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Tausende Tiere werden für tot befürchtet, nachdem am Dienstag in einer der größten deutschen Schweinefarmen in AltTellin ein Lauffeuer ausgebrochen ist.

Großbrand in der Schweinezuchtanlage in Alt Tellin bei Jarmen

Der Großbrand am 30. März in der Mega-Schweinezucht von Alt Tellin hat die Kritik an der sogenannten Massentierhaltung aufflammen lassen. Zehntausende Tiere sind in dem Inferno verbrannt.von Norbert Lehmann, agrarheute

Großbrand Zehntausende Schweine sterben bei Großbrand in Alt Tellin

Einen Tag nach dem Großbrand in der riesigen Schweinezuchtanlage in Alt Tellin, Vorpommern-Greifswald, ist die Brandursache noch unklar. Wie ein Polizeisprecher der Polizei am Mittwochmorgen sagte, ist die fast völlig zerstörte Anlage in Mecklenburg-Vorpommern vorerst für Ermittlungen beschlagnahmt und gesperrt worden. Ein Brandgutachter soll das Gelände der Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland Holding (LFD) untersuchen.

Laut Schweriner Agrarministerium standen in der Schweinezuchtanlage rund 50.000 Ferkel und 9.000 Sauen. Gerettet wurden bei dem verheerenden Großbrand in Alt Tellin nach Angaben des Landkreises nur 1.500 Tiere, sodass mehrere zehntausend Schweine in den Flammen umkamen. Die genaue Zahl ist unbekannt. Ein Mitarbeiter des Unternehmens wurde leicht verletzt.

Feuer in Schweinezuchtanlage: mehrere Millionen Euro Schaden

Verrußte Schweine
© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Stefan Sauer Beim Großbrand in der Schweinezuchtanlage in Alt Tellin sind gestern (30.3.) mehrere zehntausend Schweine umgekommen. Die Rettungskräfte konnten nur etwa 1.500 Tiere rechtzeitig aus den brennenden Ställen führen.

Das Feuer in Alt Tellin bei Jarmen war am Dienstagmorgen ausgebrochen und hat fast die komplette Stallanlage zerstört. Wie ein Sprecher der Feuerwehr erläuterte, waren beim Anrücken der Rettungskräfte vier Stallanlagen von je 90 Meter Länge bereits im Vollbrand. Über die Lüftungsschächte und andere Anlagen griffen die Flammen nach und nach auf fast alle der etwa 18 Schweineställe über. Aus polizeilicher Sicht bestand zu Beginn der Einsatzmaßnahmen das Problem, dass sich viele Schaulustige im Umfeld des Brandortes aufhielten.

Die Löscharbeiten mussten darauf konzentriert werden, die nahestehende Biogasanlage zu kühlen. Rund 75 Feuerwehrleute konnten verhindern, dass das Feuer auf die Biogasanlage und Futtersilos übergriff.

Der Betrieb in Alt Tellin bei Jarmen war 2011 für rund 20 Millionen Euro gebaut worden. Experten schätzen den Schaden durch das Feuer in der Schweinemastanlage auf mehrere Millionen Euro.

Die LFD Holding betreibt in Deutschland elf Stallanlagen mit 55.000 Sauen

Betreiber der Schweinezuchtanlage ist die LFD Holding, die als einer der größten deutschen Schweinezuchtbetriebe gilt. Sie war 2020 von der Schweizer Terra Grundwerte AG übernommen worden. Zur LFD gehören nach eigenen Angaben 11 Anlagen mit 400 Mitarbeitern und rund 55.000 Sauen in Ställen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Sachsen und Bayern. 

Die LFD war 2015 aus dem niederländischen Familienunternehmen des Züchters Adrian Straathof hervorgegangen, gegen den ein Landkreis in Sachsen-Anhalt wegen Tierschutz-Verstößen ein Tierhaltungsverbot verhängt hatte. Gegen die Unternehmen der damaligen Straathof-Gruppe hatte es in mehreren Bundesländern Proteste gegeben. 

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Backhaus: Große Anlagen ohne Flächenbindung nicht genehmigen

Der Großbrand der riesigen Stallanlage löste umgehend erregte Diskussionen in den sozialen Netzwerken aus. Die Kritik richtete sich gegen extrem große Tierhaltungen, aber auch die Landwirtschaft insgesamt und die Politik der Bundesregierung.

Auch die Landespolitik griff das Brandunglück auf. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus sprach von einer Tragödie. Man könne sich das Tierleid bei einem solchen Brand nicht vorstellen. All jene, die damals gegen den Bau dieser „Ferkel-Fabrik“ protestiert hätten, würden sich nun im Recht sehen, stellte Backhaus fest.

Nach Ansicht des SPD-Politikers passen solche Anlagen nicht in eine Zeit, in der Menschen wollten, dass Nutztiere besser behandelt würden. Backhaus kündigte an, er werde sich weiter dafür einsetzen, dass ohne Flächenbindung keine derartigen Anlagen mehr genehmigt werden könnten.

Kritik am Brandschutzkonzept

Die Spitzenkandidatin der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern für die Landtagswahl am 26. September, Anne Shepley, forderte, Schweinemastanlagen in dieser Größenordnung generell zu verbieten. Für alle anderen Anlagen müsse die Landesbauordnung schnellstmöglich nachgebessert werden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Mecklenburg-Vorpommern beklagte den völlig unzureichenden Brandschutz in der Megastallanlage. Nach eigenen Angaben hatte der Verband das Brandschutzkonzept bereits bei der Planung scharf kritisiert. Der BUND sieht im Fehlen von Brandschutzeinrichtungen ein eklatantes Problem großer Tierhaltungen.

Quellen/dpa/https://www.agrarheute.com/

Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

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