Auf den Kapverdischen Inseln sammeln Einheimische den Sand vom Strand und verkaufen ihn an die Bauwirtschaft. Dieser Raubbau ist illegal, und die Folgen schaden der Umwelt. Doch es geht ums Überleben.Text Fotos: Terramatermagazin A ndrzej Ryback,PHILIPP HORAK
Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer
Kapverden,-Als die Ebbe die Brandung ein wenig glatter bügelt und das Meer sich für wenige Stunden zurückzieht, strömen ein Dutzend Frauen aus Ribeira da Barca hinaus auf den steinigen Strand. Respektvoll betrachten sie die Wellen, die immer noch mit Wucht ans Ufer donnern. Ihre Gesichter sind ernst. „Das Meer ist seit Monaten sehr unruhig“, murmelt Maria de Fatima Baros Monteiro in das Tosen der Brandung.
Die stämmige Frau trägt ein buntes Kopftuch, ein hellblaues T-Shirt und Shorts, die über ihren muskulösen Oberschenkeln spannen. Kein Zweifel, sie ist harte Arbeit gewohnt. Maria bekreuzigt sich, dann marschiert sie in das schäumende Meer. Die anderen Frauen folgen. Jede trägt einen großen Plastikeimer mit sich.
Im brusttiefen Wasser wartet bereits ihr Helfer. Francisco de Veiga Rocha, genannt Chiquinho, ein Baum von einem Mann, treibt immer wieder eine Schaufel in den Meeresboden und holt Sand und Kies an die Oberfläche. Bevor die nächste Welle anrollt, kippt er die Ladung in den Eimer der Frau, die ihm am nächsten steht.
40 kg Sand auf dem Kopf
Irgendwann ist auch Maria an der Reihe: Kaum ist ihr Eimer voll, geht sie in die Knie und stemmt die 40 Kilogramm schwere Last auf ihren Kopf, beißt die Zähne zusammen und watet, so schnell sie kann, in Richtung Ufer. Eine Welle rollt über sie hinweg, die Strömung zerrt an ihren Beinen. Maria taumelt, taucht unter und schnell wieder auf, watet weiter – und erreicht das Land. Sie kippt den Sand ab, verschnauft kurz und kehrt ins Meer zurück, wo Chiquinho schon mit der nächsten Ladung wartet.
Die Arbeit im Meer ist hart und gefährlich. Immer wieder werden die Frauen von Wellen fortgerissen, die wenigsten von ihnen können schwimmen. „Wir beten jedes Mal, dass uns das Meer nicht verschluckt“, sagt die 34-jährige Maria. „Doch uns bleibt nichts anderes übrig, als nach Sand zu graben.“ Sand ist ihr Leben: Die Menge, die Maria und die anderen Frauen im Verlauf des Tages anhäufen, verkaufen sie vom Strand weg an Bauunternehmer.Anzeige
Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer.
So wie auf den Kapverden ist Sand vom Strand auch weltweit zur begehrten und umkämpften Handelsware geworden. Abgebaut wird händisch, wie hier auf den Kapverden, oder mit gigantischen Baggerschiffen. Der Raubbau führt zu dramatischen ökologischen Schäden und längst auch zu internationalen Spannungen. Gary Griggs, Experte an der Universität Santa Cruz in Kalifornien, schätzt, dass weltweit 75 bis 90 Prozent aller Sandstrände schrumpfen. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, wird es bis Ende des Jahrhunderts keinen einzigen Sandstrand mehr geben. Doch die Frauen in der Brandung können mit ihrer Arbeit nicht aufhören – Sandschürfen ist für sie die einzige Möglichkeit, zu Geld zu kommen.
Wir beten jedes Mal, dass uns das Meer nicht verschluckt. Doch uns bleibt nichts anderes übrig, als nach Sand zu graben.Maria de Fatima Baros Monteiro, Sandgräberin
Ribeira da Barca: Das Dorf an der Westküste der Insel Santiago.
Ribeira da Barca ist ein Dorf mit rund 4.000 Einwohnern an der Westküste von Santiago, der größten Insel des Kapverden-Archipels. Es liegt an einem Hang, der sanft zum Meer hin abfällt. Auf den ersten Blick eine Idylle, jedoch eine mit Schattenseiten: In Ribeira gibt es keine Arbeit. Viele Männer sind deshalb in die Hauptstadt Praia gezogen oder sogar ausgewandert nach Portugal oder in die USA. Die meisten jungen Frauen sind alleinerziehende Mütter – wie Maria Monteiro. „Ich muss genug Geld verdienen, um die Ausbildung meiner Kinder zu bezahlen“, erzählt sie.
Die Schule kostet pro Kind etwa 10 Euro im Monat. Für Maria, die mit dem Sandschürfen etwa 50 Euro im Monat verdient, eine Menge Geld. „Früher war die Arbeit viel einfacher, da war der ganze Strand noch voll Sand“, erzählt Maria. „Doch nach und nach haben wir alles abgetragen. Deswegen müssen wir jetzt ins Wasser.“
Sie machen Sand zu Geld
Das Leben auf den Kapverden, 600 Kilometer westlich vor Senegal im Atlantik gelegen, war nie einfach. In den 1940er und 1950er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Inseln mehrmals von Hungersnöten heimgesucht. Bis heute gibt der Atlantik nicht genug Fisch und das karge Land nicht genug Mais zum Überleben. Bodenschätze bergen die vulkanischen Inseln keine.
Sand ist für die Armen von Santiago eines der wenigen Dinge, die sich zu Geld machen lassen. Die Bauindustrie benötigt ihn in großen Mengen, sie kommt angesichts des Bevölkerungswachstums mit der Fertigstellung von Häusern und Wohnungen kaum nach: Santiagos Einwohneranzahl hat sich in den vergangenen 30 Jahren auf rund 300.000 Menschen fast verdoppelt. Hier zeigt sich auch deutlich die Kluft zwischen Reich und Arm: Die Menschen mit Geld kaufen Sand, um sich Häuser zu bauen; die andere Hälfte, die kein Geld hat, baut ihn ab.
Früher war die Arbeit viel einfacher, da war der ganze Strand noch voll Sand. Doch nach und nach haben wir alles abgetragen. Deswegen müssen wir jetzt ins Wasser.Maria de Fatima Baros Monteiro, Sandgräberin
Kübelweise tragen die Sandgräberinnen den Sand vom Strand.
Wohin man auf Santiago auch kommt: Überall finden sich die Spuren des Sandabbaus. Manchmal sieht es aus, als hätten Riesenmaulwürfe die Küsten durchwühlt: Meterhoch türmen sich hunderte Haufen von vulkanisch schwarzem Sand und Kies, dazwischen klaffen Gräben und Löcher, oft zwei Meter tief. Selbst in ausgetrockneten Flussbetten wird gegraben.
Als er jung war, habe es auf Santiago überall Sandstrände gegeben, erzählt der 52jährige José Maria Semedo, Direktor des Forschungszentrums für regionale Entwicklung und Landplanung an der Universität von Kap Verde in der Hauptstadt Praia. „Heute ist vielleicht noch ein halbes Dutzend übrig.“ Früher kamen deshalb auch Tausende von Meeresschildkröten zur Eiablage auf die Insel. Heute findet man nur noch wenige Exemplare. Auch die Krabben sind beinahe verschwunden.
Der Sandabbau ist auf Santiago Frauensache. Jeden Morgen sieben Frauen, junge wie alte, das Erdreich, um Kieselsteine und Sand zu trennen, hunderte Tonnen pro Tag. „Wir schätzen, dass mehr als zehntausend Frauen Sand schürfen“, sagt Semedo. Offiziell verbietet die Regierung den Sandabbau schon seit 2002, beim Durchsetzen des Verbots ist sie jedoch lax – wohl absichtlich, kann sie doch den Sandschürferinnen keine alternativen Jobs bieten.
Gemeinsam gegen die Urkraft des Meeres.
Nicht nur auf den Kapverden plündern sie die Strände dermaßen, sondern auch in Marokko und Sierra Leone, auf Jamaika und in Indien, Vietnam und Indonesien. Obwohl Wind und Regen, Hitze und Kälte in jeder Sekunde Millionen von Sandkörnern entstehen lassen, wie Geologen errechnet haben, geht der Welt der Sand aus. Die Menschheit verbraucht nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) 59 Milliarden Tonnen Sand und Kiesel pro Jahr – doppelt so viel, wie die Natur produzieren kann. Rund die Hälfte davon wird mit Zement zu Beton verarbeitet; allein China hat in den vergangenen fünf Jahren mehr Sand verbaut als Amerika im gesamten 20. Jahrhundert.
Nun stockt der Nachschub. Fast ein Drittel der Sedimente, die früher von Flüssen ins Meer gespült wurde, bleibt heute in Staubecken liegen. Doch der Bedarf steigt: Viele Küstenstaaten brauchen Sand, um ihre Landfläche durch Neuaufschüttungen zu vergrößern. Singapur ist auf diese Weise in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 135 Quadratkilometer gewachsen; gleichzeitig verschwanden mehrere kleine Inseln in Indonesien, wo der Sand, teilweise illegal, mit Pumpschiffen abgesaugt wurde. Jakarta verhängte daraufhin ein Exportverbot, was den Sandpreis in Singapur von drei Dollar pro Tonne auf zwischenzeitlich bis zu 190 Dollar steigen ließ.
Die Sandreserven erschöpfen sich
Solche Entwicklungen sorgen dafür, dass sich in Marokko, Indien, Vietnam und Kambodscha eine Sand-Mafia gebildet hat, die den Rohstoff von Stränden und aus Flüssen stiehlt und verkauft. Allein in Indien werden etwa 500 Millionen Tonnen Sand pro Jahr illegal abgebaut. Wer sich Sandräubern in den Weg stellt, riskiert sein Leben – mehrere Umweltaktivisten wurden bereits ermordet.
Sogar der Wüstenstaat Dubai leidet unter Sandmangel. Zwar liegen Millionen Tonnen gratis vor der Haustür, doch die feinen Körner aus der Wüste sind zu rund und zu glatt geschliffen. Sie eignen sich weder für die Aufschüttung von Neuland noch für die Herstellung von Beton. Für ihre künstlichen Inseln Palm 1, The World und Palm 2 saugten die Araber rund eine Milliarde Kubikmeter Sand vom Meeresboden ab – und erschöpften so ihre Sandreserven. Der Sand für das höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa, musste bereits aus Australien importiert werden.
Sandgraben als letzte Hoffnung auf ein Einkommen
Auf den Kapverden kann sich niemand teure Sandimporte leisten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Santiago lebt unter dem Existenzminimum von zwei Dollar pro Tag. Also ernten die Frauen weiter den Sand vom Strand – und sichern damit ihre Existenz, genauso wie sie sie gefährden. Denn wo der Sandstrand fehlt, peitschen Stürme das Meer weit in die Dörfer, reißt Erosion ganze Landstücke weg, werden Häuser unterspült und Grundwasser und Felder versalzen.
Ohne Sand verschwinden Fauna und Flora, komplette Lebensräume gingen bereits verloren. Dadurch, so klagen die Fischer, gebe es in den Gewässern um die Inseln auch immer weniger zu fangen und damit immer weniger zu essen.
Die letzten Sandkörner werden ausgewaschen.
In Ribeira da Barca hat sich das Meer bereits die ersten Häuser geholt, deren Grundmauern ragen als Mahnung aus der Gischt. Zum Schutz des Kirchengebäudes gleich daneben ließ die Stadtverwaltung eine Schutzmauer errichten. Sie besteht aus groben Steinen. Und aus Beton. „All das sind die Folgen des Sandabbaus“, sagt Jeronimo Silva de Oliveira, der Delegierte der Provinzregierung. Er sucht die Schuld aber nicht bei der armen Bevölkerung.
Er selbst hat einige Jahre Sand geschöpft, bevor er einen Job fand. Er versteht die Notlage der Menschen. „Gut 80 Prozent aller Familien leben hier von Fischfang und Sandabbau“, sagt der Beamte. „Gehen die Fischfangmengen weiter zurück, wird der Sand zur wichtigsten Einnahmequelle.“ Das einzige Angebot der Behörden: Gemeinsam mit ausländischen NGOs bieten sie Kunsthandwerkskurse an. Hier lernen Sandschürferinnen, Souvenirs herzustellen. Doch die Nachfrage danach ist schwächer als die nach Sand, entsprechend gering ist das Interesse an den Kursen.
Trotz der schweren Arbeit ein Lächeln im Gesicht.
Es ist früh am Morgen. Dutzende Frauen arbeiten bereits am Strand von Águas Belas. „Das ist einer der letzten Strände in der Umgebung, an dem es noch Sand gibt“, sagt Valdira Monteiro Goncalves, genannt Fofa. Das Material ist fein, es muss nicht einmal gesiebt werden. Schnell schaufeln die Frauen mehrere Sandhügel zusammen. Danach beginnt der Abtransport.
Der Strand liegt in der Mündung eines Canyons, der sich trichterförmig zum Meer hin öffnet. Vom Ufer bis zur Steilwand des Canyons sind es etwa 150 Meter, dann führt ein Pfad 50 Meter bergauf. „Wir müssen den Sand Eimer für Eimer hinauftragen“, beschreibt Fofa. Nur die jungen Frauen schaffen die Steigung mit der schweren Last auf dem Kopf.
„Für mich ist der Anstieg inzwischen zu mühsam“, sagt Domingas Pereira, genannt Minga. Die zierliche Frau mit leicht angegrautem Haar ist 61. „Als mein Mann vor 20 Jahren starb, fing ich mit dem Sandschürfen an, um die Kinder durchzubringen. Jetzt bin ich aber ziemlich fertig, meine Knie schmerzen.“ Daher arbeitet Minga mit einem Helfer zusammen, Ulisses Semedo Gomes. Der schleppt ihre Kübel die Klippe hinauf. „Ich schaffe zehn bis zwölf Kübel pro Stunde“, sagt Ulisses stolz, aber auch ein wenig schüchtern. Was ihm das einbringt? „Wenn ich 80 Kübel hochschleppe, bekomme ich 1.000 Escudos (9 Euro).“
Im Canyon herrscht Idylle. Die Bäume sind grün, sie können während der Regenzeit genug Wasser speichern. Vögel zwitschern in den Baumkronen, wo sie sich mit Samen satt fressen. Wird alles so bleiben, wenn der Sand erst ganz weg ist? „Ich weiß, dass ich der Natur Schaden zufüge“, sagt Fofa. „Aber was soll ich tun? Soll meine Familie hungern und sterben?“
Hoch hinauf müssen die Sandkübel zur Sammelstelle getragen werden.
Ich weiß, dass ich der Natur Schaden zufüge. Aber was soll ich tun? Soll meine Familie hungern und sterben?Valdira Monteiro Goncalves, genannt Fofa
Ulisses Semedo Gomes hat fast sechs Jahre als Lehrer an einer Grundschule gearbeitet. Nach einem Wechsel der Provinzregierung wurde er entlassen. Seither hat er keine andere Arbeit gefunden. „Niemand schürft freiwillig Sand“, erklärt er. „Die Arbeit ist mörderisch. Aber meine Mutter ist krank, ich brauche Geld.“
Nach zwei Stunden wird die Schinderei für eine Pause unterbrochen, ehe es weitergeht. In kleinen Grüppchen bereiten die Frauen ihr Frühstück. Sie frittieren Fische in der Pfanne und wärmen dazu das traditionelle Mais-Bohnen-Gericht Cachupa. Hin und wieder kommt ein Kleinlaster vorbei, ein Galucho. Er parkt oben am Canyonrand, um den Sand abzuholen, rund drei Kubikmeter pro Fuhre kann er transportieren.
„Der Sand, den die Frauen verkaufen, ist billiger als der Industriesand aus dem Kieswerk“, sagt Tony Monteiro Moreira, Co-Inhaber einer Baufirma, die von kleinen Privataufträgen lebt. Inzwischen gibt es auf Santiago sieben kleine Kiesel- und Sandfabriken, in denen Basaltgestein zertrümmert wird. Eine Galucho-Ladung kostet hier mindestens 8.500 Escudos. Die Sandschürferinnen bieten die gleiche Menge für 5.000 Escudos. Also kauft Bauunternehmer Moreira den Sand vom Strand: „Wer baut, sucht immer nach der billigsten Quelle.“
Ein Kieswerk zertrümmert Stein um daraus Sand zu machen.
Der Sand, den die Frauen verkaufen, ist billiger als der Industriesand aus dem Kieswerk.Tony Monteiro Moreira, Co-Inhaber einer Baufirma
Dabei wissen er und seine Kunden, dass der salzige Sand aus dem Meer die Armierungen im Beton korrodieren lässt. „Das nehmen die Bauherren in Kauf“, sagt Ingenieur Moreira. „Für gutes Material fehlt das Geld.“
Gesetz zum Schutz des Sands
Im Februar hat die Regierung angekündigt, das Gesetz zum Schutz des Sands rigoroser durchzusetzen. Auf anderen Inseln des Archipels ist das bereits passiert. Seither kommt es dort immer wieder zu Protesten. Auch am Strand bei Ribeira da Barca tauchten zuletzt verstärkt Polizeipatrouillen auf. Die Sandschürferinnen lassen dann ihre Kübel fallen und laufen davon. Manchmal können die Beamten zwar die eine oder andere festhalten. Doch sie lassen die Frauen nach wenigen Stunden und der Aufnahme der Personalien wieder frei. Auch die Polizisten wissen: Zu Hause warten hungrige Kinder auf ihre Mütter.
„Wenn die Regierung uns den Zugang zum Strand blockiert, droht Hunger in Ribeira da Barca“, klagt Genoveva Gomes Correira. Die junge Frau, die alle nur Gini rufen, hat nie etwas anderes gemacht als Sandschürfen, so wie ihre Mutter zuvor. Nun lebt sie mit zwei Kindern in einem winzigen Haus am Rande der Stadt, das sie für 1.500 Escudos in Monat mietet. Die Decke bröckelt, der Stahlbeton trägt Rostflecken.
Gini ist stolz auf ihre 14-jährige Tochter. Die geht auf ein Gymnasium in der Provinzhauptstadt und gehört dort zu den besten Schülern. „Sie lernt Fremdsprachen und will in Zukunft als Flugbegleiterin arbeiten“, sagt Gini. „Ich werde weiter Sand abbauen, damit sie es schafft. Auch wenn ich dafür ins Gefängnis muss.“
Diese Geschichte erschien erstmals im Terra Mater Magazin, Mai 2018.
Dieses undatierte Aktenfoto, das vom Oregon Department of Corrections zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den zum Tode verurteilten Häftling Jesse Johnson. Das Berufungsgericht von Oregon hob am Mittwoch, dem 6. Oktober 2021, Johnsons Verurteilung wegen Mordes auf und sagte, sein Anwalt habe es versäumt, einen Zeugen zu interviewen, dessen Aussage den Verlauf des Prozesses hätte ändern können. (Oregon Department of Corrections über AP, Datei)Von ANDREW SELSKY/AP
“Rassismus und polizeiliches Fehlverhalten spielten eine bedeutende Rolle bei der ungerechtfertigten Verurteilung ein unschuldiger Mann“
SALEM, Oregon,– Oregons Berufungsgericht hob am Mittwoch die Verurteilung wegen Mordes und des Todes gegen einen Schwarzen auf und sagte, sein Verteidigungsteam habe es versäumt, einen wichtigen Zeugen zu befragen, der einen Weißen aus dem Haus des Opfers fliehen sah.
Jesse Johnson wurde beschuldigt, 1998 Harriet Thompson, eine 28-jährige schwarze Krankenschwester, in ihrem Haus in Salem erstochen zu haben. Er hat wiederholt seine Unschuld beteuert und einen Plädoyer-Deal abgelehnt.
Ryan O’Connor, Johnsons Anwalt während der Berufungsphase, sagte, Rassismus und polizeiliches Fehlverhalten hätten zu seiner rechtswidrigen Verurteilung beigetragen. Der Anwalt teilte Johnson in einem Telefonat mit dem Oregon State Penitentiary in Salem die Entscheidung des Berufungsgerichts mit.
“Er ist glücklich. Es fühlt sich an, als wäre es längst überfällig. Er sitzt schon lange im Gefängnis, weil er etwas nicht getan hat. Er sagte, darauf habe er gewartet“, sagte O’Connor.
Aber die Entscheidung bedeutet nicht, dass Johnson sofort freigelassen wird, wenn überhaupt. O’Connor sagte, die Generalstaatsanwältin von Oregon, Ellen Rosenblum, könne das Urteil beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates anfechten. Ihre Sprecherin Kristina Edmunson sagte, sie überprüfe die Entscheidung. Wenn es nicht vor den Obersten Gerichtshof geht, könnte der Bezirksstaatsanwalt von Marion County ein neues Verfahren anordnen oder die Anklage abweisen, sagte O’Connor.WERBUNG
Johnsons Berufung konzentrierte sich auf die Behauptung, dass seine Anwälte ihn nicht vertreten hätten, weil die Geschworenen nie gehört hätten, dass die Nachbarin des Opfers, Patricia Hubbard, einen Weißen gesehen hatte, der gegen 3:45 Uhr am 20 Innerhalb. Sekunden später hörte Hubbard Schreie aus Thompsons Haus, einen dumpfen Schlag und dann Stille.
Sie erzählte den Ermittlern, die sie gefunden und kontaktiert hatten, nachdem Johnson verurteilt worden war, dass sie den weißen Mann aus dem Haus rennen sah und ein paar Minuten später ein schwarzer Mann die Auffahrt hinunterging. Sie identifizierte ihn nicht als Johnson.
Die Geschworenen wussten das alles nicht, weil Johnsons Prozessanwälte es versäumten, Hubbard zu finden und mit ihr zu sprechen. Die Polizei befragte sie auch nicht, obwohl sie sich am Tag des Mordes an einen Polizisten gewandt und gesagt hatte, sie habe Informationen, nur um zu erfahren, dass er ihre Hilfe nicht brauche und nach Hause gehen solle.
Kurz nach dem Mord brachte ein anderer Nachbar von Thompsons einen Polizeidetektiv aus Salem zu Hubbards Haus. Als Hubbard anfing zu beschreiben, was sie gesehen hatte, sagte der Detektiv angeblich zweimal unter Verwendung eines rassischen Beinamens, dass eine Schwarze Frau ermordet wurde und ein Schwarzer „dafür bezahlen wird“.
O’Connor sagte, “Rassismus und polizeiliches Fehlverhalten spielten eine bedeutende Rolle bei der ungerechtfertigten Verurteilung von Herrn Johnson … Jesse Lee Johnson ist ein unschuldiger Mann, der mehr als 20 Jahre im Gefängnis verbracht hat, der wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat, zum Tode verurteilt wurde.”
Das Berufungsgericht sagte, ein Gericht nach der Verurteilung habe einen Fehler gemacht, als es zu dem Schluss kam, dass das Versäumnis von Johnsons Anwälten, ordnungsgemäß zu ermitteln, Johnsons Fall nicht beeinträchtigt habe.
„Eine vernünftige Untersuchung hätte wahrscheinlich dazu geführt, Hubbard zu finden und zu interviewen, was wiederum zu Beweisen und Zeugenaussagen geführt hätte, die den Ausgang des Prozesses hätten beeinflussen können“, sagte das Berufungsgericht.
Der ehemalige Gouverneur John Kitzhaber erklärte 2011 ein Moratorium für Hinrichtungen, und die derzeitige Gouverneurin Kate Brown verlängerte es, sodass zum Tode verurteilte Gefangene nicht mehr lange in der Todeszelle des Oregon State Penitentiary bleiben. Johnson wurde aus der allgemeinen Gefängnisbevölkerung gezogen, um O’Connors Anruf am Donnerstag in der Rechtsbibliothek des Gefängnisses entgegenzunehmen.
„Aufgrund von COVID führen sie keine persönlichen Besuche durch und die Rechtsanrufe sind wirklich gebucht, also mussten wir uns bemühen, einen Anruf zu erhalten“, sagte O’Connor. „Er hat diesen Anruf heute nicht erwartet. Wir haben über zwei Jahre auf diese Meinung gewartet. Es war eine angenehme Überraschung.“
O’Connor selbst hatte von der Entscheidung des Berufungsgerichts Reynold nur durch ständige Überprüfung der Website des Gerichts erfahren, auf der jeden Mittwoch Urteile veröffentlicht werden.
„Also war ich in meiner Küche, bereitete meine Kinder auf die Schule vor und aktualisierte die Website des Berufungsgerichts auf meinem Handy“, sagte O’Connor. “Ich war so glücklich. Meistens ist es ein Gefühl der Erleichterung, weil dies die richtige und gerechte Entscheidung ist, und ich glaube fest an die Unschuld von Herrn Johnson.“
Es gibt auch einen weiteren Versuch, Johnsons Unschuld zu beweisen.
Johnsons DNA befand sich in keinem der getesteten Mordbeweise. Das Oregon Innocence Project hat ein Gericht gebeten, zusätzliche DNA-Tests von Tatortbeweisen in dem Fall zuzulassen. Diese Berufung bleibt anhängig.
Facebook can take a long vacation, I am only here on twitter or wordpress, and trotzdem wishes Zuckerberg all the best here. And you should use twitter.(se/nz)
Bosnien und Herzegowina,- Zahlreiche Bürger von Banja Luka und diesem Teil von Bosnien und Herzegowina versammeln sich zu großen Protesten, die, wie die Organisatoren sagten, wegen der Dunkelheit der Medien und der Kriminalität im Zuge der jüngsten “Sauerstoff”-Affäre geplant waren.
live Update
18:55 – Auf Wunsch von Šarović endete die Rallye eineinhalb Stunden nach dem Start. Die Opposition schickte eine Nachricht an die Behörden in Banja Luka und kündigte ihr ein schwieriges Jahr an.
18:50 – Der letzte Redner war SDS-Chef Mirko Sarovic. Er las die Forderungen dieser Proteste vor.
“Wir haben drei Anfragen. BN-Fernsehen ist ein Synonym für Freiheit. Wir bitten RTRS, BN innerhalb von 15 Tagen wie ATV zu behandeln und sie in den Repeater auf Kozara aufzunehmen”, sagte Sarovic.
Foto: EM / Klix.ba
Eine weitere Forderung lautet, die Verantwortlichen der Affäre “Sauerstoff”, “Masken” und “Beatmungsgeräte” strafrechtlich zu verfolgen.
“Wir fordern die sofortige Absetzung von Minister Alen Šeranić, Direktor des UCC Vlado Đajić, sowie aller Direktoren von Gesundheitseinrichtungen. Wenn Ungerechtigkeit Gesetz wird, wird Widerstand zur Pflicht”, sagte Šarović.
18:40 – Nach Stanivuković sprach Vukota Govedarica und sagte, dass Milorad Dodik der Anführer der Guerilla-Kameradschaft sei. „Er ist ein gewöhnlicher Feigling“, sagte Govedarica.
Vukota Govedarica (Foto: EM / Klix.ba)
18:30 – Draško Stanivuković, der Bürgermeister von Banja Luka, verglich den heutigen Protest mit dem Aufstand gegen die Türken.
“Das sind keine Proteste, das ist ein Aufstand. Sie sangen ‘Niemand kann uns etwas antun’, das sieht man doch”, sagte Stanivuković.
Foto: EM / Klix.ba
18:22 – PDP-Vizepräsidentin Jelena Trivić sagte, dass ihr Herz heute Abend größer ist als Russland und Amerika.
“Sie haben kein Recht, dies von unserem Land aus zu tun. Nur ein Wort beschreibt, was sie tun – Verräter. Noch 364 Tage bis zur Wahl und zum Sieg”, sagte Trivic.
Jelena Trivic (Foto: EM / Klix.ba)
18:18 – Nebojsa Vukanovic erhielt stehende Ovationen und antwortete dem Publikum mit Versen von Aleksa Santic.
“Jemand hat die Diebe gerade beleidigt, indem er sagte: Liebe Diebe. Kein Dieb hat sein Haus gestohlen. Packen und gehen. Mile geht”, sagte Vukanović.
18:12 – Milan Miličević vom SDS, der Bürgermeister von Teslić, sagte, dass heute Abend der Krajina-Platz frei ist.
„Genug Angst, Milorad. Genug Angst, weil wir nur mit der Wahrheit kämpfen“, sagte er.
Milan Milicevic (SDS) (Foto: EM / Klix.ba)
18:00 – Die Versammelten geben Draško Stanivuković und Nebojša Vukanović die größte Unterstützung.
“Die Bühne ist rot, nur Vukan hat unsere Unterstützung”, lautet eine der Botschaften auf dem Krajina-Platz.
17:50 – Gott helfe Brüdern und Schwestern, sagte zu Beginn seiner Ansprache der Leiter des DNS, Nenad Nesic.
„Die Lügenfabrik wird uns überzeugen, dass wir nur wenige waren. Das reicht“, rief Nesic.
Nenad Nesic (Foto: EM / Klix.ba)
17:45 – Zweiter Redner ist Milan Radović, stellvertretender SDS-Präsident.
“Schauen Sie sich Mile an, diese Masse von Leuten, die Ihnen sagen – es ist vorbei. Die Leute sind heute hier passiert”, sagte Radović.
Die Bürger fingen an, “Liebe Diebe” zu singen.
Milan Radovic (Foto: EM / Klix.ba)
17:42 – Freie Banja Luka für eine freie RS, war die Botschaft des Präsidenten der PDP Branislav Borenovic. Er ist der erste Redner, der das Publikum anspricht.
„Niemand sollte auf die Idee kommen, Atemschutzgeräte für 15.000 zu kaufen und sie für 150.000 an die Bevölkerung zu verkaufen. Und nicht daran zu denken, seine eigenen Leute zu ersticken“, sagte Borenovic.
Borenovic sagte, das Schlüsselproblem sei “entweder sie oder wir”.
17:35 – „Genossen, die Zeit der Sackgasse ist gekommen. Wir werden nicht dafür bezahlen, dass RTRS uns anlügt Quadrat.
17:32 – Sprecher sind auf dem Platz angekommen.
17.30 Uhr – Wie geplant um 17.30 Uhr begannen Proteste der Opposition in Banja Luka. Wie unser Reporter berichtet, ist der Krajina-Platz komplett gefüllt.
Es wird erwartet, dass sich die politischen Führer der Opposition melden.
17:13 – Die Versammelten haben ein Bild von Milorad Dodik und die Nachricht “Nie wieder” gepostet.
17:11 – Der Schuldige für die schlechte Situation in der Gesellschaft wurde auf dem Krajina-Platz eindeutig identifiziert. “Die Regierung hat die Leute zum Narren gehalten, wir wollen Verschiebungen”, lautet eine der Botschaften.
17:05 – SDS-Präsident Mirko Šarović sagte heute, dass, obwohl das Hauptthema des Protests der Kampf gegen die mediale Dunkelheit war, in der sich RS befindet, die Ereignisse der letzten Tage andere Themen auferlegt haben, die auch bei diesem Protest diskutiert werden. “Eine davon ist die ‘Sauerstoff’-Affäre”, sagte Sarovic.
17:00 – Eine halbe Stunde vor Beginn des Protests wird der Krajina-Platz voller.
16:55 – Auf dem Krajina-Platz wurde ein großer Slogan “Shipovo with Draško” entwickelt.
Foto: EM / Klix.ba
16:50 – Einer der versammelten Bürger sagte unserem Reporter, dass er hier ist, weil es einfach unmöglich ist, so weiterzumachen.
„Privaten Zustand stoppen“ ist eine Meldung, die man sehen kann.
“Wir erwarten Veränderungen, ich wünsche denen, die kommen, alles Gute. Wir erleben ständig Ungerechtigkeit”, sind nur einige der Botschaften vom Krajina-Platz.
16:45 – Auf dem Krajina-Platz soll neben Bürgern aus Banja Luka und unserem Land auch Unterstützung aus der Diaspora gefunden werden.
Banja Luka protestiert den ganzen Tag, Autos mit Fahnen und Parolen kursieren stundenlang in der Stadt gegen die in Milorad Dodik personifizierte Regierung.
Das Treffen wird von der Opposition organisiert, wobei SDS, PDP, DNS, SPS, die Bewegung für Gerechtigkeit und Nebojsa Vukanovic hervorstechen. Sie riefen die Bürger dazu auf, möglichst zahlreich zu den Protesten zu kommen und sich so dem Kampf für eine „bessere und gerechtere Gesellschaft“ anzuschließen.
Die Organisatoren des Protests sagten, dass, obwohl das Hauptthema des Protests der Kampf gegen die mediale Dunkelheit war, in der sich die Republika Srpska befindet, in den letzten Tagen andere Themen durchgesetzt wurden, die auch bei diesem Protest diskutiert werden. Eine davon ist die “Oxygen”-Affäre.
Sizilien,-Bevor die Griechen im 8. Jahrhundert v.u.Z. Sizilien besiedelten, teilten sich drei kleine Völker die Insel. Grob gesagt: Im Westen siedelten die Elymer, im Osten die Sikuler und dazwischen die Sikaner.
Allerdings streitet die Gelehrtenwelt darüber, wie diese Verteilung im Detail aussah.
Über ihre traditionelle Lebensweise lässt sich nicht viel sagen. Es gibt keine schriftlichen Quellen aus der vorgriechischen Zeit.
Madonie Mountain Bild ItalyPhotos
Mit den Griechen erhält dann die Geschichtsschreibung Einzug; allerdings berichtet diese einseitig. Die drei großen Historiker Thukydides, Herodot und Strabon möchten die griechische Besiedlung für griechische Leser erzählen.
Vorgeschichte Siziliens
Die Nekropole von Pantalica wurde von den Sikanern zwischen dem 13. Und dem 8. Jahrhundert v.u.Z. angelegt. Über 1500 x 500 Meter erstrickt sich die Grabanlage. Ungefähr 5.000 Grablöcher sind sichtbar.
In späteren Zeiten wurden einige der Felslöcher bewohnt. Zur Zeit der arabischen Invasion wurde Pantalica sogar zur militärischen Verteidigung genutzt.
Seit 2005 ist das Gräberfeld Weltkulturerbe der Unesco.
Weiterführende Quellen/Literatur:
Smith, Christopher, Serrati, John; Sicily from Aenas to Augustus; New Approaches in Archaelogy and History.
Finley, Moses: Geschichte Siziliens und der Sizilianer.
Der Chefredakteur der russischen Nachrichtenagentur The Insider, Roman Dobrokhotov, der die Vergiftung des Oppositionsführers Alexei Nawalny untersuchte, sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview, dass er nach seiner Ausreise von den russischen Behörden gesucht werde.
Im Gespräch mit Reuters sagte Dobrokhotov, die Behörden hätten ihn beschuldigt, illegal die russische Grenze in die Ukraine überschritten zu haben. Dobrokhotov sagte nicht, wo er sich derzeit aufhält oder wie er das Land verlassen hat. Laut seiner Anwältin Yulia Kuznetsova wurde Dobrokhotov am 23. September zum gesuchten Mann erklärt.
Russlands Föderaler Sicherheitsdienst (FSB), der Nachfolger des sowjetischen KGB, teilte Reuters mit, Dobrochotow sei am 31. Juli mit Hilfe anderer Personen in die Ukraine eingereist. Die Behörde kündigte an, ihn festzunehmen und strafrechtlich zu verfolgen.
Bei einer Hausdurchsuchung im Juli beschlagnahmten die Behörden Dobrokhotovs Reisepass . Bei der Durchsuchung wurden auch seine Handys, Laptops und Tablets mitgenommen. Danach wurde er zum Verhör vorgeführt.
Dobrokhotov sagte Reuters, dass die Behörden am Donnerstagmorgen zwei Wohnungen seiner Familie und seiner Eltern durchsuchten, elektronische Geräte beschlagnahmten und seine Frau und seinen Vater zum Verhör brachten.
Reuters stellte fest, dass der Druck auf Journalisten und Medien, die der russischen Regierung kritisch gegenüberstehen, vor den Parlamentswahlen in diesem Monat gestiegen ist, wobei Dobrokhotov unter den Zielen war.
Der Insider, der mit dem investigativen Journalismus Bellingcat zusammengearbeitet hat, zog den Zorn russischer Beamter auf sich, als er dabei half, Sicherheitsbeamte zu benennen, die angeblich für die Vergiftung von Nawalny verantwortlich waren, die ihn fast getötet hätte.
Das Medienunternehmen wurde Anfang des Jahres zu einem „ausländischen Agenten“-Medium erklärt, was zu geringeren Werbeeinnahmen und Kennzeichnungspflichten führte. Am Mittwoch wurden zwei Menschenrechtsgruppen und ein weiteres Medienunternehmen bei einem anhaltenden Vorgehen gegen abweichende Meinungen ebenfalls als „ausländische Agenten“ bezeichnet .
Das Moskauer Justizministerium bezeichnete die Menschenrechtsgruppen OVD-Info und Zona Prava sowie das Medienunternehmen Mediazona zusammen mit 22 Personen als “ausländische Agenten”.
Mediazona kritisierte die Bezeichnung, dass „aufgrund des Labels ‚ausländische Agenten‘ Charaktere und Quellen zögern, mit Journalisten zu sprechen, Beamte dies als Ausrede benutzen, um unsere Fragen nicht zu beantworten, andere Medien bevorzugen es, Mediazona nicht zu zitieren (das müssen sie erwähnen .) wir sind ein ‘ausländischer Agent’) und die Leser leiden unter dem sinnlosen Haftungsausschluss in Großbuchstaben.”
Wieso in der Medien Landschaft: Medienwerte Publikum Hoffnung Schema begleitet angst und bannen, diese Informationen ist Historie Informationen zu den anderen Medien Landschaft, ihre Grundlage soll nicht verändert werden.(Text/se/nz)
Proteste indischer Bauern entzünden erneut die Herausforderung der Regierung Modi.
Neu-Delhi,- Indische Bauernproteste fordern Modis Regierung erneut heraus, anlässlich eines Jahres ihrer Demonstration gegen die sogenannte Modernisierung der Landwirtschaft in der Gesetzgebung. Diesmal haben die Bauern die volle Rückendeckung der Oppositionsparteien.
Die Proteste der indischen Bauern fordern die Regierung Modi erneut durch erneute Demonstrationen gegen die von der indischen Regierung unterstützten Agrargesetze heraus, von denen sie sagen, dass sie ihre Lebensgrundlagen zerstören werden. Am Montag blockierten Tausende von indischen Bauern außerhalb der Hauptstadt des Landes den Verkehr auf Hauptstraßen und Bahngleisen in einem landesweiten Streik zum Jahrestag der Verabschiedung des Gesetzes. Die langwierigen Demonstrationen stellten Premierminister Narendra Modi vor eine der größten politischen Herausforderungen, der 2019 zum zweiten Mal die Wahlen gewann.
Hunderte Bauern schwenkten bunte Fahnen und verteilten kostenlose Lebensmittel. Am Montag versammelten sich Hunderte von Bauern an einem der Protestorte am Rande der Hauptstadt Neu-Delhi.
Mohini Kaur, eine 61-jährige Einwohnerin von Neu-Delhi, reiste zum Protestort, um ihre Unterstützung für die Bauern zu demonstrieren.
„Diese Bauern mit Löwenherz sind heute hier unter der heißen Sonne. Sie waren Regen, Hitze und Kälte ausgesetzt“, sagte sie.
Proteste indischer Bauern wurden stärker
Die Demonstranten drückten ihre Entschlossenheit aus, die Bewegung am Laufen zu halten – einige brachten sogar Matratzen mit und campten im Laufe des Tages.
Entlang des südwestlichen und östlichen Randes von Neu-Delhi überfüllten protestierende Bauern die Autobahnen, erstickten den Verkehr und schnitten den Zugang von der Hauptstadt zu den Nachbarstaaten ab. Die Polizei wurde an drei Hauptdemonstrationsstätten in den Außenbezirken der Stadt entsandt, um für Recht und Ordnung zu sorgen.
Eine Koalition von Bauerngewerkschaften – bekannt als Samyukta Kisan Morcha oder Vereinigte Bauernfront – hat Geschäfte, Büros, Fabriken und andere Institutionen aufgefordert, ihre Türen aus Solidarität für den zehnstündigen Streik zu schließen. Die Streikaufrufe schienen jedoch weitgehend unbeantwortet zu bleiben, da die meisten Unternehmen ihre Arbeit in der gesamten Hauptstadt wie gewohnt fortsetzten.
Proteste indischer Bauern gegen sogenannte „Modernisierung der Landwirtschaft“
Auch in den benachbarten Bundesstaaten Punjab und Haryana – den beiden größten Agrarproduzenten des Landes – blockierten Tausende von Demonstranten Autobahnen, wodurch der Verkehr in einigen Gebieten zum Erliegen kam.
Im östlichen Bundesstaat Bihar wurden Züge angehalten, als Bauern auf Bahngleisen hockten. Demonstranten gingen auch auf die Straße, riefen Parolen gegen die Regierung Modi, verbrannten Reifen und blockierten Straßen in der gesamten Region. Die Polizei sagte, dass etwa 500 Demonstranten in Gewahrsam genommen wurden, fügte jedoch hinzu, dass die Abschaltung friedlich blieb.
In der südlichen Stadt Bengaluru marschierten am Montag Hunderte Menschen, um den Protest gegen die Regierung zu unterstützen. Im südlichen Bundesstaat Kerala forderte die regierende Linke Demokratische Front eine vollständige Schließung, berichteten lokale Medien.
Indiens ländliche Landschaft ist notorisch von Männern dominiert, aber Tausende von Frauen sind zu einer Säule der Bauernproteste geworden, die Straßen nach Neu-Delhi blockieren, was für die Regierung zu einer großen Herausforderung geworden ist.(Datei Bild)
Oppositionsparteien in Indien, darunter die Kongresspartei, haben die Bauern unterstützt. Der hochrangige Führer Rahul Gandhi nannte die Regierung „ausbeuterisch“ und sagte, er stehe am Montag mit den Bauern zusammen. Die Proteste der indischen Bauern werden von den Führern der Kongresspartei unterstützt, die sich solidarisch mit der Notlage der Bauern nach der drakonischen Gesetzgebung stellen.
Eine Reihe von Gesprächen zwischen der Regierung und den Landwirten konnte das Problem nicht lösen.
Im November eskalierten die Bauern ihre Bewegung, indem sie sich am Stadtrand von Neu-Delhi niederließen, wo sie fast ein Jahr lang zelteten und einen harten Winter sowie einen Coronavirus-Anstieg überstanden, der Indien Anfang dieses Jahres verwüstete.
Während die Protestbewegung der Bauern weitgehend friedlich verlief, durchbrachen Demonstranten im Januar Polizeibarrikaden, um das historische Rote Fort im Zentrum der Hauptstadt zu stürmen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei starben ein Demonstrant und Hunderte wurden verletzt.
Im Jahr 2017, als Julian Assange sein fünftes Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London verbrachte, plante die CIA, den WikiLeaks-Gründer zu entführen, was eine hitzige Debatte unter den Beamten der Trump-Regierung über die Rechtmäßigkeit und Praktikabilität einer solchen Operation auslöste.
Einige hochrangige Beamte der CIA und der Trump-Administration diskutierten sogar über die Ermordung von Assange und forderten sogar „Skizzen“ oder „Optionen“, wie man ihn ermorden könnte. Gespräche über die Entführung oder Ermordung von Assange seien „auf höchster Ebene“ der Trump-Administration geführt worden, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr. “Es schien keine Grenzen zu geben.”
Die Gespräche waren Teil einer beispiellosen CIA-Kampagne, die sich gegen WikiLeaks und seinen Gründer richtete. Zu den mehrgleisigen Plänen der Agentur gehörten auch umfangreiches Ausspionieren von WikiLeaks-Mitarbeitern, Zwietracht unter den Mitgliedern der Gruppe und der Diebstahl ihrer elektronischen Geräte.
Während Assange seit Jahren auf dem Radar der US-Geheimdienste war, wurden diese Pläne für einen umfassenden Krieg gegen ihn durch WikiLeaks’ fortlaufende Veröffentlichung von außergewöhnlich sensiblen CIA-Hacking-Tools, die zusammen als “Vault 7” bekannt sind, ausgelöst , die die Agentur letztendlich schloss den „größten Datenverlust in der CIA-Geschichte“ dar.
Der neu eingesetzte CIA-Direktor von Präsident Trump, Mike Pompeo, wollte sich an WikiLeaks und Assange rächen, die seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft Zuflucht gesucht hatten, um eine Auslieferung an Schweden wegen von ihm bestrittener Vergewaltigungsvorwürfe zu vermeiden. Pompeo und andere Top-Behördenleiter “waren völlig von der Realität losgelöst, weil sie sich wegen Vault 7 so sehr schämten”, sagte ein ehemaliger Trump-Beamter für nationale Sicherheit. “Sie haben Blut gesehen.”
Der ehemalige CIA-Direktor Mike Pompeo im Jahr 2017. (Andrew Harrer/Bloomberg über Getty Images)
Die Wut der CIA auf WikiLeaks führte dazu, dass Pompeo die Gruppe 2017 öffentlich als „nichtstaatlichen feindlichen Geheimdienst“ bezeichnete. Die Ernennung war mehr als nur ein provokatives Gesprächsthema, sondern öffnete den Agenten der Agentur die Tür zu weitaus aggressiveren Maßnahmen und behandelte die Organisation wie gegnerische Spionagedienste, sagten ehemalige Geheimdienstmitarbeiter gegenüber Yahoo News. Innerhalb weniger Monate überwachten US-Spione die Kommunikation und Bewegungen zahlreicher WikiLeaks-Mitarbeiter, einschließlich der audio- und visuellen Überwachung von Assange selbst, so ehemalige Beamte.
Diese Yahoo News-Untersuchung, die auf Gesprächen mit mehr als 30 ehemaligen US-Beamten basiert – von denen acht Details zu den Vorschlägen der CIA zur Entführung von Assange beschrieben – enthüllt zum ersten Mal eine der umstrittensten Geheimdienstdebatten der Trump-Präsidentschaft und enthüllt neue Details über Krieg der US-Regierung gegen WikiLeaks. Es war eine von Pompeo angeführte Kampagne, die wichtige rechtliche Beschränkungen umbrachte, möglicherweise die Arbeit des Justizministeriums zur Verfolgung von Assange gefährdete und eine schädliche Episode im Vereinigten Königreich, dem engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten, riskierte.
Die CIA lehnte eine Stellungnahme ab. Pompeo reagierte nicht auf Anfragen nach Kommentaren.
“Als amerikanischer Staatsbürger finde ich es absolut empörend, dass unsere Regierung erwägt, jemanden ohne Gerichtsverfahren zu entführen oder zu ermorden, nur weil er wahrheitsgetreue Informationen veröffentlicht hat”, sagte Barry Pollack, US-Anwalt von Assange, gegenüber Yahoo News.
Assange ist jetzt in einem Londoner Gefängnis untergebracht, da die Gerichte dort über einen US-Auslieferungsantrag des WikiLeaks-Gründers entscheiden, der angeklagt ist, versucht zu haben, der ehemaligen US-Armee-Analystin Chelsea Manning beim Einbruch in ein geheimes Computernetzwerk zu helfen und sich verschworen zu haben, vertrauliche Dokumente zu beschaffen und zu veröffentlichen des Spionagegesetzes.
„Meine Hoffnung und Erwartung ist, dass die britischen Gerichte diese Informationen berücksichtigen und ihre Entscheidung, nicht an die USA auszuliefern, weiter stärken“, fügte Pollack hinzu.
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die extremsten Maßnahmen gegen Assange jemals genehmigt wurden, teilweise aufgrund von Einwänden von Anwälten des Weißen Hauses, aber die WikiLeaks-Vorschläge der Agentur beunruhigten einige Verwaltungsbeamte so sehr, dass sie sich im Stillen an Mitarbeiter und Mitglieder des Kongresses im Repräsentantenhaus wandten und Geheimdienstausschüsse des Senats, um sie auf die Vorschläge von Pompeo aufmerksam zu machen. „Es gab ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Geheimdienstaufsicht, die durch diese Eskapade geäußert wurden“, sagte ein nationaler Sicherheitsbeamter von Trump.
Einige Beamte des Nationalen Sicherheitsrats befürchteten, dass die Vorschläge der CIA, Assange zu entführen, nicht nur illegal wären, sondern auch die strafrechtliche Verfolgung des WikiLeaks-Gründers gefährden könnten. Aus Sorge, dass die Pläne der CIA ein potenzielles Strafverfahren zum Scheitern bringen könnten, beschleunigte das Justizministerium die Ausarbeitung von Anklagen gegen Assange, um sicherzustellen, dass sie im Falle einer Überstellung in die Vereinigten Staaten in Kraft waren.
Ende 2017, mitten in der Debatte über Entführungen und andere extreme Maßnahmen, wurden die Pläne der Agentur auf den Kopf gestellt, als US-Beamte die ihrer Meinung nach alarmierenden Berichte aufgriffen, wonach russische Geheimdienstler sich darauf vorbereiteten, Assange aus dem Vereinigten Königreich zu schmuggeln und ihn aufzumuntern weg nach Moskau.
Die Geheimdienstberichte über einen möglichen Ausbruch wurden auf höchster Ebene der US-Regierung als glaubwürdig angesehen. Zu dieser Zeit hatten ecuadorianische Beamtebegonnene Bemühungen Assange den diplomatischen Status als Teil eines Plans zu gewähren, um ihm Deckung zu geben, um die Botschaft zu verlassen und nach Moskau zu fliegen, um in der russischen Mission des Landes zu dienen.
WikiLeaks-Gründer Julian Assange erscheint am 5. Februar 2016 am Fenster der ecuadorianischen Botschaft in London. (Kirsty Wigglesworth/AP)
Als Reaktion darauf begannen die CIA und das Weiße Haus mit der Vorbereitung einer Reihe von Szenarien, um Assanges russische Abgangspläne zu vereiteln, so drei ehemalige Beamte. Dazu gehörten potenzielle Feuergefechte mit Kreml-Agenten auf den Straßen Londons, der Zusammenstoß eines Autos mit einem russischen Diplomatenfahrzeug, das Assange transportierte und ihn dann packte, und das Abschießen der Reifen eines russischen Flugzeugs mit Assange, bevor es nach Moskau starten konnte. (US-Beamte baten ihre britischen Kollegen, die Schießerei durchzuführen, wenn Schüsse erforderlich waren, und die Briten stimmten zu, so ein ehemaliger hochrangiger Verwaltungsbeamter.)
„Wir hatten alle möglichen Gründe zu der Annahme, dass er darüber nachdachte, die Hölle loszuwerden“, sagte der ehemalige hochrangige Verwaltungsbeamte und fügte hinzu, dass einem Bericht zufolge Assange versuchen könnte, der in einem Wäschewagen versteckten Botschaft zu entkommen. “Es sollte wie ein Gefängnisausbruchsfilm werden.”
Die Intrige um eine mögliche Flucht von Assange löste ein wildes Gerangel zwischen rivalisierenden Spionagediensten in London aus. Amerikanische, britische und russische Behörden stationierten unter anderem Undercover-Agenten rund um die ecuadorianische Botschaft. Im Fall der Russen sollte es einen Ausbruch ermöglichen. Für die USA und alliierte Dienste sollte eine solche Flucht verhindert werden. “Es war mehr als komisch”, sagte der ehemalige hochrangige Beamte. “Es ging so weit, dass jeder Mensch im Umkreis von drei Blocks für einen der Geheimdienste arbeitete – egal ob Straßenkehrer, Polizist oder Sicherheitspersonal.”
Beamte des Weißen Hauses informierten Trump und warnten ihn, dass die Angelegenheit einen internationalen Vorfall provozieren könnte – oder noch schlimmer. „Wir haben ihm gesagt, das wird hässlich“, sagte der ehemalige Beamte.
Als sich die Debatte über WikiLeaks intensivierte, befürchteten einige im Weißen Haus, dass die Kampagne gegen die Organisation am Ende „Amerika schwächen“ würde, wie ein nationaler Sicherheitsbeamter von Trump es ausdrückte, indem sie Barrieren abbauen, die die Regierung daran hindern, Mainstream-Journalisten und Nachrichtenorganisationen ins Visier zu nehmen , sagten ehemalige Beamte.
Die Angst vor dem Nationalen Sicherheitsrat, sagte der ehemalige Beamte, könnte man so zusammenfassen: „Wo hört das auf?“
Als WikiLeaks im Dezember 2006 seine Website lancierte, war dies ein nahezu beispielloses Modell: Jeder konnte überall anonym Materialien zur Veröffentlichung einreichen. Und sie taten es, und zwar zu Themen, die von geheimen Bruderschaftsriten bis hin zu Einzelheiten der Gefangenenoperationen der US-Regierung in Guantánamo Bay reichten.
Doch Assange, der schlaksige australische Aktivist, der die Organisation leitete, erregte bis 2010 keine große Aufmerksamkeit, als WikiLeaks Aufnahmen mit Waffenkameras eines Luftangriffs von US-Armeehubschraubern in Bagdad im Jahr 2007 veröffentlichte, bei dem mindestens ein Dutzend Menschen, darunter zwei Reuters Journalisten und Verwundete zwei kleine Kinder. Das Pentagon hatteverweigert um das dramatische Video zu veröffentlichen, aber jemand hatte es WikiLeaks zur Verfügung gestellt.
WikiLeaks veröffentlicht 2007 durchgesickertes Filmmaterial eines US-amerikanischen Apache-Hubschraubers, der auf einem öffentlichen Platz im Osten Bagdads eine Gruppe von Männern tödlich erschoss. (US-Militär über Wikileaks.org)
Später in diesem Jahr veröffentlichte WikiLeaks auch mehrere Caches mit geheimen und sensiblen Dokumenten der US-Regierung im Zusammenhang mit den Kriegen in Afghanistan und im Irak sowie mehr als 250.000 US-Diplomatie-Depeschen. Assange wurde gefeiertetwas Kreise Als ein Heldund in anderen als Bösewicht. Für US-Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden stellte sich die Frage, wie mit der Gruppe umgegangen werden sollte, die anders agierte als typische Nachrichtenagenturen. „Das Problem von WikiLeaks war, dass es so etwas nicht gab“, sagte ein ehemaliger Geheimdienstler.
Wie man WikiLeaks definiert, hat lange Zeit alle verwirrt, von Regierungsbeamten bis hin zu Pressevertretern. Einige betrachten es als unabhängige journalistische Institution, während andere behauptet haben, es sei eine Dienerin ausländischer Spionagedienste.
„Sie sind keine journalistische Organisation, sie sind bei weitem nicht in der Nähe“, sagte William Evanina, der Anfang 2021 als oberster Geheimdienstmitarbeiter der USA in den Ruhestand ging, gegenüber Yahoo News in einem Interview. Evanina lehnte es ab, konkrete US-Vorschläge zu Assange oder WikiLeaks zu diskutieren.
Aber die Obama-Regierung hat aus Angst vor den Folgen für die Pressefreiheit – und gezüchtigt durch den Rückschlag ihrer eigenen aggressiven Leak-Jagd – die Ermittlungen gegen Assange und WikiLeaks eingeschränkt. „Wir haben jahrelang stagniert“, sagte Evanina. „Es gab eine Zurückhaltung in der Obama-Regierung auf hoher Ebene, Behörden zu erlauben, sich an bestimmten Arten von Geheimdiensterhebungen gegen WikiLeaks zu beteiligen, einschließlich Signalen und Cyberoperationen“, sagte er.
Das begann sich 2013 zu ändern, als Edward Snowden, ein Auftragnehmer der National Security Agency, mit einem riesigen Schatz an Verschlusssachen nach Hongkong floh, von denen einige enthüllten, dass die US-Regierung illegaldie Amerikaner ausspionieren. WikiLeaks half dabei, Snowdens Flucht aus Hongkong nach Russland zu arrangieren. Ein WikiLeaks-Redakteur begleitete Snowden auch nach Russland, blieb bei ihm während seines 39-tägigen Zwangsaufenthalts auf einem Moskauer Flughafen und mit ihm leben für drei Monate, nachdem Russland Snowden Asyl gewährt hatte.
Im Zuge von die Snowden-Enthüllungen, erlaubte die Obama-Administration den Geheimdiensten, das Sammeln von WikiLeaks zu priorisieren, so Evanina, jetzt CEO der Evanina Group. Wenn das FBI zuvor einen Durchsuchungsbefehl benötigte, um in die Datenbanken der Gruppe in den Vereinigten Staaten zu gelangen, oder eine Vorladung oder einen nationalen Sicherheitsbrief nutzen wollte, um Zugang zu WikiLeaks-bezogenen Finanzunterlagen zu erhalten, “das würde nicht passieren”. sagte ein anderer ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr. “Das hat sich nach 2013 geändert.”
Ein Bild von Edward Snowden auf einer Großleinwand in Hongkong am 23. Juni 2013. (Sam Tsang/South China Morning Post über Getty Images)
Von diesem Zeitpunkt an arbeitete der US-Geheimdienst eng mit befreundeten Geheimdiensten zusammen, um sich ein Bild von WikiLeaks’ Kontaktnetzwerk zu machen und es mit feindlichen staatlichen Geheimdiensten in Verbindung zu bringen, sagte Evanina. Die CIA versammelte in ihrem Office of Transnational Issues eine Gruppe von Analysten, die inoffiziell als „das WikiLeaks-Team“ bekannt ist, mit der Mission, die Organisation zu untersuchen, so ein ehemaliger Beamter der Agentur.
Immer noch an den geltenden Grenzen reibend, setzten sich hochrangige Geheimdienstler beim Weißen Haus ein, um WikiLeaks neu zu definieren – und einige hochkarätige Journalisten – wie „Informationsvermittler“Dies hätte den Einsatz weiterer Ermittlungsinstrumente gegen sie eröffnet und möglicherweise den Weg für ihre Strafverfolgung geebnet, so ehemalige Beamte. Es sei „ein Schritt in die Richtung, einem Gericht zu zeigen, dass wir es mit Agenten einer ausländischen Macht zu tun haben“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr.
Unter den Journalisten, die einige US-Beamte als „Informationsvermittler“ bezeichnen wollten, waren Glenn Greenwald, damals Kolumnist des Guardian, und Laura Poitras, eine Dokumentarfilmerin, die beide maßgeblich an der Veröffentlichung von Dokumenten von Snowden beteiligt waren.
„Ist WikiLeaks ein journalistisches Medium? Sind Laura Poitras und Glenn Greenwald wirklich Journalisten?“ sagte der ehemalige Beamte. “Wir haben versucht, die Definition von ihnen zu ändern, und ich habe dies dem Weißen Haus gepredigt und wurde abgelehnt.”
Die Politik der Obama-Regierung lautete: „Wenn es veröffentlichte Werke gibt, egal an welchem Ort, dann müssen wir sie als durch die Erste Änderung geschützte Personen behandeln“, sagte der ehemalige hochrangige Beamte der Spionageabwehr. “Es gab einige Ausnahmen von dieser Regel, aber sie waren sehr, sehr, sehr selten.” WikiLeaks, entschied die Verwaltung, passte nicht zu dieser Ausnahme.
In einer Erklärung gegenüber Yahoo News sagte Poitras, dass Versuche, sich selbst, Greenwald und Assange als „Informationsvermittler“ und nicht als Journalisten einzustufen, „abschreckend und eine Bedrohung für Journalisten weltweit“ seien.
„Dass sich die CIA auch verschworen hat, um die Überstellung und die außergerichtliche Ermordung von Julian Assange zu erreichen, ist ein staatlich gefördertes Verbrechen gegen die Presse“, fügte sie hinzu.
„Ich bin nicht im Geringsten überrascht, dass die CIA, eine langjährige autoritäre und antidemokratische Institution, einen Weg gefunden hat, den Journalismus zu kriminalisieren und andere Aggressionen gegen Journalisten auszuspionieren und zu begehen“, sagte Greenwald gegenüber Yahoo News.
Bis 2015 war WikiLeaks Gegenstand einer intensiven Debatte darüber, ob die Organisation von Strafverfolgungs- oder Spionagebehörden ins Visier genommen werden sollte. Einige argumentierten, dass das FBI die alleinige Verantwortung für die Untersuchung von WikiLeaks tragen sollte, ohne dass die CIA oder die NSA eine Rolle spielen würden. Insbesondere das Justizministerium habe seine Behörden „sehr beschützt“, ob Assange angeklagt werden soll und ob WikiLeaks „wie ein Medienunternehmen“ behandelt wird, sagte Robert Litt, der leitende Anwalt des Geheimdienstes während der Obama-Regierung.
Glenn Greenwald und Laura Poitras bei einer Pressekonferenz im Jahr 2014. (Eduardo Munoz/Reuters)
Dann, im Sommer 2016, auf dem Höhepunkt der Präsidentschaftswahlsaison, kam es zu einer seismischen Episode im sich entwickelnden Ansatz der US-Regierung zu WikiLeaks, als die Website begann, E-Mails der Demokratischen Partei zu veröffentlichen. Der US-Geheimdienst kam später zu dem Schluss, dass der russische Militärgeheimdienst GRU die E-Mails gehackt hatte.
Als Reaktion auf das Leck begann die NSA, die Twitter-Konten der mutmaßlichen russischen Geheimdienstler zu überwachen, die die durchgesickerten E-Mails der Demokratischen Partei verbreiteten, so ein ehemaliger CIA-Beamter. Diese Sammlung enthüllte direkte Nachrichten zwischen den Agenten, die den Spitznamen Guccifer 2.0 trugen, und dem Twitter-Account von WikiLeaks. Assange bestritt damals standhaft, dass die russische Regierung die Quelle für die E-Mails war, die auch von Mainstream-Nachrichtenorganisationen veröffentlicht wurden.
Trotzdem hat Assanges Kommunikation mit den mutmaßlichen Aktivisten die Angelegenheit für einige US-Beamte geklärt. Die Ereignisse von 2016 haben die Überzeugung der US-Geheimdienste “wirklich kristallisiert”, dass der WikiLeaks-Gründer “in Absprache mit Leuten handelte, die ihn benutzten, um die Interessen der Vereinigten Staaten zu verletzen”, sagte Litt.
Nach der Veröffentlichung der E-Mails der Demokratischen Partei habe es „null Debatte“ gegeben, ob die CIA ihre Ausspähung von WikiLeaks verstärken werde, sagte ein ehemaliger Geheimdienstler. Aber es gebe immer noch “Sensibilität dafür, wie wir sie sammeln würden”, fügte der ehemalige Beamte hinzu.
Die CIA betrachtete nun Personen, die mit WikiLeaks verbunden sind, als gültige Ziele für verschiedene Arten von Spionage, einschließlich der technischen Erfassung von Nahezu – wie Fehlern – die manchmal durch persönliche Spionage ermöglicht werden, und „Fernoperationen“, was unter anderem das Hacken von Die Geräte von WikiLeaks-Mitgliedern aus der Ferne, so ehemalige Geheimdienstler.
Die Ansichten der Obama-Regierung zu WikiLeaks erfuhren, was Evanina als „grundlegenden Wandel“ bezeichnete, kurz bevor Donald Trump, teilweise unterstützt durch WikiLeaks’ Veröffentlichung von demokratischen Wahlkampf-E-Mails, bei den Wahlen 2016 einen überraschenden Sieg über Hillary Clinton errang.
Als Trumps nationales Sicherheitsteam seine Positionen beim Justizministerium und bei der CIA einnahm, fragten sich Beamte, ob trotz seines Wahlkampfweges Erklärungder „Liebe“ für WikiLeaks würden Trumps Beauftragte die Organisation härter sehen. Sie sollten nicht enttäuscht werden.
„Es gab eine grundlegende Änderung in der Wahrnehmung von [WikiLeaks]“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr. Als es darum ging, Assange strafrechtlich zu verfolgen – was die Obama-Regierung abgelehnt hatte – habe das Weiße Haus von Trump einen anderen Ansatz verfolgt, sagte ein ehemaliger Beamter des Justizministeriums. “Niemand in dieser Crew würde über die First Amendment-Probleme zu zerrissen sein.”
Am 13. April 2017 betrat Pompeo mit einer US-Flagge am linken Revers seines dunkelgrauen Anzugs das Podium des Center for Strategic and International Studies (CSIS), einer Washingtoner Denkfabrik, um auf Stehplätzen zu liefern -nur seine ersten öffentlichen Äußerungen als Trumps CIA-Direktor.
Anstatt die Plattform zu nutzen, um einen Überblick über globale Herausforderungen zu geben oder bürokratische Veränderungen, die er bei der Agentur plante, darzustellen, widmete Pompeo einen Großteil seiner Rede der Bedrohung durch WikiLeaks.
„WikiLeaks geht wie ein feindlicher Geheimdienst und redet wie ein feindlicher Geheimdienst und hat seine Anhänger ermutigt, Jobs bei der CIA zu finden, um Informationen zu erhalten“, sagte er.
„Es ist an der Zeit, WikiLeaks als das zu bezeichnen, was es wirklich ist: ein nichtstaatlicher feindlicher Geheimdienst, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland unterstützt wird“, fuhr er fort.
Pompeo beantwortet 2017 Fragen am Center for Strategic and International Studies in Washington. (Pablo Martinez Monsivais/AP)
Es war kaum fünf Wochen her, seit WikiLeaks die CIA verblüfft hatte, als sie bekannt gab, dass sie eine riesige Tranche von Dateien – die sie „Vault 7“ nannte – von der ultrageheimen Hacking-Abteilung der CIA erhalten hatte. Trotz der aufgestockten Sammlung der CIA zu WikiLeaks kam die Ankündigung für die Agentur völlig überraschend, aber sobald die Organisation dieerste Materialien Auf ihrer Website wusste die CIA, dass sie vor einer Katastrophe stand.
Vault 7 “hat der Agentur bis ins Mark geschadet”, sagte ein ehemaliger CIA-Beamter. Beamte der Agentur „lachten früher über WikiLeaks“ und machten sich über das Außenministerium und das Pentagon lustig, weil sie so viel Material ihrer Kontrolle entkommen ließen.
Pompeo, der offenbar Angst vor dem Zorn des Präsidenten hatte, zögerte zunächst, den Präsidenten auch nur über Vault 7 zu informieren, so ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Trump-Administration. “Sagen Sie es ihm nicht, er muss es nicht wissen”, sagte Pompeo einem Briefträger, bevor er darauf hingewiesen wurde, dass die Informationen zu kritisch seien und der Präsident informiert werden müsse, sagte der ehemalige Beamte.
Wütende hochrangige FBI- und NSA-Beamte forderten wiederholt behördenübergreifende Treffen, um den Umfang des durch Vault 7 verursachten Schadens zu ermitteln, so ein anderer ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter.
Die NSA glaubte, dass das Leck, obwohl es nur CIA-Hacking-Operationen enthüllte, Ländern wie Russland oder China Hinweise auf NSA-Ziele und -Methoden geben könnte, sagte dieser ehemalige Beamte.
Pompeos aggressiver Ton beim CSIS spiegelte seine „freche Haltung“ wider, sagte ein ehemaliger hochrangiger Geheimdienstler. “Er würde die Grenzen so weit wie möglich verschieben wollen”, sagte der ehemalige Beamte während seiner Amtszeit als CIA-Direktor.
Die Trump-Administration sendete weitere Signale, dass sie nicht mehr an die selbst auferlegten Beschränkungen der Obama-Administration in Bezug auf WikiLeaks gebunden sein würde. Für einige US-Geheimdienste war dies eine willkommene Abwechslung. „Am Anfang gab es von Seiten der Geheimdienste eine immense Feindseligkeit gegenüber WikiLeaks“, sagte Litt.
Vault 7 habe „eine völlig neue Denkweise bei der Verwaltung ausgelöst, um zu überdenken, wie man WikiLeaks als gegnerischen Akteur betrachtet“, sagte Evanina. “Das war neu und erfrischend für die Geheimdienste und die Strafverfolgungsbehörden.” Updates zu Assange wurden häufig in Trumps Daily Brief des Präsidenten aufgenommen, einem streng geheimen Dokument, das von US-Geheimdiensten erstellt wurde und das laut einem ehemaligen nationalen Sicherheitsbeamten die kritischsten nationalen Sicherheitsprobleme des Tages zusammenfasst.
Die unmittelbare Frage, vor der Pompeo und die CIA standen, war, wie sie WikiLeaks und Assange zurückschlagen können. Beamte der Agentur fanden die Antwort in einem juristischen Taschenspielertrick. Damit US-Geheimdienste heimlich in die Aktivitäten eines ausländischen Akteurs eingreifen können, muss der Präsident in der Regel ein Dokument namens „Befund“ unterzeichnen, das eine solche verdeckte Handlung genehmigt, das auch den Geheimdienstausschüssen des Repräsentantenhauses und des Senats mitgeteilt werden muss. In sehr sensiblen Fällen ist die Benachrichtigung auf die sogenannte Gang of Eight des Kongresses beschränkt – die vier Vorsitzenden des Repräsentantenhauses und des Senats sowie der Vorsitzende und das ranghöchste Mitglied der beiden Ausschüsse.
Aber es gibt einen wichtigen Carveout. Viele der gleichen Aktionen, wenn sie gegen einen anderen Spionagedienst unternommen werden, gelten als „offensive Spionageabwehr“ -Aktivitäten, die die CIA durchführen darf, ohne eine Feststellung des Präsidenten zu erhalten oder den Kongress zu informieren, so mehrere ehemalige Geheimdienstbeamte.
Oft trifft die CIA diese Entscheidungen intern auf der Grundlage von Auslegungen des sogenannten „Common Law“, das im Geheimen innerhalb der Rechtsabteilung der Agentur weitergegeben wird. „Ich glaube nicht, dass die Leute erkennen, wie viel [die] CIA unter offensiven [Geheimdiensten] tun kann und wie wenig Kontrolle darüber besteht“, sagte ein ehemaliger Beamter.
Assange diskutiert auf einer Pressekonferenz 2010 in London die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente über den Krieg in Afghanistan. (Julian Simmonds/Shutterstock)
Die Schwierigkeit zu beweisen, dass WikiLeaks auf direktes Geheiß des Kremls operierte, war laut einem ehemaligen hochrangigen Spionageabwehr-Beamten einer der Hauptgründe dafür, dass die CIA die Gruppe als feindlichen Geheimdienst bezeichnete. „Es gab viele juristische Debatten über: Arbeiten sie als russischer Agent?“ sagte der ehemalige Beamte. “Es war nicht klar, dass sie es waren, also war die Frage, kann man sie als feindliches Wesen umrahmen.”
Die Anwälte des Geheimdienstes entschieden, dass dies möglich ist. Als Pompeo WikiLeaks zu einem „nichtstaatlichen feindlichen Geheimdienst“ erklärte, sprach er weder spontan noch wiederholte er einen Satz, den ein CIA-Redenschreiber erfunden hatte. „Dieser Satz wurde absichtlich gewählt und spiegelte die Ansicht der Regierung wider“, sagte ein ehemaliger Beamter der Trump-Regierung.
Aber Pompeos Erklärung überraschte Litt, der vor weniger als drei Monaten seine Position als General Counsel des Büros des Direktors für nationale Geheimdienste aufgegeben hatte. “Basierend auf den Informationen, die ich gesehen hatte, dachte ich, er wäre auf den Skiern unterwegs”, sagte Litt.
Für viele hochrangige Geheimdienstler war Pompeos Ernennung von WikiLeaks jedoch ein positiver Schritt. „Wir waren uns alle einig, dass WikiLeaks eine feindliche Geheimdienstorganisation war und entsprechend behandelt werden sollte“, sagte ein ehemaliger hochrangiger CIA-Beamter.
Kurz nach der Rede habe Pompeo eine kleine Gruppe hochrangiger CIA-Offiziere gebeten, in Bezug auf WikiLeaks „die Kunst des Möglichen“ herauszufinden, sagte ein anderer ehemaliger hochrangiger CIA-Beamter. „Er sagte: ‚Nichts ist verboten, zensiere dich nicht selbst. Ich brauche operative Ideen von Ihnen. Ich werde mir Sorgen um die Anwälte in Washington machen.’“ Das CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia, schickte Nachrichten, die CIA-Stationen und -Stützpunkte weltweit anwiesen, die Sammlung von WikiLeaks zu priorisieren, so der ehemalige hochrangige Vertreter der Agentur.
Die Einstufung von WikiLeaks durch die CIA als nichtstaatlicher feindseliger Geheimdienst ermöglichte “die Verdoppelung der Bemühungen um die Inkassoarbeit weltweit und im Inland” gegen die Gruppe, sagte Evanina. Zu diesen Bemühungen gehörte, die Bewegungen und Kommunikationen von Assange und anderen Top-Personen von WikiLeaks zu verfolgen, indem „mehr auf der technischen Seite gearbeitet und mehr auf der menschlichen Seite rekrutiert“ wurde, sagte ein anderer ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr.
Dies war keine leichte Aufgabe. WikiLeaks-Mitarbeiter seien „superparanoide Leute“, und die CIA schätzte, dass nur eine Handvoll Personen Zugang zu den Vault-7-Materialien hatten, die die Agentur abrufen wollte, sagte ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter. Diese Personen setzten Sicherheitsmaßnahmen ein, die den Erhalt der Informationen erschwerten, einschließlich der Aufbewahrung auf verschlüsselten Laufwerken, die sie entweder bei sich trugen oder in Tresoren einschlossen, so ehemalige Beamte.
WikiLeaks behauptete, nur einen Bruchteil der in seinem Besitz befindlichen Vault-7-Dokumente veröffentlicht zu haben. Was also, wenn der US-Geheimdienst eine Tranche dieser unveröffentlichten Materialien online finden würde? Im Weißen Haus begannen Beamte mit der Planung für dieses Szenario. Könnten die Vereinigten Staaten einen Cyberangriff auf einen Server starten, der von WikiLeaks verwendet wird, um diese Dokumente zu speichern?
Assange präsentiert US-Militärdokumente zum Irakkrieg auf einer Pressekonferenz in London am 23. Oktober 2010. (Shutterstock)
Beamte waren sich nicht sicher, ob das Verteidigungsministerium zu diesem Zeitpunkt die Befugnis dazu hatte, da die Unterschrift des Präsidenten fehlte. Alternativ, so schlugen sie vor, könnte die CIA vielleicht die gleiche Aktion im Rahmen der offensiven Spionageabwehrbefugnisse der Agentur durchführen. Schließlich, so argumentierten Beamte, würde die CIA ihre eigenen Dokumente löschen. US-Spione haben jedoch nie eine Kopie des unveröffentlichten Vault 7-Materials online gefunden, sodass die Diskussion laut einem ehemaligen nationalen Sicherheitsbeamten letztendlich strittig war.
Dennoch hatte die CIA einige Erfolge. Bis Mitte 2017 verfügten US-Spione über ausgezeichnete Informationen über zahlreiche WikiLeaks-Mitglieder und -Mitarbeiter, nicht nur über Assange, sagten ehemalige Beamte. Dazu gehörte, was diese Personen sagten und zu wem sie es sagten, wo sie reisten oder zu einem bestimmten Zeitpunkt sein würden und auf welchen Plattformen diese Personen kommunizierten, so ehemalige Beamte.
US-Spionagebehörden hätten gute Erkenntnisse über die „Lebensmuster“ von WikiLeaks-Mitarbeitern entwickelt, insbesondere über ihre Reisen innerhalb Europas, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter. Der US-Geheimdienst war nach Angaben des ehemaligen Beamten besonders an Informationen interessiert, die Reisen von WikiLeaks-Mitarbeitern nach Russland oder in Länder im russischen Orbit dokumentieren.
Bei der CIA bedeutete die neue Bezeichnung, dass Assange und WikiLeaks von „einem Sammelziel zu einem Ziel der Störung“ werden würden, sagte ein ehemaliger hochrangiger CIA-Beamter. Vorschläge, die innerhalb der CIA und des NSC nach oben durchsickerten, um verschiedene störende Aktivitäten – den Kern der „offensiven Spionageabwehr“ – gegen WikiLeaks zu unternehmen. Dazu gehörten die Lähmung der digitalen Infrastruktur, die Unterbrechung der Kommunikation, das Provozieren interner Streitigkeiten innerhalb der Organisation durch das Einbringen schädlicher Informationen und der Diebstahl elektronischer Geräte von WikiLeaks-Mitgliedern, so drei ehemalige Beamte.
Die Infiltrierung der Gruppe, entweder mit einer echten Person oder durch die Erfindung einer Cyber-Persona, um das Vertrauen der Gruppe zu gewinnen, wurde schnell als erfolglos abgetan, weil die hochrangigen WikiLeaks-Mitarbeiter laut ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern so sicherheitsbewusst waren. Zwietracht innerhalb der Gruppe zu säen schien ein einfacherer Weg zum Erfolg zu sein, zum Teil, weil „diese Jungs sich hassten und die ganze Zeit kämpften“, sagte ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter.
Aber viele der anderen Ideen seien “nicht reif für die Hauptsendezeit”, sagte der ehemalige Geheimdienstler.
„Ein Typ, der mit WikiLeaks verbunden ist, zog um die Welt, und sie wollten seinen Computer stehlen, weil sie dachten, er könnte die Dateien von Vault 7 haben“, sagte der ehemalige Beamte.
Der Beamte konnte diese Person nicht identifizieren. Aber einige dieser Vorschläge könnten schließlich genehmigt worden sein. Im Dezember 2020 hat ein deutscher Hacker, der eng mit WikiLeaks verbunden ist, bei den Vault 7-Veröffentlichungen geholfenbehauptetdass es einen Einbruchsversuch in seine Wohnung gegeben habe, die er mit einem aufwendigen Verschlusssystem gesichert hatte. Der Hacker Andy Müller-Maguhn sagte auch, er sei von mysteriösen Gestalten beschattet worden und sein verschlüsseltes Telefon sei abgehört worden.
Andy Müller-Maguhn spricht auf dem Cyber Security Summit in Bonn 2014. (Ollendorf/Itterman (Telekom))
Auf die Frage, ob die CIA in die Wohnungen von WikiLeaks-Mitarbeitern eingebrochen und deren Festplatten gestohlen oder gelöscht habe, lehnte ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter es ab, ins Detail zu gehen, sagte aber, dass “einige Maßnahmen ergriffen wurden”.
Im Sommer 2017 ließen die Vorschläge der CIA beim Nationalen Sicherheitsrat die Alarmglocken läuten. „WikiLeaks war eine totale Besessenheit von Pompeo“, sagte ein ehemaliger nationaler Sicherheitsbeamter der Trump-Administration. “Nach Vault 7 wollten Pompeo und [die stellvertretende CIA-Direktorin Gina] Haspel Rache an Assange.”
Bei Treffen zwischen hochrangigen Beamten der Trump-Administration, nachdem WikiLeaks mit der Veröffentlichung der Vault-7-Materialien begonnen hatte, begann Pompeo nach Angaben von vier ehemaligen Beamten über die Entführung von Assange zu diskutieren. Während die Idee, Assange zu entführen, Pompeos Ankunft in Langley vorausging, setzte sich der neue Direktor laut ehemaligen Beamten für die Vorschläge ein.
Pompeo und andere in der Agentur schlugen vor, Assange aus der Botschaft zu entführen und ihn heimlich über ein Drittland in die Vereinigten Staaten zurückzubringen – ein Prozess, der als Überstellung bekannt ist. Die Idee war, “in die Botschaft einzubrechen, [Assange] herauszuziehen und ihn dorthin zu bringen, wo wir wollen”, sagte ein ehemaliger Geheimdienstler. Eine weniger extreme Version des Vorschlags beinhaltete, dass US-Agenten Assange aus der Botschaft schnappten und ihn den britischen Behörden auslieferten.
Solche Aktionen würden mit Sicherheit einen diplomatischen und politischen Feuersturm auslösen, da sie die Unantastbarkeit der ecuadorianischen Botschaft verletzt hätten, bevor sie den Bürger eines kritischen US-Partners – Australien – in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs, dem engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten, entführt hätten . Der Versuch, Assange aus einer Botschaft in der britischen Hauptstadt zu entführen, sei einigen „lächerlich“ erschienen, sagte der ehemalige Geheimdienstler. „Dies ist nicht Pakistan oder Ägypten – wir sprechen über London.“
Die britische Duldung war alles andere als sicher. Ehemalige Beamte unterscheiden sich darin, wie viel die britische Regierung über die Überstellungspläne der CIA für Assange wusste, aber irgendwann haben amerikanische Beamte das Thema mit ihren britischen Amtskollegen angesprochen.
Die ecuadorianische Botschaft in London, wo WikiLeaks-Gründer Julian Assange sieben Jahre lang residierte. (Wird Oliver/EPA/Shutterstock)
„Es gab eine Diskussion mit den Briten darüber, die andere Wange hinzuhalten oder wegzusehen, als ein Team von Jungs hineinging und eine Überstellung machte“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr. „Aber die Briten sagten: ‚Auf keinen Fall, das tun Sie nicht auf unserem Territorium, das passiert nicht.’“ Die britische Botschaft in Washington antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Zusätzlich zu diplomatischen Bedenken hinsichtlich der Überstellung glaubten einige NSC-Beamte, dass die Entführung von Assange eindeutig illegal wäre. „Man kann Menschen nicht in ein Auto werfen und entführen“, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter.
Tatsächlich sagte dieser ehemalige Beamte für einige NSC-Mitarbeiter: „Dies war die Schlüsselfrage: War es möglich, Assange unter [der] offensiven Spionageabwehr“ der Behörden zu stellen? Nach Ansicht dieses ehemaligen Beamten sollten diese Befugnisse traditionelle Spionage-gegen-Spionage-Aktivitäten ermöglichen, „nicht die gleiche Art von Mist, die wir im Krieg gegen den Terror angerichtet haben“.
Einige Diskussionen gingen sogar über die Entführung hinaus. US-Beamte hatten nach Angaben von drei ehemaligen Beamten auch erwogen, Assange zu töten. Einer dieser Beamten sagte, er sei über ein Treffen im Frühjahr 2017 informiert worden, bei dem der Präsident gefragt habe, ob die CIA Assange ermorden könne und ihm „Optionen“ dafür aufzeige.
„Es wurde als aus den Fugen geraten und lächerlich angesehen“, erinnerte sich dieser ehemalige hochrangige CIA-Beamte an den Vorschlag.
Es ist unklar, wie ernst die Vorschläge, Assange zu töten, wirklich waren. „Mir wurde gesagt, dass sie nur spucken“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr, der über die Diskussionen über „kinetische Optionen“ in Bezug auf den WikiLeaks-Gründer informiert wurde. “Es war nur Trump, der Trump war.”
Ungefähr zur gleichen Zeit forderten und erhielten die Führungskräfte der Agentur jedoch „Skizzen“ von Plänen zur Ermordung von Assange und anderen in Europa ansässigen WikiLeaks-Mitgliedern, die Zugang zu Vault 7-Materialien hatten, sagte ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter. Es gebe Diskussionen, “ob die Tötung von Assange möglich und legal sei”, sagte der ehemalige Beamte.
Yahoo News konnte nicht bestätigen, ob diese Vorschläge das Weiße Haus erreicht haben. Einige Beamte mit Kenntnis der Überstellungsvorschläge sagten, sie hätten keine Diskussionen über die Ermordung von Assange gehört.
In einer Erklärung gegenüber Yahoo News bestritt Trump, jemals daran gedacht zu haben, Assange ermorden zu lassen. “Es ist völlig falsch, es ist nie passiert”, sagte er. Trump schien sein Mitgefühl für Assanges Notlage auszudrücken. „Tatsächlich denke ich, dass er sehr schlecht behandelt wurde“, fügte er hinzu.
Was auch immer Trump zu dieser Zeit in der Sache sah, seine NSC-Anwälte waren laut ehemaligen Beamten ein Bollwerk gegen die potenziell illegalen Vorschläge der CIA. „Während die Leute denken, dass die Trump-Administration nicht an Rechtsstaatlichkeit glaubte, hatten sie gute Anwälte, die darauf geachtet haben“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Geheimdienstler.
Der damalige Präsident Donald Trump im CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia, im Jahr 2017. (Mandel Ngan/AFP über Getty Images)
Das Gespräch über die Überstellung erschreckte einige hochrangige Verwaltungsbeamte zutiefst. John Eisenberg, der führende NSC-Anwalt, und Michael Ellis, sein Stellvertreter, machten sich Sorgen, dass „Pompeo Dinge befürwortet, die wahrscheinlich nicht legal sind“, einschließlich „überstellungsähnlicher Aktivitäten“, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter. Eisenberg schrieb an CIA-General Counsel Courtney Simmons Elwood und drückte seine Besorgnis über die WikiLeaks-bezogenen Vorschläge der Agentur aus, so ein anderer nationaler Sicherheitsbeamter von Trump.
Es ist unklar, wie viel Elwood über die Vorschläge wusste. “Als Pompeo übernahm, hat er die Anwälte aus vielen Dingen herausgeschnitten”, sagte ein ehemaliger hochrangiger Anwalt des Geheimdienstes.
Pompeos sofortiger Zugang zum Oval Office, wo er sich allein mit Trump treffen würde, verschärfte die Befürchtungen der Anwälte. Eisenberg machte sich Sorgen, dass der CIA-Direktor diese Treffen mit Behörden oder vom Präsidenten unterzeichneten Genehmigungen verließ, von denen Eisenberg nach Angaben früherer Beamter nichts wusste.
NSC-Beamte machten sich auch Sorgen über den Zeitpunkt der möglichen Entführung von Assange. Diskussionen über die Freilassung von Assange fanden statt, bevor das Justizministerium eine Strafanzeige gegen ihn erhob, selbst unter Verschluss – was bedeutet, dass die CIA Assange ohne Rechtsgrundlage aus der Botschaft hätte entführen können, um ihn in den Vereinigten Staaten vor Gericht zu stellen.
Eisenberg forderte Beamte des Justizministeriums auf, ihre Anklageerhebungen gegen Assange zu beschleunigen, falls die Überstellungspläne der CIA nach Angaben ehemaliger Beamter voranschreiten sollten. Das Weiße Haus sagte dem Generalstaatsanwalt Jeff Sessions, dass die Staatsanwälte, wenn sie Gründe hätten, Assange anzuklagen, sich beeilen und dies tun sollten, so ein ehemaliger hochrangiger Verwaltungsbeamter.
Komplizierter wurde es im Mai 2017, als die Schweden ihre Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen Assange einstellten, der die Vorwürfe stets bestritten hatte. Beamte des Weißen Hauses entwickelten einen Backup-Plan: Die Briten würden Assange wegen einer Anklage gegen Kaution festhalten, was den Staatsanwälten des Justizministeriums eine Verzögerung von 48 Stunden einräumte, um eine Anklageschrift zu bearbeiten.
Eisenberg war besorgt über die rechtlichen Auswirkungen, Assange ohne Anklageerhebung zu befreien, so ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter. Ohne eine Anklageschrift, wohin würde die Agentur ihn bringen, sagte ein anderer ehemaliger Beamter, der an NSC-Sitzungen zu diesem Thema teilnahm. „Wollen wir zu ‚schwarzen Seiten‘ zurückkehren?“
Als US-Beamte über die Rechtmäßigkeit der Entführung von Assange diskutierten, kamen sie zu der Überzeugung, dass sie gegen die Zeit rennen. Geheimdienstberichte warnten, dass Russland seine eigenen Pläne habe, den WikiLeaks-Führer aus der Botschaft zu schmuggeln und nach Moskau zu fliegen, so Evanina, die von 2014 bis Anfang 2021 die führende US-Geheimdienstmitarbeiterin war.
Die Vereinigten Staaten „hatten eine exquisite Sammlung seiner Pläne und Absichten“, sagte Evanina. „Wir waren sehr zuversichtlich, dass wir jeden dieser [Flucht-]Versuche abmildern konnten.“
Beamte waren besonders besorgt, als mutmaßliche russische Agenten in diplomatischen Fahrzeugen in der Nähe der ecuadorianischen Botschaft beobachtet wurden, wie sie ein “Starburst” -Manöver praktizierten, eine übliche Taktik für Spionagedienste, bei der mehrere Agenten laut ehemaligen Beamten plötzlich auseinanderstreunen, um der Überwachung zu entgehen. Dies könnte eine Übung für eine Exfiltration gewesen sein, die möglicherweise mit den Ecuadorianern koordiniert wurde, um Assange aus der Botschaft zu holen und ihn aus dem Land zu holen, glaubten US-Beamte.
Assange begrüßt am 19. Mai 2017 Unterstützer vor der ecuadorianischen Botschaft in London. (Frank Augstein/AP)
„Die Ecuadorianer würden den Russen einen Hinweis geben, dass sie Assange auf der Straße freilassen würden, und dann würden die Russen ihn abholen und nach Russland zurückbringen“, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter.
Beamte entwickelten mehrere taktische Pläne, um jeden Versuch des Kremls, Assange zu entkommen, zu vereiteln, von denen einige Zusammenstöße mit russischen Aktivisten in der britischen Hauptstadt vorsahen. „Von einem Faustkampf über eine Schießerei bis hin zu aufeinanderprallenden Autos könnte alles passieren“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Trump-Regierung.
US-Beamte waren sich nicht einig, wie Assange im Falle eines Fluchtversuchs verboten werden soll. Ein Vorschlag, einen Autounfall einzuleiten, um Assanges Fahrzeug anzuhalten, war nicht nur eine „grenzwertige“ oder „extralegale“ Vorgehensweise – „etwas, das wir in Afghanistan tun würden, aber nicht in Großbritannien“ –, sondern war auch besonders sensibel, da Assange wahrscheinlich in einem russischen Diplomatenfahrzeug transportiert werden, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter.
Wenn die Russen es schaffen würden, Assange in ein Flugzeug zu bekommen, würden US- oder britische Agenten es am Start hindern, indem sie es mit einem Auto auf der Landebahn blockieren, einen Hubschrauber darüber schweben oder seine Reifen herausschießen, so ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Trump-Regierung . Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es den Russen gelingen sollte, in die Luft zu kommen, planten Beamte, die europäischen Länder aufzufordern, dem Flugzeug die Überflugrechte zu verweigern, sagte der ehemalige Beamte.
Schließlich entwickelten die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich einen „gemeinsamen Plan“, um Assange an der Flucht zu hindern und Wladimir Putin die Art von Propaganda-Coup zu bescheren, die er bei Snowdens Flucht nach Russland im Jahr 2013 genossen hatte, sagte Evanina.
Der russische Präsident Wladimir Putin sagte auf einer Pressekonferenz in Moskau am 1. Juli 2013, sein Land habe noch nie jemanden ausgeliefert. (Alexander Nemenov/AFP über Getty Images)
„Es ist nicht nur er, der nach Moskau kommt und Geheimnisse mitnimmt“, sagte er. „Der zweite Wind, den Putin bekommen würde – er bekommt Snowden und jetzt bekommt er Assange – es wird ein geopolitischer Gewinn für ihn und seine Geheimdienste.“
Evanina lehnte es ab, sich zu den Plänen zu äußern, die Assange an der Flucht nach Russland hindern sollten, schlug jedoch vor, dass die Geheimdienstallianz „Five Eyes“ zwischen den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland kritisch sei. “Wir waren innerhalb der Five Eyes sehr zuversichtlich, dass wir ihn daran hindern könnten, dorthin zu gehen”, sagte er.
Die Zeugenaussage in einer spanischen kriminalpolizeilichen Untersuchung deutet jedoch stark darauf hin, dass der US-Geheimdienst möglicherweise auch interne Hilfe hatte, um Assanges Pläne im Auge zu behalten.
Bis Ende 2015 hatte Ecuador eine spanische Sicherheitsfirma namens UC Global beauftragt, die Londoner Botschaft des Landes zu schützen, wo Assange bereits mehrere Jahre damit verbracht hatte, WikiLeaks von seinem Wohnquartier aus zu betreiben. Unbemerkt von Ecuador arbeitete UC Global Mitte 2017 jedoch auch für den US-Geheimdienst,entsprechend zwei ehemalige Mitarbeiter wer hat ausgesagt in einer spanischen kriminalpolizeilichen Untersuchung zuerst gemeldet von der Zeitung El País.
Die spanische Firma lieferte US-Geheimdiensten detaillierte Berichte über Assanges Aktivitäten und Besucher sowie eine Video- und Audioüberwachung von Assange durch heimlich installierte Geräte in der Botschaft, sagten die Mitarbeiter aus. Ein ehemaliger US-amerikanischer Sicherheitsbeamter bestätigte, dass der US-Geheimdienst Zugang zu Video- und Audio-Feeds von Assange in der Botschaft hatte, lehnte es jedoch ab, anzugeben, wie er diese erlangt hatte.
Im Dezember 2017 schien der Plan, Assange nach Russland zu bringen, fertig zu sein. UC Global habe erfahren, dass Assange „von den ecuadorianischen Behörden einen Diplomatenpass erhalten werde, mit dem Ziel, die Botschaft für den Transit in einen Drittstaat zu verlassen“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter. Am 15. Dezember machte Ecuador Assange zum offiziellen Diplomaten dieses Landes und plante, ihn seiner Botschaft in Moskau zuzuweisenerhaltene Dokumente von Associated Press.
Assange bereitet sich auf eine Erklärung vor der ecuadorianischen Botschaft in London am 19. Mai 2017 vor. (Matt Dunham/AP)
Assange sagte, er sei sich des Plans des ecuadorianischen Außenministers „nicht bewusst“, ihn nach Moskau zu entsenden, und weigerte sich, „diesen Auftrag anzunehmen“, sagte Fidel Narvaez, der 2017 erster Sekretär der ecuadorianischen Botschaft in London war und 2018.
Narvaez sagte gegenüber Yahoo News, er sei von seinen Vorgesetzten angewiesen worden, Assange als Diplomat bei der Londoner Botschaft akkreditieren zu lassen. “Ecuador hatte jedoch einen Plan B”, sagte Narvaez, “und ich verstand, dass es Russland sein sollte.”
Aitor Martínez, ein spanischer Anwalt von Assange, der eng mit Ecuador zusammengearbeitet hat, um Assange seinen Diplomatenstatus zu verschaffen, sagte auch, der ecuadorianische Außenminister habe Assange die Russland-Beauftragung als vollendete Tatsache präsentiert – und dass Assange, als er davon hörte, die Idee.
Am 21. Dezember hat das Justizministerium heimlich berechnetAssange, die Chancen auf eine legale Auslieferung an die USA erhöhen. Am selben Tag zeichnete UC Global ein Treffen zwischen Assange und dem Chef des ecuadorianischen Geheimdienstes auf, um Assanges Fluchtplan zu besprechen. entsprechendEl Pais. „Stunden nach dem Treffen“ habe der US-Botschafter sein Wissen über den Plan an seine ecuadorianischen Amtskollegen weitergegeben, berichtete El País.
Martínez sagt, der Plan – organisiert vom Chef des ecuadorianischen Geheimdienstes –, Assange aus der Londoner Botschaft zu schmuggeln und als Diplomat in ein Drittland weiterzuleiten, wurde abgesagt, nachdem sie erfahren hatten, dass die Amerikaner davon wussten.
Aber US-Geheimdienste glaubten, dass Russland plante, Assange zu exfiltrieren. angeblicham Heiligabend. Nach Angaben des ehemaligen UC Global-Mitarbeiters diskutierte der Firmenchef mit seinen amerikanischen Kontakten über die Möglichkeit, die Botschaftstür wie aus Versehen offen zu lassen, „wodurch Personen von außerhalb der Botschaft eintreten und den Asylsuchenden entführen könnten“.
Im Zeugnis zuerst gemeldetim Guardian nahm auch eine andere Idee Gestalt an. „Sogar die Möglichkeit, Herrn Assange zu vergiften, wurde diskutiert“, sagte der Mitarbeiter, sein Chef habe ihm erzählt.
Sogar Assange schien ein Attentat zu befürchten. Einiges Vault-7-Material, das nach Ansicht von CIA-Beamten noch schädlicher war als die von WikiLeaks veröffentlichten Dateien, war nach Angaben von US-Beamten an Assanges Kollegen mit der Anweisung verteilt worden, es zu veröffentlichen, falls einer von ihnen getötet würde.
Eine Hauptfrage für US-Beamte war, ob ein CIA-Plan, Assange zu entführen oder möglicherweise zu töten, legal war. Die Gespräche fanden unter der Ägide der neuen “offensiven Spionageabwehr”-Behörden der Agentur statt, so ehemalige Beamte. Einige Beamte hielten dies für eine sehr aggressive und wahrscheinlich rechtlich verletzende Interpretation dieser Befugnisse.
Ohne eine Feststellung des Präsidenten – die Anweisung, um verdeckte Operationen zu rechtfertigen – wäre die Ermordung von Assange oder anderen WikiLeaks-Mitgliedern laut mehreren ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern illegal. In manchen Situationen reiche selbst ein Befund nicht aus, um eine Klage zu rechtfertigen, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter. Die neu entdeckten offensiven Abwehrbefugnisse der CIA in Bezug auf WikiLeaks hätten sich nicht auf ein Attentat ausgeweitet. „Diese Art von tödlicher Aktion würde weit außerhalb einer legitimen Geheimdienst- oder Spionageabwehraktivität liegen“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Anwalt der Geheimdienstgemeinschaft.
Am Ende seien die Attentatsgespräche ins Leere gelaufen, sagten ehemalige Beamte.
Die Idee, Assange zu töten, “hatte keinen ernsthaften Anklang”, sagte ein ehemaliger hochrangiger CIA-Beamter. “Es war eine verrückte Sache, die unsere Zeit verschwendet.”
Im Weißen Haus kamen Pompeos leidenschaftliche Argumente zu WikiLeaks kaum voran. Die aggressivsten Vorschläge des Direktors wurden in Langley „wahrscheinlich ernst genommen“, aber nicht innerhalb des NSC, sagte ein ehemaliger Nationaler Sicherheitsbeamter.
Sogar Sessions, Trumps „sehr, sehr anti-Assange“-Generalstaatsanwalt, war gegen das Vordringen der CIA in das Territorium des Justizministeriums und glaubte, dass der Fall des WikiLeaks-Gründers am besten auf legalem Weg behandelt würde, sagte der ehemalige Beamte.
Die Bedenken von Session spiegelten die Spannungen zwischen den verstärkten Geheimdienstbeschaffungs- und Störungsbemühungen gegen WikiLeaks und dem Ziel des Justizministeriums wider, Assange vor Gericht zu verurteilen, so ehemalige Beamte. Je aggressiver die Vorschläge der CIA wurden, desto mehr machten sich andere US-Beamte Sorgen darüber, was der Entdeckungsprozess offenbaren könnte, wenn Assange in den USA vor Gericht gestellt würde.
“Ich war an jedem dieser Gespräche beteiligt”, sagte Evanina. “So sehr wir grünes Licht hatten, um Dinge zu tun, hatte alles, was wir taten oder wollten, Auswirkungen auf andere Teile der Verwaltung.” Infolgedessen, sagte er, würden manchmal Verwaltungsbeamte die Geheimdienstgemeinschaft bitten, entweder etwas nicht oder anders zu tun, damit „wir nicht unsere Sammlung opfern müssen, die vom Büro öffentlich veröffentlicht wird, um WikiLeaks anzuklagen. ”
Schließlich gewannen diejenigen innerhalb der Verwaltung, die für einen Ansatz argumentierten, der auf Gerichten statt auf Spionage und verdeckten Aktionen beruhte, die politische Debatte. Am 11. April 2019, nachdem die neue Regierung Ecuadors sein Asyl widerrufen und ihn vertrieben hatte, wurde die britische Polizeigetragen den WikiLeaks-Gründer aus der Botschaft und verhaftete ihn, weil er sich wegen eines 2012 ausgestellten Haftbefehls nicht dem Gericht gestellt hatte. Die US-Regierung entsiegelte noch am selben Tag ihre erste Anklageschrift gegen Assange.
Diese Anklageschrift konzentrierte sich ausschließlich auf Vorwürfe, wonach Assange im Jahr 2010 angeboten hatte, Manning, dem Geheimdienstanalysten der Armee, zu helfen, ein Passwort zu knacken, um in ein geheimes US-Regierungsnetzwerk einzudringen, eine Handlung, die über Journalismus hinausgegangen wäre. Aber in einem Zug, der Heulen auslöstePressevertreter, Staatsanwälte griffen später an Anklage wegen Spionagegesetzes gegen Assange wegen der Veröffentlichung von Verschlusssachen – etwas, das US-Medien regelmäßig tun.
Assanges juristische Odyssee scheint gerade erst begonnen zu haben. Im Januar ein britischer RichterregiertAssange konnte nicht an die USA ausgeliefert werden, da er in einem US-Gefängnis ein Selbstmordrisiko darstellte. Obwohl Assange-Anhänger hofften, dass die Biden-Regierung den Fall einstellen könnte, legten die Vereinigten Staaten unbeirrt gegen die Entscheidung Berufung ein. Im Juli genehmigte ein britisches Gericht offiziell die Fortsetzung der US-Beschwerde.
Assange, der in London mit einem Auslieferungsbefehl konfrontiert wird, wird am 11. April 2019 beim Westminster Magistrates’ Court ankommen. (Rob Pinney/LNP/Shutterstock)
Pollack, Assanges Anwalt, sagte gegenüber Yahoo News, dass, wenn Assange vor Gericht gestellt wird, „die extreme Natur des von Ihnen gemeldeten Fehlverhaltens der Regierung sicherlich ein Problem und möglicherweise ein Grund für eine Entlassung wäre“. Er verglich die Maßnahmen gegen Assange mit denen, die die Nixon-Administration gegen Daniel Ellsberg wegen des Durchsickerns der Pentagon-Papiere eingesetzt hatte, und stellte fest, dass die Anklagen gegen Ellsberg letztendlich ebenfalls abgewiesen wurden.
Inzwischen könnte WikiLeaks zunehmend veraltet sein. Die wachsende Fähigkeit von Gruppen und Einzelpersonen – Whistleblower oder Dissidenten, Spione oder Kriminelle –, durchgesickerte Materialien online zu veröffentlichen, verringert die Daseinsberechtigung der Gruppe. „Wir sind gerade eine Art Post-WikiLeaks“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Spionageabwehr.
Spionagedienste verwenden jedoch zunehmend ein WikiLeaks-ähnliches Modell, um gestohlene Materialien online zu veröffentlichen. 2018 gewährte die Trump-Administration der CIA ein aggressives neues GeheimnisBehördenum dieselbe Art von Hack-and-Dump-Operationen durchzuführen, für die der russische Geheimdienst WikiLeaks verwendet hat. Unter anderem hat die Agenturnutzte seine neuen Kräfte um heimlich Informationen über ein russisches Unternehmen zu veröffentlichen, das mit Moskaus Spionageapparat zusammenarbeitete.
Für einen ehemaligen nationalen Sicherheitsbeamten von Trump sind die Lehren aus der Kampagne der CIA gegen WikiLeaks klar. „In Anbetracht der Verlegenheit wurde Assange eine unangemessene Aufmerksamkeit geschenkt, nicht der Bedrohung, die er im Kontext darstellte“, sagte dieser Beamte.
Ethik ist das, was die Persönlichkeit ausmacht und ihr den allgemeinen Charakter verleiht, keinen grenze geschrieben von wegen der Menschheitsgeschichte war und sind dann auch nicht mehr so oft stellen wir fest, dass die Form eine sekundäre Komponente der Persönlichkeit ist. Anders alles man denkt, natürlich es ist keinen Zufall, es ist Wahl, also was ist der Grund dafür, sicherlich seine Moral und sein Verhalten, und einer der größten davon diese guten Eigenschaften, die in den Umständen vieler Träume erscheinen. viel glück.!!(se/nz)
I have created this site to help people have fun in the kitchen. I write about enjoying life both in and out of my kitchen. Life is short! Make the most of it and enjoy!
You must be logged in to post a comment.