nz

Online Zeitung

Zwangsadoption: Muslimische Mutter gewinnt Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Maria Abdi Ibrahim

17. DEZ. 2021 

Muslimische Mutter gewinnt Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Zwangsadoption ihres Sohns

Straßburg,-Eine muslimische Frau aus Somalia errang einen wichtigen Sieg für Muslime in Europa, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden hatte, dass die norwegischen Behörden die Rechte der Frauen verletzten, als sie ihren Sohn aus ihrer Obhut entzogen und an eine christliche Familie übergaben.

“Wir sind mit diesem einstimmigen Urteil des Gerichts sehr zufrieden”, sagte Anna Lubin, Rechtsanwältin von Maria Abdi Ibrahim.
Die Entscheidung beendete eine Klage von Maria Ibrahim, die vor elf Jahren als Flüchtling vor dem somalischen Bürgerkrieg nach Norwegen kam.

Als ihr Sohn 10 Monate alt war, entzog ihn die norwegische Kinderhilfe wegen Vernachlässigung und Missbrauchs aus der Obhut seiner Mutter. Er wurde von einem norwegischen Ehepaar adoptiert, das der Evangelischen Missionskirche angehört und alle Verbindungen zu seiner leiblichen Mutter abgebrochen hat.

Nachdem alle Versuche, das Recht auf Erziehung ihres Kindes zu verteidigen, gescheitert waren, beantragte die 28-jährige Frau, ihn in eine andere somalische oder muslimische Familie zu verlegen, doch das norwegische Gericht lehnte ihren Antrag ab. Ibrahim wollte, dass sein Sohn mit seinem somalischen Erbe und seinem muslimischen Glauben verbunden bleibt.

In seinem Urteil vom Freitag stellte das Straßburger Gericht fest, dass die norwegischen Behörden den religiösen und kulturellen Hintergrund des Jungen nicht berücksichtigten. “Die Vergleiche … haben dem Interesse der Klägerin, zumindest einige Bezüge zu ihrer kulturellen und religiösen Herkunft zu erhalten, nicht gebührend Rechnung getragen”, schrieb eine 17-köpfige Jury,

Das Gericht verurteilte Oslo, der Frau 30.000 Euro Schadensersatz zu zahlen.

Quelle/Mundoislam

KURZINFO ZUM EUROPÄISCHER GERICHTSHOF FÜR MENSCHENRECHTE

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Der Europäische Gerichtshof hat seinen Sitz in Straßburg, er versteht sich als Einrichtung des Europarates (nicht der Europäischen Union) und soll die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention überwachen. So hat jede Person, jeder Mitgliedsstaat, der von sich behauptet, Opfer einer gegen die Konventionen verstoßenden Angelegenheit zu sein, die Möglichkeit bei dem Gerichtshof in Straßburg Beschwerde einzulegen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechtsfragen versteht sich als öffentlich und kontradiktorisch. Kontradiktorisch heißt, dass in dem Verfahren zwei entgegengesetzte Interessen verhandelt werden. Grundsätzlich sind die vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechtsfragen durchgeführten Verfahren öffentlich.

In aller Regel benötigt der Beschwerdeführer eine anwaltliche Vertretung. Es ist empfohlen, sich bei Rechtsproblemen, die eine Verletzung der Menschenrechte beinhalten, durch einen fachkundigen Anwalt vertreten zu lassen wie beispielsweise durch einen Anwalt für Menschenrechte. Bei Verhandlungen oder einer Entscheidung, welche die Beschwerde für zulässig erklärt, ist eine solche anwaltliche Vertretung sogar unabdingbar. Beschwerdeführer, welche keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung haben, können Gebrauch von dem Prozesskostenhilfesystem des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte machen.

Aufgabenfeld des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte

Die Europäische Menschenrechtskonvention, die der Gerichtshof überwacht, fand ihre Anfänge am 04. November 1950 in Rom, als sie vom Europarat verabschiedet wurde. Sie war eine direkte Antwort auf die Greul des 2. Weltkrieges. Die Umsetzung der Konvention ist zur Bedingung für die Mitgliedsstaaten und Neuzugänger der Union geworden. So sind zu beachten beispielsweise als erster Artikel die Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte, weiter das Recht auf Leben, das Verbot der Folter, das Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit.

Das Recht auf Freiheit und Sicherheit werden genauso definiert wie das Recht auf ein faires Verfahren. Es gilt der Grundsatz, dass es keine Strafe ohne entsprechendes Gesetz geben darf, es gilt das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, der Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, der Freiheit der Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Eheschließung sowie das Recht auf wirksame Beschwerde und ein Diskriminierungsverbot.

Author: Nilzeitung

Danke für ihren Besuch.!!"dieser Seite im Aufbau". Es stimmt, dass es keine Freiheit ohne Pressefreiheit gibt. Wahrer Frieden des Journalismus ist eine der Säulen der Demokratie (Salah El-Nemr) se/nz.

Comments are closed.