Demonstranten besetzen umstrittene deutsche Kohlengrube.
Sonntag, 02. Februar 2020, 20:14 Uhr
Klimaaktivisten von Ende Gelaende blockieren die Infrastruktur von Unipers Kohlekraftwerk ‘Datteln 4’ in Datteln, Deutschland, 2. Februar 2020. – Reuters pic
Mehr als 100 Demonstranten hätten den Standort des Kohlekraftwerks Datteln 4 in Westdeutschland betreten, teilte die Polizei mit.
Die Organisatoren, eine Protestgruppe namens Ende Gelaende, gaben die Zahl auf 150 an.
Die Gruppe sagte in einer Erklärung, dass ihre Aktivisten “entscheidende Infrastruktur blockieren”.
“Ihre Aktion des zivilen Ungehorsams ist ein Protest gegen das Kohlengesetz der Bundesregierung”, sagten sie.
Am Mittwoch unterzeichneten die Minister einen 202-seitigen Gesetzesentwurf – unter dem klobigen deutschen Titel „Kohleverstromungsbeendigungsgesetz“ -, der bis spätestens 2038 den Ausstieg aus der Kohle vorsieht. Bis dahin sollten alle Kohlekraftwerke und Kohlebergwerke in Deutschland geschlossen sein inaktiv.
Laut Umweltschützern ist das Gesetz jedoch zu spät.
Die Stilllegung der Anlage soll am 31. Dezember dieses Jahres beginnen. Eine Mine soll in Garzweiler westlich von Köln geschlossen werden.
Nach Ansicht der Regierung ist es sinnvoller, alte und umweltschädlichere Anlagen zu schließen, als die Eröffnung von Datteln 4 zu verschrotten.
“Das Gesetz ist eine Katastrophe”, sagte Kathrin Henneberger, Sprecherin von Ende Gelaende. “Wir können 18 Jahre lang keine Kohle mehr verbrennen.”
In einem Plan, der im vergangenen Monat verabschiedet wurde, hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 55 Prozent zu senken, obwohl die Klimaziele für 2020 voraussichtlich verfehlt werden.
Berlin hat versprochen, 4,35 Milliarden Euro bereitzustellen, um den Kohlekraftwerksbetreibern dabei zu helfen, die Stillstandskosten auszugleichen und den Kohleabbau zu unterstützen.
Die Beschäftigten des Sektors erhalten ebenfalls Unterstützung, während bis 2038 40 Milliarden Euro für Bergbauregionen vorgesehen sind.
Im November blockierten Aktivisten Kohlebergwerke im ostdeutschen Lausitzer Becken und Ende Gelaende plant im August weitere Proteste in Braunkohlebergwerken im Westen des Landes.
Die Anti-Kohle-Bewegung gewinnt in Deutschland an Unterstützung, seit die Entscheidung von 2011, Atomenergie zu verschrotten, zu einer verstärkten Abhängigkeit von Kohle geführt hat. – AFP
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