Gewehrpatrone in Moschee hinterlassen
02052019
Seit dem Anschlag in Christchurch bekommt die Berliner Moschee Briefe mit Beleidigungen – im Wochenrhythmus. Jetzt wurde sogar eine Gewehrpatrone gefunden.

Unbekannte hinterlassen Jagdpatrone in Berliner Moschee
Unbekannte haben am Freitag eine Gewehrpatrone in der Berliner Gazi Osman Paşa Moschee in Neukölln hinterlegt. Die Moschee ist eine Gemeinde der Islamischen Föderation in Berlin. Die Patrone wurde von einem Jugendlichen nach dem Freitagsgebet entdeckt.
Der Vorsitzende der Gemeinde, Ali Şenel, erklärte gegenüber IslamiQ, dass dieser Vorfall kein Einzelfall ist. „Nach dem Anschlag in Christchurcherhalten wir fast jede Woche einen Brief mit Beleidigungen und Beschimpfungen“, erklärt Şenel. In einem der Brief, der dieser Redaktion vorliegt, ist ein Orang-Utan abgebildet, mit der Aufschrift „This is Allah“. Auf anderen Briefen sind ähnliche islamfeindliche Formulierungen.
Die Polizei habe Şenel zunächst mitgeteilt, dass sie aufgrund der Briefe keine Ermittlungen aufnehmen können. Die Briefe enthielten lediglich Beleidigungen und keine Drohungen. Erst auf Beharren von Şenel habe die Polizei die Briefe an die Kriminalpolizei weitergeleitet. „Das ist auch gut so, jetzt wo die Patrone gefunden wurde, wird die Bedrohung immer konkreter“, so Şenel.
Innensenator will Moscheen schützen

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf Muslime in Neuseeland besondere Schutzmaßnahmen in der deutschen Hauptstadt zugesichert. Geisel teilte mit, dass man alles für den Schutz der muslimischen Mitbürger tun werde. „Hass und Gewalt darf nicht zum Spaltpilz unserer offenen Gesellschaft werden“, erklärt Geisel. Die Polizei sei „besonders sensibilisiert“ worden.
Die Maßnahmen „umfassen die sichtbare Präsenz vor Stätten, die zur Ausübung der Religion dienen, vor allen Moscheen“. Punktuell würden auch Zivilpolizisten und Spezialeinheiten im Einsatz sein, so Geisel.

IGMG-Generalsekretär Bekir Altaş sieht die Sicherheitsbehörden in der Pflicht. „Die Polizei ist aufgefordert, die Absender zu finden und der Justiz zu übergeben. Die lückenlose Aufklärung solcher Delikte ist wichtig für das Sicherheitsgefühl der muslimischen Bevölkerung“, erklärt Altaş gegenüber IslamiQ. Die Aufklärungsquote von islamfeindlichen Delikten sei erschreckend niedrig. „Das muss sich ändern“, so der IGMG-Generalsekretär.
813 Übergriffe auf Muslime und Moscheen
Im vergangenen Jahr gab es bundesweit 813 Übergriffe gegen Muslime und Moscheen in Deutschland. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor. Die Bundesregierung verweist darauf, dass durch Nachmeldungen die endgültigen Zahlen noch höher liegen dürften.
Bei fast allen Straftaten gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handelt. Es sei dabei um Nazischmierereien, Drohbriefe, Beleidigungen, Sachbeschädigung und Volksverhetzung gegangen. Über die Höhe des Schadens konnte das Ministerium keine Angaben machen.
Auch in DORTMUND Ramadan-Zelte mit Hakenkreuzen beschmiert
Zelte des alljährlichen „Festi-Ramazan“ wurden mit Hakenkreuzen und Fäkalien beschmiert. Zuvor wurde darüber diskutiert, ob das Festival auch dieses Jahr wieder genehmigt wird.010520191

Festi Ramazan in Dortmund mit Hakenkreuzen beschmiert © Anadolu Images, bearbeitet by iQ.
Das alljährliche Ramadan-Festival, „Festi-Ramazan“ genannt, wurde Diensttagmittag von der Stadt Dortmund genehmigt. Der Veranstalter hat alle Auflagen erfüllt. Überschattet wird diese positive Nachricht für die Veranstalter allerdings durch eine Reihe von Straftaten, die sich in den letzten Tagen auf dem Veranstaltungsgelände ereigneten, wie der WDR berichtete.

Die Ramadan-Zelte wurden mit Hakenkreuzen bemalt und mit Fäkalien beschmiert sowie Wassertanks beschädigt, sodass tausende von Liter verschwendet wurden. Außerdem wurden Banner mit Hakenkreuzen an den Zaun, der das Veranstaltungsgelände umgibt gehängt.
Dortmunds Bürgermeister Ullrich Sierau verurteilt diese Taten. „Wer sich in dieser Weise dort verhält, zeigt, dass er nicht nach Dortmund passt. Wir sind eine Stadt, die für Vielfalt – auch für religiöse Vielfalt steht“, so Sierau.
Das „Festi Ramazan“ ist unter den Dortmunder Anwohnern nicht unumstritten. Immer wieder wurden Bedenken über die Lautstärke und Ruhestörung der Nachbarn geäußert. Denn jedes Jahr lockt das Festival tausende von Muslimen und Interessierten an.
quellen// .islamiq.//anderenmedeinagenturen
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