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Die Schweiz kämpft mit ihrem eigenen “George Floyd”-Fall.

Rassismus/ Politzeigewalt.

A local resident stands in front of a makeshift memorial honouring George Floyd, at the spot where he was taken into custody, in Minneapolis, Minnesota, US, June 1, 2020. — Reuters pic

Ein Anwohner steht vor einem behelfsmäßigen Denkmal zu Ehren von George Floyd, an der Stelle, wo er in Gewahrsam genommen wurde, in Minneapolis, Minnesota, USA, 1. Juni 2020. — Reuters pic

Die Schweiz kämpft mit ihrem eigenen “George Floyd”-Fall.

GENF,– George Floyds schockierender Tod in Polizeigewahrsam in den USA hat in der Schweiz eine verspätete Seelenforschung über den Tod eines Nigerianers vor zwei Jahren in Lausanne unter scheinbar ähnlichen Umständen ausgelöst.

Die Bilder von Floyds letzten qualmigen Momenten haben den Globus umrundet und weltweit massive Proteste ausgelöst.

Der 46-jährige Schwarze starb am 25. Mai in Minneapolis, nachdem ein weißer Offizier, der inzwischen wegen Mordes angeklagt ist, sein Knie fast neun Minuten lang auf den Hals drückte.

Dagegen erregte der Tod von Mike Ben Peter, einem 37-jährigen Nigerianer, im März 2018 in Lausanne jenseits der westschweizer Stadt wenig Aufmerksamkeit, wo er eine kleine Demonstration gegen Polizeigewalt auslöste.

Doch der weltweite Aufschrei über Floyds Tod hat die Schweizer dazu gebracht, ihren eigenen auffallend ähnlichen Fall zu überprüfen.

Folie 2 von 4: Die Teilnehmenden protestierten gegen den Rassismus in der Schweiz.

Ben Peter starb nach einer gewaltsamen Festnahme, nachdem er eine polizeiliche Durchsuchung abgelehnt hatte.

Bei der Begegnung, an der sechs Polizisten beteiligt waren, wurde er nach Angaben des Anwalts seiner Familie, Simon Ntah, am Bauch festgezurrt.

“Enorme Ähnlichkeiten”

“Er wurde in positionaler Asphyxie gehalten”, sagte Ntah der Nachrichtenagentur AFP.

Ben Peter starb wenige Stunden später im Krankenhaus, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte.

Folie 3 von 4: Der Tod des Nigerianers löste eine Welle der Empörung aus.

Der Anwalt sagte, er glaube, dass es “enorme Ähnlichkeiten” mit Floyds Tötung gebe, fügte aber hinzu, dass die Situation wahrscheinlich “ein bisschen ernster im Fall Ben Peter war, aufgrund der Gewalt, die ihm vorausging, auf seinen Bauch fixiert wurde”.

Aber der Hauptunterschied, sagte er, “ist, dass im Fall der USA die Fakten gefilmt wurden und wir so genau sehen können, wie das Knie auf den Hals gelegt wurde.”

Zwei Jahre später wird Ben Peters Tod noch untersucht.

Wenige Stunden nach Floyds Tod wurden Schweizer Mediziner zu ihren Befunden im Fall Ben Peter befragt.

Sie müssen sich vor einem wahrscheinlichen Prozess Ende dieses Jahres oder 2021 weiteren Vernehmungen stellen.

Inmitten der Floyd-Empörung landeten die Aussagen der medizinischen Prüfer und schickten Schockwellen durch die wohlhabende Alpennation.

Führende Zeitungen erklärten, dass “auch die Schweiz ihren George Floyd hat”, während Demonstranten bei Antirassismus-Demonstrationen in mehreren Schweizer Städten die Namen der beiden Männer im Einvernehmen riefen.

Folie 4 von 4: An der Kundgebung gegen institutionellen Rassismus nahmen nach seinem Tod fast tausend Personen teil.

“Kampf um Mike Ben Peter”, stand auf einem der Protestplakate in Lausanne.

Odile Pelet, eine Anwältin, die einen der Polizeibeamten in dem Fall vertritt, weist unterdessen die “Verwechslung” des Sachverhalts in den beiden Fällen zurück und betont, dass die Autopsie formal ausgeschlossen habe, dass Ben Peter an Erstickung gestorben sei.

“Die Bilder von George Floyds Verhaftung zeigen, dass die Situationen absolut nicht vergleichbar sind”, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

“Niemals hat einer der sechs Polizisten Ben Peter das Knie auf den Hals gekniet.”

Die medizinischen Prüfer kamen zu dem Schluss, dass eine Reihe von Faktoren zu seinem Tod beigetragen, einschließlich Stress, Fettleibigkeit und Herzprobleme.

Sie erwähnten auch die Position, in der er gehalten wurde, auf seinem Bauch, räumte sie ein, “aber ohne wirklich bestimmen zu können, welche Rolle es in seinem Tod gespielt haben könnte”.

Jean-Christophe Sauterel, Leiter der regionalen Polizei des Kantons Waadt, wo Lausanne liegt, sagte unterdessen, er könne sich zu einem noch untersuchten Fall nicht äußern.

Ähnlich wie #MeToo

Er betonte aber, dass die Polizei in der Schweiz Druck auf die Arme oder Schultern einer Person ausüben könne, um sie unter Kontrolle zu bringen, aber Druck auf Kopf oder Hals sei “völlig verboten”.

Bei den jüngsten Demonstrationen in der Schweiz gegen Polizeibrutalität und Rassismus war Ben Peter nicht der einzige Name, der neben Floyd genannt wurde.

Folie 1 von 4: Nach Mike Ben Peters Tod kam es in Lausanne zu Kundgebungen.

Demonstranten und Schweizer Medien erinnern sich, dass Herve Manbdundu und Lamine Fatty auch während oder nach Polizeieinsätzen in Waadt in den Jahren 2017 bzw. 2016 starben.

“So wie die #MeToo Bewegung den Weg für sehr, sehr positive Entwicklungen geebnet hat, gibt es heute eine Bewegung der Sensibilisierung, wenn es um Polizeirassismus geht”, sagte Ntah.

Viele Beobachter, darunter Amnesty International, behaupten unterdessen, dass es in der Schweizer Polizei keinen systemischen Rassismus gibt.

Aber “Racial Profiling bleibt leider eine weit verbreitete Polizeipraxis”, sagte Nadia Boehlen, eine Sprecherin des Schweizer Chapters von Amnesty, der Nachrichtenagentur AFP.

Frederic Maillard, ein Analytiker der Polizeipraxis, sagte auch, dass die Schweiz kein Problem mit “rassistischen und gewalttätigen Polizisten” habe, und wies darauf hin, dass die Hierarchie einen “gemessenen” Ansatz erfordere.

Er warnte jedoch, wie auch anderswo, die Polizei sei dazu neigen, das schlechte Verhalten der Kollegen abzudecken, und “es gibt zu wenig Verhaltenstraining, um Missbrauch und Exzesse vor Ort zu verhindern”.

Quellen//Malaymail/ AFP/ Medienagenturen./pic20minuten

Author: Nilzeitung

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