­zeit, die jun­gen afri­ka­ni­schen Staa­ten er­ken­nen sie aber nicht als bin­dend an. Der Kli­ma­wan­del ist ein wei­te­res un­be­re­chen­ba­res Pro­b­lem eben­so wie die un­ge­wis­se po­li­ti­sche Ent­wick­lung.

Erster Nil-Katarakt vor dem Staudamm

 

Zwischen Assuan und dem Zusammenfluss des Weißen Nils und des Blauen Nils im Sudan stellen sich dem Fluss in seinem Mittellauf Sechs natürliche Barrieren aus Granit entgegen, in die er sich nicht so tief eingraben konnte wie auf seinem restlichen Weg. Schon in alter Zeit wurden sie als die sechs Nil-Katarakteflussaufwärts durchnummeriert.

Die Katarakte eins und zwei versanken in den Fluten des Nil-Stausees. Rechts ein altes Bild des ersten Katarakts bei Assuan. Es zeigt, dass Boote, die flussaufwärts wollten, mittels Seilen durch die Stromschnellen gezogen werden mussten.

Nil-Katarakte

Unknown's avatar

Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

Comments are closed.