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Papst legt Merkel aus Versehen Putin-Zitat zu Afghanistan in den Mund.

Der Papst aber lobte in einem am Mittwoch gesendeten Interview des spanischen Radiosenders Cope die “Weisheit” der Worte “dieser Frau” während ihres Moskau-Besuchs vor eineinhalb Wochen.© imago images/ZUMA Wire/Evandro Inetti via http://www.imago-images.deAktualisiert am 01.09.2021, 15:37 Uhr

Der russische Präsident wirft dem Westen schon länger Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder vor.

Rom,-Papst Franziskus hat Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Interventionspolitik des Westens in Afghanistan irrtümlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugeschrieben.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche bezeichnete Merkel als eine “der großen Persönlichkeiten der internationalen Politik” und zitierte sie dann mit diesem Satz: “Es ist notwendig, der unverantwortlichen Politik des Eingreifens von außen und des Aufbaus der Demokratie in anderen Ländern unter Ignorierung der Traditionen der Völker ein Ende zu setzen.”about:blank

Zwar hat auch Merkel angesichts des Afghanistan-Debakels betont, dass international darüber beraten und künftig gut abgewogen werden müsse, wo man sich einsetzt – das vom Papst genannte Zitat ist aber die Position Putins, der dem Westen schon länger Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder vorwirft.

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS/Alexander Zemlianichenko

Papst lobt “Weisheit” von Merkel

Der Papst aber lobte in einem am Mittwoch gesendeten Interview des spanischen Radiosenders Cope die “Weisheit” der Worte “dieser Frau” während ihres Moskau-Besuchs vor eineinhalb Wochen. Der Vatikan reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zu der Äußerung des 84-jährigen Argentiniers.

Es ist das erste Interview von Franziskus nach seinem Aufenthalt in der Poliklinik Agostino Gemelli in Rom Anfang Juli. Ärzte hatten bei dem geplanten Eingriff einen Teil seines Darms entfernt, weil er eine Krankheit hatte, die mitunter starke Bauchschmerzen verursachen kann.

Quelle/dpa/msc/© dpa


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Kanada: Unabhängige UN-Experten fordern „umfassende Untersuchungen“ zum Massengrab an indigener Schule

Unsplash/ David ShoykhetSchulbänke und Stühle in einem Klassenzimmer. (Datei)    4. Juni 2021Menschenrechte

Kanada: Unabhängige UN-Experten fordern „umfassende Untersuchungen“ zum Massengrab an indigener Schule.

Menschenrechte,-Unabhängige UN-Menschenrechtsexperten forderten am Freitag die kanadischen Behörden und den Heiligen Stuhl der Katholischen Kirche auf, umgehend „umfassende Untersuchungen“ in einem in British Columbia gefundenen Massengrab mit den Überresten von über 200 Kindern in einem Wohnheim für indigene Schüler durchzuführen die gewaltsam aus ihren Häusern geholt worden waren.

Sie forderten die Behörden auf, „die Umstände und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit diesen Todesfällen zu untersuchen, einschließlich forensischer Untersuchungen der gefundenen Überreste, und mit der Identifizierung und Registrierung der vermissten Kinder fortzufahren“.  

„Die Justiz sollte strafrechtliche Ermittlungen zu allen verdächtigen Todesfällen und Vorwürfen von Folter und sexueller Gewalt gegen Kinder, die in Internaten untergebracht sind, durchführen und die Täter und Verstecker, die möglicherweise noch leben, strafrechtlich verfolgen und sanktionieren“, so die Experten. 

Offensichtliche Missbräuche 

Die Überreste der Kinder wurden in der Kamloops Indian Residential School gefunden, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre von der katholischen Kirche betrieben, dann von der Bundesregierung übernommen und in den 1970er Jahren geschlossen wurde.  

Es war Teil des indigenen Internatsschulsystems, das zwischen 1831 und 1996 über 150.000 Kinder in 130 Schulen beherbergte – viele davon unter Leitung der katholischen Kirche oder der kanadischen Regierung. 

Der Bericht der kanadischen Wahrheits- und Versöhnungskommission aus dem Jahr 2015 stellte fest, dass Kinder der Ureinwohner Missbrauch, Unterernährung und Vergewaltigung ausgesetzt waren und dass mindestens 4.000 an diesen Schulen an Krankheiten, Vernachlässigung, Unfällen oder Missbrauch starben. 

„Menschenrechtsverletzungen in großem Ausmaß wurden gegen Kinder indigener Gemeinschaften begangen, es ist unvorstellbar, dass Kanada und der Heilige Stuhl solche abscheulichen Verbrechen unberücksichtigt lassen und ohne vollständige Wiedergutmachung“, sagten die UN-Experten. 

Außerdem forderten sie die Regierung auf, die Empfehlungen des Berichts 2015 vollständig umzusetzen.  

„Viel zu viele Jahre warten Opfer und ihre Familien auf Gerechtigkeit und Abhilfe. Rechenschaftspflicht, umfassende Wahrheit und volle Wiedergutmachung müssen dringend angestrebt werden“, unterstrichen die Menschenrechtsexperten. 

Andere Schulen 

Unter Hinweis auf das Recht der Opfer, das volle Ausmaß der Wahrheit über die erlittenen Verstöße zu erfahren, forderten die UN-Experten die Regierung auf, ähnliche Untersuchungen in „allen anderen indigenen Internaten des Landes“ durchzuführen. 

Sie forderten die katholische Kirche auch auf, „den Justizbehörden uneingeschränkten Zugang zu den Archiven der von der Einrichtung betriebenen Internatsschulen zu gewähren, unverzüglich und gründlich interne und gerichtliche Untersuchungen dieser Vorwürfe durchzuführen und die Ergebnisse dieser Untersuchungen öffentlich bekannt zu geben“. 

Die Experten standen bezüglich der Institutionen in Kontakt mit Kanada und dem Heiligen Stuhl. 

Klicken Sie hier für die Namen der UN-Experten. https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=27141&LangID=E

Unabhängige UN-Experten werden vom Genfer UN -Menschenrechtsrat ernannt , um ein bestimmtes Menschenrechts Thema oder eine Ländersituation zu untersuchen und darüber Bericht zu erstatten. Sie sind weder UN-Mitarbeiter noch werden sie für ihre Arbeit bezahlt.

Quelle/unnews/ohchr.org