München, 22. Oktober 2021 Sicherstellung am Münchner Airport
München-Zoll,-Rund 50.000 Euro, versteckt in Schokoladenpackungen, haben Zollbeamte im Reisegepäck einer 54-jährigen Geschäftsfrau entdeckt.
Bei der Röntgenkontrolle des Reisegepäcks eines Fluges aus Barcelona haben Zöllner ein auffälliges Röntgenbild festgestellt. Beim Öffnen des Koffers kamen mehrere Schokoladenpackungen zum Vorschein, die einen Unterschied bei der Festigkeit aufwiesen.
Nachdem die Schokoladenpackungen geöffnet wurden, kamen rund 50.000 Euro zum Vorschein.
“Die Geschäftsfrau machte keine nachvollziehbaren Angaben, warum sie das Geld versteckt hat”, so Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München.
Zollkontrolle am Flughafen: Täglich kommen am Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München rund 50.000 Reisende aus aller Welt an. In den Koffern: jede Menge Mitbringsel. Goldschmuck, Lebensmittel, Elektronikartikel, gefälschte …
Es wurde ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet und das komplette Geld sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt München.
Nachfolgend finden Sie die Zollbestimmungen für die Einfuhr von Bargeld aus EU-Ländern
Barmittel Wenn Sie mit Barmitteln und gleichgestellten Zahlungsmitteln im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr innerhalb der EU reisen, müssen Sie diesen Betrag den Kontrolleinheiten des Zolls auf Befragen mündlich anzeigen.
Diebe stehlen 60.000 Kaki aus dem Obstgarten von Gifu Japans
Japan,-Die Polizei der Präfektur Gifu untersucht letzte Woche den Diebstahl von 60.000 Kaki aus einem Obstgarten.
Die hochwertigen Fuyu-Kakis, die von etwa 400 Bäumen gestohlen wurden, waren insgesamt rund 3 Millionen Yen wert, zitierte Sankei Shimbun die Polizei.
Der 63-jährige Züchter rief die Polizei an, um den Diebstahl am 18. Oktober zu melden. Er sagte den lokalen Medien, dass er seinen Obstgarten zuletzt am 11. Oktober inspiziert habe und nicht weiß, wann die Früchte gestohlen wurden.
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Die Polizei sagte, die Äste der Bäume seien sauber abgeschnitten worden und glauben, dass die Früchte über mehrere Nächte gestohlen wurden.
Die National Police Agency sagt, dass es im vergangenen Jahr in mehreren Präfekturen einen Anstieg unaufgeklärter Diebstähle von Premium-Obst gegeben hat, darunter Kirschen in Yamagata, Äpfel in Iwate und Birnen in Saitama.
World Vision/Guy Vital-HerneHaiti erholt sich von einer Reihe von Krisen, darunter ein Erdbeben, das das Land im August 2021 heimgesucht hat. 22. Oktober 2021Menschenrechte
UNICEF schlägt Alarm wegen Entführungen von Frauen und Kindern in Haiti
Die Zahl der bis Ende August in Haiti entführten Kinder und Frauen habe die Gesamtzahl des Vorjahres bereits übertroffen, warnte das UN-Kinderhilfswerk ( UNICEF ) an diesem Donnerstag.
Laut dem UNICEF- Regionaldirektor für Lateinamerika und die Karibik, Jean Gough, ist “in Haiti nirgendwo mehr sicher für Kinder”.
„Ob auf dem Weg zur Schule, zu Hause oder sogar in der Kirche, Mädchen und Jungen laufen Gefahr, überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit entführt zu werden. Das ist der schlimmste Albtraum aller Eltern”, erklärte sie.
UNICEF schätzt auf der Grundlage offizieller Quellen, dass in den ersten acht Monaten dieses Jahres 71 Frauen und 30 Kinder entführt wurden , gegenüber 59 Frauen und 37 Kindern im letzten Jahr.
Die Zahl entspricht einem Drittel der 455 gemeldeten Entführungen. Die meisten Entführungen finden in der Hauptstadt Port-au-Prince statt, und die meisten Entführten sind Haitianer.
Anstieg der Gewalt
Seit Juni haben Bandengewalt in der Region mindestens 19.000 Menschen vertrieben und 1,5 Millionen betroffen.
„Kriminelle Banden benutzen Kinder als Verhandlungsmasse und verdienen Geld mit der Liebe der Eltern für ihre Kinder“, sagte Frau Gough. „Inmitten weit verbreiteter Armut und grassierender Kriminalität sind Kindesentführungen zu einem lukrativen Geschäft geworden. Das ist abscheulich.“
Laut Nachrichtenberichten hat das Center for Analysis and Research in Human Rights, eine in Haiti ansässige NGO, in diesem Jahr fast 800 Entführungen im Land gemeldet. Allein in der ersten Oktoberhälfte wurden 119 Menschen entführt.
Erst letztes Wochenende wurden 17 Missionare aus den USA und Kanada entführt. Die Missionare waren gerade von einem Besuch in einem Waisenhaus zurückgekehrt, als ihr Bus Berichten zufolge von Mitgliedern der 400 Mazowo-Bande beschlagnahmt wurde.
Gerade für Kinder und ihre Mütter haben diese Handlungen eine nachhaltige Wirkung. Gefangenschaft verursacht immer ein Trauma, da sie oft Demütigungen, Bedrohungen und in einigen Fällen Gewalt erleben oder erleben.
Um die Meldung von Vorfällen und die Hilfeleistung zu verbessern, hat UNICEF die nationale Kinderschutzbehörde (IBESR) bei der Reaktivierung ihrer kostenlosen Hotline unterstützt, die zusammen mit einer Hotline der Jugendschutzbrigade (BPM) genutzt werden kann.
Kombination von Krisen
Haiti leidet immer noch unter einem verheerenden Erdbeben, das im August den Südwesten des Landes erschütterte und 130.000 Häuser, über 1.000 Schulen und etwa 90 Gesundheitszentren beschädigt oder zerstört hat.
Darüber hinaus könnte die Ausweisung von über 7.600 haitianischen Migranten, von denen mehr als die Hälfte Frauen und Kinder sind, aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern Amerikas gefährdetere Kinder und Frauen gefährden.
Fernando Hiraldo del Castillo, UNDP-Repräsentant für Haiti.
Laut dem amtierenden Koordinator für Residenten und humanitären Hilfe , Fernando Hiraldo , stellen all diese Krisen Hindernisse für den humanitären Zugang dar. Die Situation wird durch sehr gravierende Treibstoffknappheit und das reduzierte Warenangebot zusätzlich erschwert.
Laut Hiraldo hat sich die ohnehin prekäre Sicherheitslage seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli deutlich verschlechtert.
Im ganzen Land litten im September 2021 4,3 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit, gegenüber 4 Millionen im August 2020.
Derzeit sind laut UNICEF noch rund 70 Prozent aller Schulen im Südwesten des Landes beschädigt oder zerstört.
Anfang dieses Monats sagte Helen La Lime, Sonderbeauftragte und Leiterin des Integrierten Büros der Vereinten Nationen in Haiti ( BINUH ), in einer Rede vor dem Sicherheitsrat , das Land durchlebe „ eine der angespanntesten Phasen seiner jüngsten Geschichte
Der Sicherheitsrat hat am 15. OKTOBER 2021 beschlossen, das Mandat des Integrierten Büros der Vereinten Nationen in Haiti (BINUH) bis zum 15. Juli 2022 zu verlängern und den Generalsekretär zu ersuchen, sein Mandat zu bewerten, einschließlich dessen, ob und wie es an die anhaltenden Herausforderungen Haitis angepasst werden könnte.
Großer Erfolg der Veranstaltung NoGreenPass vor allem in Sizilien, wo mindestens 300.000 Tausend Menschen friedlich die Brücke von Messina überquerten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, hier bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im Jahr 2018, wirkt auf manche abgehoben.4 Okt. 2021 19:15 Uhr/rt.de/von Tilo Gräser
Verheerende Folgen falschen Anscheins gesellschaftlicher Stabilität – Germanist über Merkel-Erbe
Eine klare und deutliche Abrechnung nicht nur mit der Bundestagswahl, sondern auch mit der Ära von Angela Merkel nimmt der Germanist und Philosoph Peter J. Brenner in der Schweizer Zeitung “Die Weltwoche” vor. Er widerspricht dem positiven Bild, das viele von den 16 Jahren Kanzlerschaft Merkels zeichnen.
Die Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe “verheerend gewirkt”, weil sie die Stabilität zivilisierter westlicher Staaten durch ihre geschriebenen Verfassungen zerstört habe. Das sei durch die “Entkernung der deutschen Verfassung” geschehen. Das stellt der Augsburger Germanist und Philosoph Peter J. Brenner in einem Beitrag für die Schweizer Zeitung Die Weltwoche fest.
Brenner, der in Köln, München, Chapel Hill (USA) und Innsbruck gelehrt hat, setzt sich zum einen mit den Folgen von 16 Jahren Kanzlerschaft Merkels und zum anderen mit dem letzten Bundestagswahlkampf auseinander. Seine Analyse widerspricht deutlich dem, was die etablierten bundesdeutschen Medien zu beiden Themen veröffentlichen.
Für Brenner ist das Unwichtigste an der Wahl das Ergebnis, das für eine Politik des “Weiter so” stehe. Interessanter findet der Germanist den Wahlkampf: “Er eröffnete nicht nur Einsichten in die Mechanismen der Macht unter der Oberfläche des medialen Geschehens, sondern mehr noch Einblick in das Grundverständnis des Politischen in Deutschland.”
Sicherheit statt Freiheit
Brenner erwähnt, dass Medien und politische Beobachter im In- und Ausland Merkel gern als “gute Kanzlerin”, als “guten Menschen” oder die “Führerin der freien Welt” sehen und darstellen. Das habe international seine Grundlage in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik. Im Inneren habe Merkel die Bundesbürger mit dem Versprechen auf Stabilität überzeugt.
Die Nachfolgerin von Helmut Kohl habe gewusst und genutzt, dass die Deutschen “bei der Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit immer die Sicherheit vorziehen würden”. Brenner fügt hinzu: “Sie sind auch bereit, ihre Freiheit dem bloßen Schein der Sicherheit zu opfern.” Und:
“Im Laufe bleierner Jahre der Gewöhnung konnte in Vergessenheit geraten, dass diese Stabilität ein Potemkinsches Dorf war, eine brüchige Fassade, die mit der unablässigen Verausgabung von Geldern in alle Himmelsrichtungen oder durch schlichtes Ignorieren von selbst erzeugten Krisensituationen aufrechterhalten wurde.”
Der Germanist aus Augsburg wirft Merkel vor, die bundesdeutsche Verfassung, das Grundgesetz, entkernt und damit die Stabilität der Gesellschaft zerstört zu haben. Sie sei nicht nur einem imaginären übergeordneten “EU-Recht” geopfert worden. Die Verfassung sei “mehr noch den Wellenbewegungen des Zeitgeistes und oft genug einfach nur tagespolitischer Opportunität” unterworfen worden.
Für den Augsburger Philosophen ist Merkels Kanzlerschaft das Beispiel “einer eigenartigen Version der ‘charismatischen Herrschaft'”, wie sie der Soziologe Max Weber einst beschrieb: “die apokalyptische Zuspitzung politischen Handelns auf ‘Alles oder nichts’ – oder ‘Alternativlosigkeits’-Konstellationen” und zugleich “charismatische Herrschaft ohne Charisma”.
Merkel werde oft ihre offen zur Schau gestellte Unauffälligkeit und ihr Mangel an Eitelkeit zugute gehalten, schreibt Brenner und zieht einen historischen Vergleich: Das seien Eigenschaften, die ebenso den einstigen DDR- und SED-Führungskadern Walter Ulbricht, Willi Stoph und Erich Honecker zugeschrieben würden, “deren Erscheinungsbild auch nicht gerade glamourös war”. Honecker-Nachfolger Egon Krenz stellte übrigens 2016 passend fest:
“Wenn ich Angela Merkel sehe und höre, denke ich: Ein Stückchen DDR steckt eben immer noch in ihr.”
Für Germanist Brenner ist klar: Diese Herrschaftstechnik “ohne Charisma” funktioniert. “Sie funktioniert dort, wo es um die Sicherung der Macht geht; weniger gut funktioniert sie dort, wo es um die Bewältigung des politischen Alltags oder gar um die Meisterung von Krisensituationen geht.” Damit habe Merkel die Bundesrepublik grundlegend verändert, mit der Folge: “Politisch, kulturell, intellektuell, sozial, ökonomisch stellt sie sich als eine Trümmerlandschaft dar”.
Der letzte Bundestagswahlkampf habe “den personellen Notstand und die geistige Ödnis der Ära Merkel sichtbar werden lassen”. Wählern und Spitzenkandidaten schien offensichtlich nicht klar gewesen zu sein, worum es im Wahlkampf ging, so Brenner. Das zeigte sich für ihn zum einen an der Episode mit dem lachenden CDU-Kandidaten Armin Laschet im Hochwassergebiet. Zum anderen sei das durch die abschreibende Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock deutlich geworden.
Daran hätten die meinungsmachenden Medien ihren Anteil, die die beiden Episoden zu “Großereignissen” hochstilisiert hätten. Brenner erinnert im Fall Laschet daran, dass “Lachen einfach nur ein Zeichen hilfloser Überforderung” sein kann. Im Fall Baerbock sei klar, dass diese grüne Kandidatin mit dem Versuch, ein eigenes Buch zu schreiben, sich “schlicht übernommen” hat.
“Aber diese beiden Episoden haben maßgeblich dazu beigetragen, dass keiner der beiden Kandidaten die vorhergesagte Wählerzustimmung gefunden hat”, stellt der Autor fest. Dagegen hätten die politischen Angriffsflächen, die SPD-Kandidat Olaf Scholz bot, im Wahlkampf keine Rolle gespielt, auch medial nicht.
“Der Wahlsieger SPD hatte schlicht die bessere Werbeagentur und das professionellere Personal in der Parteizentrale, die ihrem Kandidaten erfolgreich klarmachen konnten, einfach gar nichts zu tun und damit auch keine Anhaltspunkte für einen Überforderungsverdacht zu geben.”
Bei alldem haben laut Brenner die Medien aktiv mitgespielt. Der Grund aus seiner Sicht: “Politik und Medien sind zu einem unentwirrbaren Konglomerat verschmolzen, bei dem sich die Beteiligten gegenseitig in die Hände arbeiten.” Es sei ihnen gelungen, “Scheinprobleme in den Vordergrund zu spielen und die tatsächlichen Probleme dieses Landes aus dem Blickfeld zu verdrängen”. Dafür bringt der Germanist eine Reihe von Beispielen.
Über das, was die Bundesbürger tatsächlich bewegt und sich zum Beispiel in der Umfrage “Die Ängste der Deutschen 2021” , sei nicht geredet worden. Das gilt laut Brenner für die Aussage, dass es mehr Angst vor der Migration als vor der Klimakrise gebe. Ebenso sei nicht “über die düstere Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, über den Zerfall des Bildungssystems, über langsam verrottende Infrastrukturen und auch nicht über eine orientierungslose Außenpolitik” geredet worden.
Davon künde auch das Wahlergebnis, bei dem es nicht zu einem erwarteten Höhenflug der Partei Bündnis 90/Die Grünen kam – während viele Erstwähler die FDP ankreuzten. Brenner unterstellt der “journalistischen Blindheit gegenüber den großen Problemen dieser Republik” keine Absicht. “Sie sieht eher nach Notwehr aus, derer sich Journalisten bedienen, die von ihrem Beruf überfordert sind.”
Für den Germanisten besteht “kein Anlass, die alte Bundesrepublik zu glorifizieren”. Schon in den 1970er Jahren seien die Verfallssymptome der Demokratie beobachtet worden. Doch das Problem habe sich verschoben und zugespitzt:
“An die Stelle konkurrierender Parteien und Verbände ist ein molluskenartiges System der Politik getreten, das weit über seinen eigentlichen Bereich hinaus- und, vor allem durch die offene oder versteckte staatliche Alimentierung zivilgesellschaftlicher und medialer Akteure, in die Gesellschaft hineingreift und damit einen umfassenden Primat der Politik installiert.”
Politik sei ein gesellschaftliches System, schreibt Brenner, während es um politisches Handeln gehe, das sich an der Freiheit als wichtigstem Wert orientiere. Doch davon habe sich die bundesdeutsche Demokratie wie das westliche Demokratiemodell an sich “weit entfernt”: “Nirgends wurde das deutlicher als in der Corona-Krise.”
Das hatte er zuvor in einem Beitrag für den Blog des von ihm gegründeten Instituts für Medienevaluation, Schulentwicklung und Wissenschaftsberatung (IMSW) konkret beschrieben:
“Die Rechtswissenschaftler Jens Kersten und Stephan Rixen haben eine Liste der grundgesetzlichen Freiheitsrechte erstellt, welche durch die infektionsschutzrechtlichen Maßnahmen betroffen sind: Art. 2,1; Art 3, 1; Art 4, 1 u. 2; Art 5, 3; Art 7,1; Art. 12,1; Art. 8,1; Art, 91; Art 11,1; Art. 13,1; Art. 14,1; Art. 16,1. Das hat noch keine vorherige Bundesregierung zustande gebracht, aber auf großes Interesse stößt das in der Öffentlichkeit nicht.”
Das sieht auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes Hans-Jürgen Papier so und warnt vor den Folgen. Er erklärte in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt im März dieses Jahres mit Blick auf die Corona-Politik:
“In der Bewusstseinslage der politischen Akteure und bei Teilen der Bevölkerung scheint gelegentlich in Vergessenheit zu geraten, dass die Menschen dieses Landes freie Bürger sind. Sie verfügen über unveräußerliche und unentziehbare Freiheitsrechte, sie sind keine Untertanen!”
Für Philosoph Brenner sollte Politik mehr sein “als ein Buhlen um die Gunst der Wähler mit vollmundigen Versprechen – die am Ende die Wähler ohnehin selbst bezahlen müssen –, damit diese ihre Kandidaten zumindest für vier Jahre mit einem Mandat, besser noch mit einem Dienstwagen und einem Ministertitel versorgen”. Das Problem sieht er darin, dass die Politik in der Bundesrepublik keinen Begriff, kein Verständnis mehr vom Politischen hat. Das sei die “Epochenschwelle” der Ära Merkel, “in der das Politische zugunsten der Politik abgedankt hat”.
Strenger Blick: Samuel Koroma ist Mitarbeiter der National Minerals Agency in Sierra Leone und bewertet die Diamanten.TEXT: ANDRZEJ RYBAK, FOTOS: CASPER HEDBERG
Sierra Leone: Diamanten sind für alle da, Reichtum für alle
Der Boden der westafrikanischen Republik Sierra Leone ist seit jeher reich an wertvollen Diamanten ein Schatz, der lange wie ein Fluch über dem Land lag. Nun soll der Reichtum gerecht verteilt werden.
Kai Sa Thomas steht bis zu den Knien im schlammigen Wasser und lächelt. Er trägt eine Strickmütze, um sich vor der brennenden Sonne zu schützen. Der Schweiß klebt sein rosa Shirt an den Körper. Immer wieder greift der Alte nach einem Sieb, das von seinem Sohn mit steindurchsetzter Erde gefüllt wird. Mit sicheren, über Jahrzehnte eingeübten Bewegungen schwingt er das Sieb hin und her, bis der feine Lehmausgewaschen ist und nur Kiesel im Gitter zurückbleiben. Thomas begutachtet sie kurz, dann wirft er sie resignierend auf einen Haufen am Ufer. Wieder kein Diamant.
Seit über einer Woche hat er keinen Edelstein mehr gefunden, obwohl er täglich – außer sonntags – von morgens bis abends schuftet. „Ich muss weitermachen und auf Gottes Beistand hoffen“, sagt der 80-jährige Schürfer, der zwar einen weißen Bart trägt, aber mit seinen muskulösen Armen erstaunlich jung aussieht. Andere Jobs gebe es nicht, und „der Staat zahlt keine Renten“.Anzeige
Wo verstecken sich die Diamanten?
Seit 40 Jahren sucht Thomas nach Diamanten. Er ist dabei nicht allein: Am selben Wasserloch durchsiebt gut ein Dutzend Männer die Erde nach funkelnden Preziosen. In Sierra Leone, wo es kaum feste Jobs gibt, ist der Kleinstbergbau neben der Landwirtschaft die wichtigste Einkommensquelle. Allein hier in der Provinz Kono, gut 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Freetown, durchwühlen 100.000 Menschen den Boden.
Im ganzen Land graben – nach Schätzungen der Weltbank – bis zu 400.000 Menschen nach Gold und Diamanten. Insgesamt leben sieben Millionen Menschen im Land. Da jeder Schürfer im Schnitt fünf weitere Personen im Haushalt ernährt, ist praktisch jeder dritte Einwohner von Sierra Leone vom Kleinstbergbau abhängig.
Reich geworden sind mit der Sucherei nur wenige. Wer die Geschichte von Sierra Leone studiert, muss sogar zu dem Schluss kommen, dass der wertvolle Bodenschatz vor allem Not und Elend gebracht hat. Floss der Gewinn zunächst an die britischen Kolonialherren, waren es später Kleptokraten, die profitierten, und ab 1991 rivalisierende Bürgerkriegsparteien, die den Handel mit den Diamanten kontrollierten. Den Gewinn investierten die Krieger in Waffenkäufe. „Blutdiamanten“ hießen die Steine aus Sierra Leone lange Zeit, und das nicht, weil sie so schön rot funkeln.
Doch seit 2002 herrscht Frieden in dem Land an der Küste Westafrikas. Die Regierung in der Hauptstadt Freetown versucht nun, die Ressourcen besser zu nutzen. Endlich soll der Reichtum auch den Bewohnern des Landes zugutekommen. „In Sierra Leone gibt es heute keine Blutdiamanten mehr“, behauptet der Minister für Bergbau, Morie Manyeh, in Freetown. „Diamanten werden nicht mehr aus dem Land geschmuggelt, sie werden offiziell exportiert. Jeder verkaufte Stein trägt zur Entwicklung unseres Landes bei.“ Endlich: Die Diamanten-Devisen sollen einen funktionierenden Staatsapparat, Schulen und Infrastruktur finanzieren.
Besser noch einmal nachschauen: Selbst in dieser Abraumhalde könnten sich noch Edelsteine verstecken.
Zeitwende
Ein wenig ist davon schon zu sehen und zu spüren. 250 Kilometer östlich vom Regierungssitz entfernt liegt Koidu, mit 130.000 Einwohnern die Hauptstadt des Diamantendistrikts Kono. 2002 fanden Kundschafter der UNO-Entwicklungsorganisation hier praktisch keine Wasser-oder Stromversorgung vor. Viele Häuser waren niedergebrannt, die meisten Straßen durch planloses Schürfen zerstört. Heute herrscht reges Treiben entlang der frisch geteerten Hauptstraße.
Händler preisen an ihren Ständen gebrauchte Schuhe und Kleider, Obst und Gemüse an; aus den Garküchen riecht es nach gebratenen Hühnern, Suppe und frischem Brot. In einfachen Werkstätten zimmern und polstern junge Handwerker Möbel, schweißen Zäune und Pforten zusammen, reparieren alte Autos und Motorräder. Immer wieder laufen Schulkinder in Uniformen vorbei; die Geburtenrate von 4,5 Kindern pro Frau gehört zu den höchsten der Welt.
Straßen- und Markplatzleben in Koidu, Sierra Leone
Heute muss ich alle Steine, die ich den Schürfern abkaufe, genau registrieren.Alhaji Kahba Ceesay, Diamantenhändler
Auslöser dieser Entwicklung ist – ausgerechnet – die wachsende Bürokratie des Landes. Die Mitarbeiter der neuen National Minerals Agency sind dabei, den Diamantenraubbau Schritt für Schritt unter staatliche Kontrolle zu bekommen. Das Mantra der Behörde ist auf jedes Formular gedruckt, auf jede Genehmigung und jede Bestätigung: „Transforming Sierra Leone’s Minerals Sector for a Better Sierra Leone“.
In der Praxis funktioniert das so: In einer Seitenstraße haben sich mehrere Diamantenhändler niedergelassen. Ihre Kontore sind schon von weitem an ihren farbenfrohen Schildern und Wandmalereien zu erkennen, die Diamantenschürfer bei der Arbeit zeigen. Hierher bringen Schürfer wie Kai Sa Thomas ihre Fundstücke. „Das Geschäft wird streng reglementiert“, erklärt Alhaji Kahba Ceesay, der seit den 1960er-Jahren in Koidu mit Diamanten handelt. „Heute muss ich alle Steine, die ich den Schürfern abkaufe, genau registrieren.“ Sobald er genügend der oft nicht einmal stecknadelgroßen Steine gekauft hat, verkauft er sie weiter an einen – ebenfalls zertifizierten – Händler. Ziel der Zettelwirtschaft ist es, auch noch den kleinsten Diamantensplitter gewinnbringend exportieren zu können.
Stein auf Stein: Ebrahim Conteh ist 68 Jahre alt und Diamantenhändler in Koidu.
Auf dem Weltmarkt gelten seit 2003 die Regeln des Kimberley Process (KP). Dieser Pakt war die Antwort der Diamantenbranche auf die afrikanischen Bürgerkriege, die durch Blutdiamanten befeuert worden waren. Er soll verhindern, dass Diamantengeld in die Kassen von Kriegstreibern gerät. 110 Staaten haben sich diesen Regeln unterworfen, auch Sierra Leone ist Mitglied.
„Diamanten machen immer noch etwa ein Viertel unserer Exporte aus“, sagt Bergbau-Minister Manyeh. Steine ohne KP-Zertifikat finden auf dem Weltmarkt kaum noch Abnehmer. Die Nacfrage nach zertifizierten Steinen steigt jedoch kontinuierlich, für 2018 erwartet das Land einen Rekorderlös von mehr als 250 Millionen US-Dollar.
Während Handel und Export der Diamanten schon weitgehend transparent abläuft, gibt es bei der Förderung immer noch Verbesserungsbedarf. Laut Bergbaugesetz müssen sich die Schürfer ebenfalls registrieren und Lizenzen beantragen. Doch in einem Land, in dem zwei Drittel der Bevölkerung weder schreiben noch lesen können, kommt dieser Prozess nur langsam voran. Erst rund ein Fünftel aller Schürfer in der RegionKoidu würden über eine solche Lizenz verfügen, schätzt Mohamed Gaimba, Chef der National Minerals Agency in Koidu.
Wir brauchen Zeit, um den Übergang geschmeidig zu gestalten und niemandem die Existenzgrundlage zu rauben.Mohamed Gaimba, Chef der National Minerals Agency in Koidu
Auch wenn Gaimba jeden Tag sechs Kontrolleure ausschickt, schreckt die Regierung vor einem allzu strengen Vorgehen gegenüber den Schürfern zurück. „Wir brauchen Zeit, um den Übergang geschmeidig zu gestalten und niemandem die Existenzgrundlage zu rauben“, sagt der Beamte. Wenn ein Subsistenz-Schürfer von den Kontrolleuren erwischt wird, kommt er meistens mit einer Verwarnung davon.
An unbedenklichen Diamanten ist nicht zuletzt auch der Konzern De-Beers interessiert, der etwa ein Drittel des weltweiten Diamantenhandels kontrolliert. Im März 2018 startete der Konzern ein Pilotprogramm, das die Transparenz der Versorgungskette weiter verbessern soll und nebenbei ein paar kostspielige Zwischenhändler eliminiert.
Abbaustelle für Diamanten: Wie ein Gewinde schraubt sich das Loch in die Erde.
Digitalisierte Diamanten
Programmleiter Christian Richmond hat dazu Gem-Fair entwickelt. Mithilfe einer App wird jeder gefundene Diamant gleich an der Fundstelle registriert, mit seinen GPS-Datenregistriert, fotografiert und gewogen. Der Finder markiert auch Farbe, Reinheit und Form des gefundenen Steins. Dann packt er ihn in einen versiegelbaren Plastikbeutel, der mit einem Strichcode versehen ist. Der Schürfer hat nun das Recht, den Diamanten an jeden Händler zu verkaufen.
„Wenn er aber damit zu uns kommt, werden wir ihm den bestmöglichen Preis zahlen“,sagt Richmond. Das Team von DeBeers sitzt in einer pompösen Villa am Rande von Koidu. Zwei erfahrene Aufkäufer warten hier auf die Schürfer, um die Diamanten zu bewerten. Sie scannen die Rohsteine ein, dann kalkuliert der Rechner, nach welchem Muster der Stein geschliffen werden sollte, um den höchsten Preis zu erzielen. „Niemand sonst in Koidu verfügt über diese Ausrüstung“, sagt Richmond. „Da wir die Diamanten selbst exportieren, können wir ohne die Margen der Zwischenhändler kalkulieren und wirklich faire Preise anbieten.“
Noch am Fundort werden die Rohdiamanten vermessen, ihre GPS-Koordinaten dokumentiert und der jeweilige Finder fotografiert. Das Verfahren soll den legalen Handel stärken.
Wir müssen keine Schikanen der Regierung befürchten und können die Diamanten verkaufen, an wen wir wollen. Das ist ein gutes Gefühl.Mohamed Gaimba, Chef der National Minerals Agency in Koidu
Neubeginn
Zu Richmonds Lieferanten gehören seit kurzem die Brüder Ellie und Mohamed Safia. Vor einem Jahr haben sie eine Lizenz für einen 200 mal 200 Meter großen Claim bekommen. Inzwischen haben 40 Arbeiter die obere Bodenschicht abgetragen: Jetzt klafft eine rotbraune Wunde in der sattgrünen tropischen Vegetation, die ringsum wie ein Teppich die hügelige Landschaft bedeckt.
„In diesen Schichten könnten Diamanten vorkommen“, sagt der 58-jährige Ellie, der jüngere der beiden Brüder. Während des Bürgerkriegs flohen die Safias nach Guinea – und verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Nach der Rückkehr mussten sie wieder ganz unten anfangen, schürften 15 Jahre ohne Lizenz. Nun sind sie offizielle Claim-Besitzer. „Wir müssen keine Schikanen der Regierung befürchten und können die Diamanten verkaufen, an wen wir wollen“, sagt Mohamed. „Das ist ein gutes Gefühl.“
Ihre Arbeiter werden in der Früh und am Abend verpflegt: Es gibt Reis und Gemüse. Und sonst? Geld wird erst ausgezahlt, wenn die Arbeiter einen Edelstein finden. Ihr Anteil am Gewinn beträgt rund 30 Prozent. „Wir haben einfach nicht genug Kapital, um die Arbeiter regelmäßig und im Voraus zu entlohnen“, erklärt Ellie. Und obwohl in den letzten drei Monaten wegen heftigen Regens nicht gearbeitet werden konnte, sind die Brüder zuversichtlich, was die Entwicklung ihres Unternehmens betrifft. Das liegt auch an Gem-Fair.
„Die Registrierung der Diamanten per App ist zwar etwas kompliziert“, sagt Mohamed, „aber wenn wir einen guten Preis für die Steine bekommen, werden wir alles lernen.“ Insgesamt jedoch sinkt die Bedeutung der händisch schuftenden Schürfer in Sierra Leone. Noch vor zehn Jahren holten sie rund 80 Prozent aller im Land gefundenen Edelsteine aus dem Boden. Heute liegt ihr Anteil bei 20 Prozent.
Die andere Seite der Suche
Das Herz der moderne Diamantenindustrie schlägt neuerdings am südlichen Rand von Koidu, verborgen hinter den „Koidu-Bergen“, wie Anrainer die grauen Abraumhalden sarkastisch nennen. Hier gräbt seit 2003 ein internationales Team der Firma Octéa mit hochmodernen Fördermethoden nach Diamanten; die Anlage kann bis zu 180 Tonnen Material pro Stunde verarbeiten. Zuerst buddelten die Diamantenjäger dafür im Tagbauverfahren einen aktuell 256 Meter tiefen Krater in den Boden. Dann sprengten sie einen 6,5 Kilometer langen Stollen in den Fels, der die Mineure direkt zu einem Schatz führt: einem erkalteten Vulkanschlot. Vor 100 Millionen Jahren ist hier Magma zu Kimberlit erstarrt – und mitten in diesem Gestein: Diamanten.
Seit Anfang 2018 karren riesige Lkws Tag und Nacht das abgebaute Kimberlit an die Oberfläche, 40 Tonnen pro Fahrt. „Aus jeder Tonne Kimberlit gewinnen wir im Schnitt 0,45 Karat an Diamanten“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Miles van Eeden, ein Geologe. „Das ist ein sehr guter Wert. In vielen südafrikanischen Minen beträgt er nur 0,2 bis 0,3 Karat.“
Seit die Bergleute unter Tage arbeiten, stieg die Ausbeute auf 30.000 bis 40.000 Karat pro Monat; diese Menge hat einen Marktwert von 7,5 bis 12 Millionen Dollar. Außerdem muss die Mine nicht mehr bei jeder Sprengung die benachbarten Häuser räumen, wie das zu Zeiten des Tagbaus noch notwendig war. „Damals mussten alle Menschen im Umkreis von 500 Metern jedes Mal ihre Häuser verlassen – und das drei-bis viermal pro Woche“, erinnert sich van Eeden. „Klar, dass die Leute ziemlich verärgert waren.“ Etwa 600 Familien mussten permanent umgesiedelt werden, das sorgte für noch mehr Unmut.
So winzig ist das Glück: Geschürft wird für kleinste Erträge.
Wissenstransfer
Heute arbeiten rund 1.000 Menschen für die Koidu Mine, nur rund 800 sind einheimische Bergarbeiter. „Wir brauchen ausländisches Know-how, denn in Sierra Leone gibt es keine Spezialisten für unterirdischen Bergbau“, sagt van Eeden. „Jetzt bilden wir lokale Fachkräfte aus, die nach und nach diese Jobs übernehmen werden.“ Schon heute gehören die von der Mine gezahlten Löhne zu den höchsten in Koidu. Die meisten Arbeiter ernähren davon ihre Großfamilien und stärken die Kaufkraft in der Minenstadt.
Komba Sam, der im Frühjahr 2018 gewählte Bürgermeister von Koidu, weiß über die Bedeutung von Arbeitsplätzen, ist aber dennoch nicht zufrieden. „Die Mine bringt der Stadt mehr Nachteile als Vorteile“, schimpft der 32-jährige Politiker, der schon als Student gegen die Mine demonstriert hat. Viele Familien seien aus ihren Häusern vertrieben worden, der Grundwasserspiegel sinke, die Umwelt werde zerstört, wettert Sam. Vor allem aber: „Die Mine zahlt keine Grundsteuer.“
Schon sein Vorgänger im Amt hatte die Mine auf Nachzahlung von Grundsteuer verklagt, aber er hat vor Gericht verloren. Man erfülle minutiös alle Verpflichtungen, die dem Unternehmen vom Staat auferlegt wurden, ließ Octéa damals verlauten. Insgesamt überwies die Holding 2015 rund acht Millionen Dollar an Lizenzabgaben, drei Millionen Dollar an anderen Steuern und zahlte 600.000 Dollar in den staatlichen Gemeindefonds. Zudem habe die Holding in den Jahren 2013 bis 2015 fast 20 Millionen Dollar für das Umsiedlungsprogramm gezahlt.
Eine Schule in der Diamanten-Region: Die Edelsteine bringen Bildung, wenn ihr Erlös gerecht verteilt wird.
„Die Klagen des Bürgermeisters sind nicht in Ordnung“, wehrt sich Phillip Sorboeh, der für die Zusammenarbeit der Mine mit den Gemeinden zuständig ist. Die Firma habe ja außerdem noch eine Klinik eingerichtet, in der die Minenarbeiter und deren Familien kostenlos versorgt werden. Noch dazu habe sie sechs Schulen gebaut – fünf Grundschulen und eine Highschool –, eine Polizeistation und ein Gesundheitszentrum. Die neuen Häuser für die umgesiedelten Familien seien ohne Ausnahme größer und besser als die alten. Sorboeh: „Es gibt Leute, die in einer Lehmhütte gewohnt haben und nun schimpfen, weil es in ihrem neuen Ziegelhaus kein Bad mit Spülklosett gibt.“
Abgesehen von solchen eher lokalen Scharmützeln bringt die Professionalisierung des Diamantenabbaus noch ein weiteres Risiko mit sich und zwar, dass das Land weiterhin völlig abhängig bleibt vom Abbau und Export seiner Rohstoffe – und dadurch auch in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftszweige verpasst.
Ein Diamant unter der Lupe:Die Reinheit entscheidet den Wert des Steins.
Die Gier hat schon bei vielen Menschen die niedrigsten Instinkte geweckt.Kai Sa Thomas, Diamantenschürfer
Denn trotz aller neuen Regularien bleibt das Geschäft mit Diamanten anfällig für Korruption, diese Lektion hat im Vorjahr das ganze Land gelernt. Damals fanden Schürfer im Dorf Kordyardu einen 709 Karat schweren Diamanten. Sie übergaben ihn ihrem Pastor Emmanuel Momoh, der den Edelbrocken bei der Regierung ablieferte. Diese ließ den Diamanten auf einer Auktion in New York für 6,5 Millionen Dollar versteigern und zahlte dem Pastor 2,6 Millionen Dollar Finderlohn – eine zu verführerische Summe: Emmanuel Momoh kehrte nicht nach Kordyardu zurück. Manche wollen ihn in einem teuren Wagen in Freetown gesehen haben, andere behaupten, er hätte sich ins Ausland abgesetzt.
Auch Kai Sa Thomas kennt diese Geschichte. „Die Gier hat schon bei vielen Menschen die niedrigsten Instinkte geweckt“, sagt der Schürfer. Es ist Nachmittag, er hockt vor seinem Haus, das er selbst nach dem Krieg am Stadtrand gebaut hat. Seine Frau Kumba entfacht gerade das Herdfeuer, um auf der Veranda Reis für das Abendessen zu kochen.
Fünf Kinder und ein Enkel wohnen noch im Haus. Ihre einzigen Möbel sind zwei selbst gezimmerte Betten mit Schaumstoffmatratzen. Der Stolz der Familie Thomas liegt anderswo: Drei der Kinder gehen in Freetown zu Schule. „Ich will, dass sie einen guten Beruf erlernen und ihr Leben nicht mit der Suche nach Diamanten vergeuden“, sagt Thomas. „Denn das Schürfen, wie ich es mein Leben lang betrieben habe, hat keine Zukunft.“
Das kleine Diamanten-ABC
Ein Brillant ist auch nur ein Diamant, allerdings in eine spezielle Form geschliffen. Diese geht auf den belgischen Mathematiker Marcel Tolkowsky zurück: Er hatte den Schliff zur Maximierung der Wirkung von Diamanten entwickelt.
Himmlische Herkunft: Diamanten entstehen in 150 bis 660 Kilometer Tiefe bei Temperaturen von rund 1.200 Grad Celsius. Der Rohstoff dafür, Kohlenstoff, stammt meist aus der Zeit, als sich die Erde aus den im All herumschwirrenden Elementen zusammenballte.
Preisentwicklung: Noch im frühen Mittelalter waren Diamanten fast wertlos, weil es keine Methoden gab, sie zu schleifen. Im Vorjahr wurde ein 180 Gramm schwerer Stein um 40 Millionen Dollar verkauft.
Voll die Härte: Diamant ist die härteste natürliche Substanz. Bearbeiten lässt sie sich nur mit diamant-besetzten Werkzeugen und unter besonderer Berücksichtigung ihrer Kristallstruktur.
Diamanten in Sierra Leone
Ein Drittel der Bevölkerung von Sierra Leone ist direkt oder indirekt vom Diamantenabbau abbhängig.
Vier der größten je entdeckten 20 Diamanten der Welt stammen aus Sierra Leone.
4,9 Prozent beträgt das durchschnittliche jährliche Wirtschaftswachstum in Sierra Leone seit 2009.
Fünf Länder sich schlechter gereiht im UN Human Develoment Index – Sierra Leone belegt Platz 184.
104 Millionen Dollar beträgt der Wert, der im Jahr 2017 aus Sierra Leone exportierten Diamanten.
968,9 Karat hatte der viertgrößte Diamant der Welt, der „Star of Sierra Leone“.
Paris, – Der französische Präsident Emmanuel Macron bleibt der Favorit auf den Wahlsieg im nächsten Jahr, befindet sich jedoch in der unangenehmen Situation, sechs Monate vor den Wahlen die Identität seines Hauptrivalen nicht zu kennen. Da der Countdown zur ersten Runde am 10 , die er leicht gewann. Stattdessen sieht sich Macron mit Szenarien der Unsicherheit und offenen Einsätzen in einer Kampagne konfrontiert, die bereits plötzliche Wendungen erfährt.
Éric Zemmour le 24 septembre 2021 à Budapest. ATTILA KISBENEDEK / AFP
Die Erwartungen wurden in den letzten Wochen durch den Anstieg der Unterstützung für den rechtspopulistischen TV-Analysten Eric Zemmour, der als die französische Version von Donald Trump gilt und der, wenn er sich für die Kandidatur entscheidet, wahrscheinlich schlagen wird, auf den Kopf gestellt spalten die Stimmen der populistischen Rechten. Die traditionelle Rechte hat sich in einem Prozess, der zu Reibungen geführt hat, noch nicht auf einen Namen geeinigt, wobei einflussreiche Persönlichkeiten wie der ehemalige Minister Xavier Bertrand, die Präsidentin der Region Paris, Valerie Pecres, und der ehemalige Brexit-Unterhändler Michel Barnier konkurrieren.
FAOFAO Food Hero Irina Vasilyeva. 10. Oktober 2021SDGs
Food Hero, Anbau von Bäuerinnen in Georgien
FAO,-Eine Bäuerin aus dem mitteleuropäischen Land Georgia teilt ihr lebenslanges Wissen mit anderen Bäuerinnen in der Region und sagt: „Es gibt nichts in der Landwirtschaft, was ein Mann tun kann und eine Frau nicht.“
Irina Vasilyeva wurde von der Ernährungs- und Landwirtschaftsbehörde der Vereinten Nationen ( FAO ) als eine von 17 Food Heroes ausgewählt , als ein Beispiel dafür, wie der Zugang zu technischem Wissen und Innovation Kleinbauern befähigen kann, zu Akteuren des Wandels zu werden.
Food Heroes werden für ihr Engagement anerkannt, Nahrung für ihre Gemeinden und darüber hinaus bereitzustellen.
Sie sprach vor dem Welternährungstag , der jährlich am 16. Oktober begangen wird, mit den Vereinten Nationen .
„Mein Name ist Irina Vasilyeva und ich lebe im alten Dorf Warziche in der Gemeinde Bagdati im Westen Georgiens. Dies ist eine landwirtschaftliche Gemeinde und Familien hier sind seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft tätig.
Mein Mann und meine beiden Kinder haben es auch geschafft, ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft zu verdienen, aber als die Beschränkungen der COVID-19- Pandemie für Tourismus- und Restaurantbetriebe im letzten Jahr zunahmen, kämpfte ich vergeblich darum, meine Produkte auf einem Markt in Kutaisi, der Hauptstadt des Westens, zu verkaufen Georgia.
Glücklicherweise hat sich unsere Situation dank der Unterstützung der FAO und der Europäischen Union verbessert, die neue Farmer Field Schools und Demonstrationsflächen in die Region und speziell in mein Dorf gebracht haben, die innovative Landwirtschaftsmethoden hervorheben.
Ich hörte, dass Agronomen der FAO eine nahegelegene Produktionsstätte für Setzlinge besuchten, also nahm ich an dem Treffen teil und zeigte ihnen meine Betriebsunterlagen. Ich zeichne immer auf, was ich auf meinem Land mache und sagte ihnen, dass ich lernen wollte, wie ich die Qualität meiner Ernten verbessern kann.
FAODie Farm von Irina Vasilyeva in Westgeorgien dient als Modell für die landwirtschaftliche Ausbildung.
In meinen drei Gewächshäusern erfuhr ich, dass moderne landwirtschaftliche Praktiken, einschließlich Tröpfchenbewässerung, Mulchen und Beetbildung, die Produktion von Gurken, Tomaten und Salatkräutern erheblich verbessern können.
Ich wusste nicht, dass meine Pflanzen so viel Dünger verbrauchen. Mit Tropfbewässerung und besseren Berechnungen verwende ich jetzt weniger. Es ist eine ernsthafte Kosteneinsparungsmaßnahme.
Kosten sind entscheidend, gerade für Bäuerinnen in Georgien, die sich wie ich eine eigenständige Einkommensquelle aufbauen wollen.
Die Arbeit mit der FAO hat mich auch gelehrt, dass es in der Landwirtschaft nichts gibt, was ein Mann tun kann und eine Frau nicht.
Jetzt kann ich im Winter ohne Gewächshausheizung Salat produzieren. Diese Produktion außerhalb der Saison ermöglicht es mir, die Konkurrenz mit anderen Landwirten zu vermeiden. Und die qualitativ hochwertigen Produkte, die ich jetzt bei reduzierten Kosten anbaue, haben mir geholfen, die wirtschaftlichen Härten der Pandemie zu überwinden.
Mehr einheimische Frauen in meinem Dorf ziehen jetzt in die Landwirtschaft, um das Familieneinkommen aufzubessern.
Als Food Hero teile ich gerne mein Wissen und meine Erfahrung und möchte meinen Betrieb als Vorbild für die landwirtschaftliche Ausbildung nutzen.“
I have created this site to help people have fun in the kitchen. I write about enjoying life both in and out of my kitchen. Life is short! Make the most of it and enjoy!
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