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Warum Sie Fotos Ihrer Kinder nicht unbedacht im Internet veröffentlichen sollten.

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Warum Sie Fotos Ihrer Kinder nicht unbedacht im Internet veröffentlichen sollten.

Sharenting:Trend mit Risikopotenzial.

Die neuen Medien sind mittlerweile fester Bestandteil unseres Lebens. Auch viele Eltern nutzen sie mit Begeisterung und sorgen so dafür, dass ihre Kinder schon lange vor ihrem ersten Milchzahn einen digitalen Fußabdruck haben. Der beginnt manchmal sogar bereits vor der Geburt, wenn voller Vorfreude gleich das erste Ultraschallfoto auf Facebook hochgeladen wird. Zweifellos sind Schwangerschaft, Babyjahre und Kleinkindalter eine wundervolle Zeit, die wir mit Familie und Freunden teilen möchten. Wichtig dabei ist allerdings ein gewisses Augenmaß. Manche Eltern übertreiben es im Überschwang der Gefühle und geben viel zu viel von ihrem Nachwuchs preis. Dieses sogenannte Sharenting birgt wie jede Nutzung (oder übermäßige Nutzung) der sozialen Netzwerke Risiken, die Sie sich bewusstmachen sollten.

Warum Kinderfotos im Netz gefährlich sein können

Ganz grundsätzlich galt für Eltern schon immer, bei der Veröffentlichung von Kinderfotos im Internet vorsichtig zu sein und gewisse Faktoren zu beachten. Mit der Einführung der sozialen Netzwerke haben sich dabei vor allem zwei Dinge geändert: Zum einen sind die sozialen Netzwerke allgegenwärtig. Sie lassen sich nicht ignorieren und auch eine Pausetaste gibt es nicht. Zum anderen lässt sich einmal Gepostetes nur sehr schwer wieder löschen. Sobald ein Bild Ihres Kindes mehrmals gelikt oder geteilt wurde, kann es schon um die halbe Welt gereist sein. Menschen, die Sie überhaupt nicht kennen, haben es gesehen und vielleicht auch heruntergeladen. Ist es erst auf einer fremden Festplatte, ist es für Sie unerreichbar.

Auch wenn Ihre Kinder längst erwachsen und für sich selbst verantwortlich sind, können Kinderfotos noch unangenehme Nachwirkungen haben. Zwar ist das Phänomen aktuell noch relativ neu, aber bereits heute gibt es Anzeichen dafür, dass Eltern durch einen zu freizügigen Umgang mit sensiblen Kinderdaten wie dem vollständigen Namen, Geburtsdatum und Geburtsort in Kombination mit Fotos Identitätsdiebstahl Tür und Tor öffnen. Das US-Magazin The New Yorker führte in einem Bericht Studien an, laut denen Sharenting bis 2030 für nahezu zwei Drittel aller Identitätsdiebstähle verantwortlich sein wird, mit denen heutige Kleinkinder als Erwachsene konfrontiert sein werden.

Datenschutzrisiken und rechtliche Probleme

Babys können per definitionem selbst keine informierte Einwilligung zur Vervielfältigung oder Weitergabe eines Fotos geben. Dennoch kann eine Weitergabe datenschutzrechtlich problematisch sein, insbesondere mit Blick auf das spätere Leben Ihres Kindes. In einigen Rechtssystemen haben Kinder das Recht am eigenen Bild, beispielsweise in Frankreich und Deutschland. Die Eltern sind hier nur Rechteverwalter.

In den USA sind die Gesetze weniger eindeutig, aber auch hier gibt es beim Teilen in den sozialen Netzwerken rechtliche Risiken. Schlagzeilen machte hier ein Extremfall: Die Inhalte im YouTube-Kanal „DaddyOFive“ wurden als Missbrauchsbeweise gegen die Eltern angeführt, die den Kanal betrieben, und zwei der Kinder wurden in einer Notbetreuung untergebracht. Dabei machten die Anwälte deutlich, dass sie nicht nur die in den Videos zu sehenden Handlungen der Eltern als Missbrauch einstuften, sondern auch die Art, wie die Videos online geteilt wurden.

Sobald Ihre Kinder alt genug sind, die Funktionsweise sozialer Netzwerke zu verstehen, sollten Sie sie vor dem Posten von Bildern um Erlaubnis fragen. Das ist nicht nur eine Frage des Respekts vor ihrer Privatsphäre – sie lernen dadurch auch, wie sie sich online verhalten sollten. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern, welche Fotos gepostet werden und wer sie sehen darf, und lassen Sie die Kinder die Posts selbst verfassen. Damit können Sie sie gleich spielerisch in die sozialen Netzwerke einführen. Außerdem bekommen die Kinder dabei ein Gefühl für die Sicherheitsrisiken von Bildern im Internet, lange bevor sie ihr eigenes Konto bei Facebook, Snapchat oder Instagram einrichten.

Die Gefahren von Kinderfotos in den sozialen Netzwerken

Ihre Kinder sollten ihre ersten Schritte im Internet in einer geschützten Umgebung machen. Dafür sorgt Kaspersky Safe Kids 2020. Mit den Kontrollfunktionen unserer Lösung können Sie sicherstellen, dass Ihre Kinder nur Websites und Inhalte sehen, die für sie angemessen sind.

Fotos anderer Kinder sollten Sie niemals ohne die Einwilligung der Eltern ins Internet stellen. Ob Bilder vom letzten Fußballspiel oder der Übernachtungsparty am Wochenende: Fragen Sie die Eltern der abgebildeten Kinder immer zuerst, ob sie mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Wenn andere Benutzer Fotos Ihrer Kinder auf Facebook teilen und Sie das nicht möchten, können Sie die Löschung der Bilder verlangen, solange ihre Kinder noch nicht 13 sind. (Ab diesem Alter dürfen sie ihr eigenes Facebook-Konto eröffnen.)

Schulen, Sportvereine und andere Jugendorganisationen sollten eigene Richtlinien für den Umgang mit sozialen Netzwerken haben und Sie immer um Einwilligung bitten, bevor sie Fotos Ihrer Kinder veröffentlichen. Vermeiden Sie dabei pauschale Einwilligungen und geben Sie Ihre Zustimmung grundsätzlich immer nur für die Bilder der betreffenden Veranstaltung.

Haben Sie beim Fotografen professionelle Porträts Ihrer Kinder anfertigen lassen, sollten Sie nachfragen, ob Sie die Bilder privat weitergeben dürfen. Einige Fotografen haben eigene sichere Plattformen eingerichtet, bei denen sich Familie und Freunde anmelden können, um die Fotos zu sehen.

Sicherheitstipps für Kinderfotos im Netz

Angesichts all dieser Risiken stellt sich die Frage, ob es überhaupt sicher ist, Kinderfotos ins Internet zu stellen. Einige Eltern entscheiden sich bewusst gegen die sozialen Netzwerke und teilen niemals Bilder ihrer Sprösslinge. Wenn Sie trotz allem Fotos Ihrer Kinder teilen möchten, können Sie einiges tun, um in den sozialen Netzwerken sicherer zu sein und das Sharenting-Risiko möglichst gering zu halten.

Prüfen Sie die Einstellungen Ihrer Konten in den sozialen Netzwerken. Legen Sie fest, dass nur Ihre Freunde Ihre Beiträge sehen können und dass nur Sie selbst sie teilen können.

Reden Sie mit Ihren Freunden und Ihrer Familie über das Thema Privatsphäre. Bitten Sie sie ausdrücklich, Ihre Bilder nicht unbedacht zu teilen.

Gehen Sie Ihre Freundesliste durch und entfernen Sie alle, denen Sie nicht nahestehen. Flüchtige Urlaubsbekanntschaften, Freunde von Freunden und Menschen, die Sie nur aus reiner Höflichkeit hinzugefügt haben, sind ein Sicherheitsrisiko, wenn Sie Bilder von Ihren Kindern posten.

Deaktivieren Sie die Metadaten (EXIF-Daten) in Ihren Fotos und auch die Geotagging-Funktion. Dann kann niemand aus den Metadaten der Bilder den Standort Ihrer Kinder ableiten. Manche Plattformen entfernen die EXIF-Daten auch aus Fotos. 

Hier erfahren Sie mehr über EXIF-Daten.

Posten Sie keine Informationen, anhand derer sich Ihre Kinder identifizieren lassen. Dazu gehören beispielsweise ihr vollständiger Name, ihr Geburtsdatum oder ihre Schule. Spitznamen oder Beschreibungen sind ein guter Schutz für die Identität Ihres Nachwuchses. Ob „mein kleiner Schatz“, „meine Prinzessin“ oder „unser Flummi“ – solche Kosenamen verraten Fremden absolut gar nichts.

Posten Sie keine Bilder, auf denen Ihr Kind vollkommen oder teilweise nackt ist. Wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel bei einem Bild haben: Veröffentlichen Sie es nicht.

Achten Sie darauf, dass auf den Fotos keine Straßennamen oder Hausnummern zu erkennen sind, die den Wohnort Ihres Kindes verraten. Auch auf die Schule, die Ihr Kind besucht, sollte auf online veröffentlichten Bildern nichts hindeuten – insbesondere, wenn das Kind noch klein ist.

Nun wissen wir also: Die Veröffentlichung von Kinderbildern auf Facebook oder Instagram kann riskant sein. Es gibt aber auch eine ganze Reihe sichererer Plattformen. WhatsApp beispielsweise schützt Ihre Daten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor Hackern, sodass Sie Fotos hier unbesorgt mit ausgesuchten Freunden teilen können. Sie können auch ein privates Flickr-Album einrichten, auf das nur eingeladene Benutzer Zugriff haben.

Steigender Beliebtheit bei vorsichtigen Eltern erfreut sich Tinybeans – eine Plattform, in der Sie eine private Gruppe einrichten und Ihre Fotos wie in einem virtuellen Babybuch präsentieren können. Tinybeans wurde 2012 gegründet und hat heute mehr als 3 Millionen Benutzer, die seine starken Sicherheitsfunktionen ebenso zu schätzen wissen wie die Tatsache, dass nur eingeladene Freunde und Familienmitglieder ihre Beiträge sehen können.

Sicherheitstipps für Babyfotos im Netz

Fazit

Wahrscheinlich sind Sie wie die meisten Menschen und nutzen die sozialen Netzwerke eher spontan. Sie sehen etwas, machen ein Foto und posten es. Fertig. Sofort können alle Ihre Freunde den Beitrag sehen.

Sobald es um Ihre Kinder geht, sollten Sie sich jedoch bewusst Zeit zum Nachdenken nehmen. Was wird Ihr Nachwuchs in zehn Jahren davon halten, dass dieses Foto online ist? Wird er wütend sein oder sich dafür schämen? Wäre es problematisch, wenn in 20 Jahren ein potenzieller Arbeitgeber bei einer Online-Suche darauf stößt?

Vergessen Sie nie: Mit jedem Post vergrößern Sie den digitalen Fußabdruck Ihrer Kinder. In der zunehmend vernetzten Welt von heute ist das eine enorme Verantwortung, fast auf einer Stufe mit einer guten Ausbildung und einer guten Erziehung. Ein digitaler Fußabdruck, der Ihrem Kind nicht peinlich sein muss, ist ein Gebot der Elternpflicht und ein Liebesbeweis zugleich.

Quelle// kaspersky.de

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Author: Nilzeitung

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