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Lang ersehntes Familienglück: eine 54-jährige Frau aus Sydney Mutter geworden

Magda war verzweifelt und bereit, aufzugeben Autor: Anna Berger 20:00 22.07.22Foto: laykni.com

Magda Upton aus Sydney dachte mit 39 Jahren zum ersten Mal daran, Mutter zu werden. Sie unterzog sich Untersuchungen und begann, wegen Unfruchtbarkeit behandelt zu werden.

Lang ersehntes Glück: eine 54-jährige Frau ist nach 11 erfolglosen Versuchen, schwanger zu werden, zum ersten Mal Mutter geworden

AustralienSydney,- Magda hatte keinen festen Partner. Sie traf sich mit Männern in der Hoffnung, einen Mann zu treffen, mit dem sie eine Familie gründen würde. Mit der Zeit konnte sie ihr Alter nicht mehr überwinden. Deshalb entschied sich Magda, ein Baby durch künstliche Befruchtung zu bekommen.

Sie ging zu vielen Fruchtbarkeitskliniken und zahlte viel Geld, erzielte aber nicht die gewünschten Ergebnisse. In einer Klinik schlugen die Ärzte vor, einen Therapeuten aufzusuchen, um ihr zu helfen, die Tatsache zu akzeptieren, dass sie möglicherweise keine Kinder bekommen kann.

Foto: laykni.com

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In den 10 Jahren seit Beginn der Behandlung hatte Magda 2,5 IVF-Zyklen, von denen der dritte aufgrund des ovariellen Überstimulationssyndroms unterbrochen wurde.

Die Frau war bereits zweimal schwanger, verlor jedoch beide Male für einen Zeitraum von acht Wochen ein Kind. Anschließend unterzog sie sich 13 weiteren Fruchtbarkeitsbehandlungen, um ein Kind zu bekommen, wiederum ohne Erfolg. Magda war verzweifelt und bereit, aufzugeben. Sie erwog eine Adoption, aber sie müsste mindestens sieben Jahre warten, da alleinerziehende Mütter immer ganz unten auf der Liste der Kandidaten stehen.

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2017 ging Magda nach Kapstadt, um zwei Spenderembryos zu bekommen. Die Frau hinterließ fast 11.000 Dollar in der Klinik und es war ihre letzte Chance, Mutter zu werden. Als Magda nach Sydney zurückkehrte, war sie sehr nervös, da sie nicht wusste, wie die Operation verlaufen würde. Sie war jedoch erleichtert, als ihr erster Ultraschall zeigte, dass sie mit gesunden Zwillingen schwanger war.

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2018 brachte Magda im Alter von 54 Jahren zwei Töchter zur Welt. Sie ist freiberufliche Designerin, arbeitet selbstständig und widmet ihren Kindern viel Zeit. Eine spätere Mutterschaft hat ihrer Meinung nach Vorteile. Unsere Heldin interessiert sich nicht für Gadgets und verbringt nicht den größten Teil des Tages mit einem Mobiltelefon.

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Wie viele junge Mütter widmet sie ihre gesamte Freizeit gemeinsamen Aktivitäten mit ihren Töchtern, Spielen, Spaziergängen und Ausflügen in den Park.

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Methoden der künstlichen Befruchtung

Es gibt verschiedenste Methoden der künstlichen Befruchtung. Welches Verfahren im Falle einer Unfruchtbarkeit am sinnvollsten ist, hängt von der individuellen Situation ab. Zunächst erfolgt daher eine sorgfältige Diagnostik bei beiden Partnern um festzustellen, welche Ursache der Unfruchtbarkeit zugrunde liegt.

Die rechtlichen Bedingungen in Deutschland schließen einige Maßnahmen aus, die in anderen europäischen Ländern erlaubt sind. Dazu gehört zum Beispiel die genetische Untersuchung von künstlich befruchteten Embryonen vor der Rückführung in den Mutterleib (Präimplantationsdiagnostik), die nur in Ausnahmefällen, innerhalb sehr enger Grenzen und nach Prüfung durch eine Ethikkommission erlaubt ist. Das Implantieren von mehr als drei Embryonen oder das Einfrieren oder Weiterkultivieren von bereits geteilten Embryonen (=Zweizellern) ist in Deutschland ebenfalls verboten. Das Klonen, die Auswahl nach Geschlecht oder eine Veränderung der Erbinformationen sind ausdrücklich verboten und unter Strafe gestellt.

Insemination

Die Insemination wird meist dann angewandt, wenn beim Mann eine zu geringe Samenmenge oder eine mangelnde Qualität des Spermas festgestellt wurde. Bei der Frau kann zum Beispiel eine Unfruchtbarkeit aufgrund einer Störung im Bereich des Gebärmutterhalses der Grund für eine Insemination sein. Um eine Schwangerschaft zu ermöglichen, werden die Samenzellen direkt mit einer Spritze oder über einen weichen Katheter in die Gebärmutter (intrauterin), den Gebärmutterhals (intrazervikal) oder den Eileiter (intratubar) gespritzt. Die Samenzellen müssen dann selbständig bis zur befruchtungsfähigen Eizelle finden.

Es werden zwei Formen der Insemination unterschieden:

  • Die homologe Insemination: Bei dieser Form wird der Samen des Ehemannes verwendet.
  • Die heterologe Insemination: Hier wird der Samen eines anonymen Spenders verwendet.

Zulasten der GKV ist gemäß § 27a SGB V( IN Deutschland) ausschließlich die homologe Insemination erbringbar.

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Befruchtung, die in einem Reagenzglas durchgeführt wird (“in vitro” heißt “im Glas”). Dazu werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen. Diese werden in eine Nährlösung gegeben und mit den Samenzellen des Partners befruchtet.

Gesetzliche Regelungen greifen bei der IVF besonders streng. Die Anzahl der Eizellen, die bei der Wiedereinpflanzung Verwendung finden dürfen, ist auf drei begrenzt. Wenn keine geschlechtsgebundene Erbkrankheit besteht, ist das Geschlecht des Kindes nicht wählbar.

Um genügend befruchtungsfähige Eizellen aus den Eierstöcken zu bekommen, wird vor einer IVF in der Regel eine Behandlung mit Hormonen durchgeführt. Dabei werden die Eierstöcke soweit angeregt, dass mehrere befruchtungsfähige Eizellen gewonnen werden können. Die Maßnahme, auf diese Weise gewonnene, überzählige Eizellen einzufrieren, ist in Deutschland verboten.

Die Erfolgsrate der IVF, bei der die Geburt eines gesunden Kindes erfolgt, liegt bei 25 bis 30 Prozent.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Mikroinjektion, oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ist ebenfalls ein abgewandeltes Verfahren der In-vitro-Fertilisation. Bei der ICSI-Methode wird eine aus dem Ejakulat oder operativ aus den Hoden oder Nebenhoden gewonnene Samenzelle direkt in die weibliche Eizelle injiziert. Reproduktionsmedizinerinnen und Reproduktionsmediziner wenden die Technik zum Beispiel an, wenn der männliche Partner zu wenig Samenzellen in seinem Ejakulat oder einen Verschluss der Samenwege hat. In rund 25 Prozent der Fälle kann mit diesem Verfahren eine Schwangerschaft herbeigeführt werden.

Risiken der IVF und der ICSI

Der G-BA hat die ICSI daraufhin überprüft, ob es nach Anwendung dieser Methode zu einer erhöhten Fehlbildungsrate kommt. Die Überprüfung zeigte, dass die Fehlbildungsraten sowohl bei durch ICSI als auch durch IVF gezeugten Kindern gegenüber natürlich gezeugten Kindern signifikant erhöht sind. Signifikante Unterschiede der Risikoerhöhung zwischen IVF und ICSI sind dagegen nicht feststellbar.

In die Richtlinien zur Künstlichen Befruchtung wurde daher für Ärztinnen und Ärzte, die reproduktionsmedizinische Leistungen anbieten, die Verpflichtung aufgenommen, über das erhöhte Fehlbildungsrisiko bei ICSI oder IVF im Vergleich zur natürlichen Empfängnis zu informieren.

Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

Beim GIFT werden der Frau mit Hilfe einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) Eizellen entnommen. Diese werden dann, zusammen mit aufbereiteten Samenzellen des Partners in einen oder in beide Eileiter gespritzt. Dies kann entweder über die Bauchdecke oder mithilfe eines Katheters durch den Muttermund erfolgen. Die Befruchtung erfolgt dann auf natürlichem Wege. Das befruchtete Ei soll in die Gebärmutter wandern und sich dort einnisten.

Angewandt wird die GIFT-Methode, wenn die Ursachen der Unfruchtbarkeit nicht exakt ermittelt werden können. Auch beim Vorliegen einer Endometriose kann die Anwendung sinnvoll sein. Da die Erfolgsraten dieser Methode nicht höher liegen als bei der IVF, mit einer Bauchspiegelung unter Vollnarkose aber höhere Komplikationsrisiken einhergehen, wird der intratubare Gametentransfer heute nicht mehr oft praktiziert. Die Erfolgsquote liegt in etwa bei 20 Prozent. Es besteht eine erhöhte Gefahr für eine Eileiterschwangerschaft.

Quelle/g-ba.de/livreviews.com

Wort am Sonntag: Seien Sie optimistisch

Wort am Sonntag: Seien Sie optimistisch

“Mehrere Jahrelang war mehr alles 1000th von Tagen zu Nächten,
Seit dem Aufwachen zu einem tadellosen verantwortungsvollen Handel,
Uns wurde Optimismus von denen gegeben, die das bekommen haben, ihre Seelenfrieden die Gott mit Seiner Fähigkeit gesegnet hat, Stolz.-
Ein Berufungen wie Gesundheit, oder Geld dafür gedacht,
Optimistisch Zusein ist wie mehrere Kräfte, die uns jederzeit zur Verfügung stehen
Optimismus ist Unverzichtbar Nahrung für die Zukunft und den Erfolg,
Optimismus hält uns nicht von den Schwierigkeiten und Widrigkeiten in unserem Leben fern, aber ist hilfreich denn richtige Richtung zubinden,
Seien Sie optimistisch, mit einer kleinen Dosis kommen wir voran. Vielen Dank, ich wünsche Ihnen eine wunderschöne Sternenwoche und bleiben Sie gesund”.(se/nz).


UN-Menschenrechte: Der Wahrheitserzähler der Vereinten Nationen zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz sieht Anzeichen der Hoffnung

Tendayi Achiume, Sonderberichterstatter für zeitgenössische Formen von Rassismus und Rassendiskriminierung.

UN-NachrichtenTendayi Achiume, Sonderberichterstatter für zeitgenössische Formen von Rassismus und Rassendiskriminierung.    8. Dezember 2021Menschenrechte

Der Wahrheitserzähler der Vereinten Nationen zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz sieht Anzeichen der Hoffnung inmitten des COVID-Sumpfes und zunehmender Hassreden

Menschenrecht,-Sie ist freimütig, aufrichtig und spricht der Macht die Wahrheit aus. Sie ist dafür bekannt, Regierungen zu belehren und ihnen zu sagen, wie sie ihre Erfolgsbilanz in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Rassendiskriminierung und alle Formen von Intoleranz verbessern können.

Tendayi Achiume  ist halb sambischer, halb simbabwischer Professor für Menschenrechte an der UCLA (The University of California, Los Angeles) und nimmt als Sonderberichterstatter für zeitgenössische Formen von Rassismus und Rassendiskriminierung eine wichtige unabhängige Rolle innerhalb des UN-Menschenrechtssystems ein , Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz, um ihren offiziellen Auftrag vollständig zur Kenntnis zu nehmen.

In diesem Jahr spielte sie eine Schlüsselrolle bei den Folgemaßnahmen zur 20 Jahre alten Erklärung und dem Aktionsprogramm von Durban (DPPA), die darauf abzielen, in einer Zeit, in der COVID- 19 hat dazu beigetragen, Hassreden sowie Hass und Angst der Fans in all ihren Formen zu verschlimmern.

UN News  hat Professor Achiume eingeholt und sie gefragt, wie sie die Belastungen und Belastungen einer von der Pandemie betroffenen Welt und ihre verschlimmernden Auswirkungen auf Intoleranz, Rassismus und Rassendiskriminierung sieht.

Ihr jüngster Bericht an die UN-Generalversammlung unterstreicht die Bedeutung der wegweisenden Erklärung von Durban, um Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz endgültig auszurotten.

Sie betrachtet den Rahmen von Durban als ein „bahnbrechendes Instrument“ für Menschenrechtsprinzipien, dessen Prioritäten auch zwanzig Jahre nach der ersten Annahme dieser Antidiskriminierungsagenda durch die Mitgliedstaaten in Südafrika immer noch relevant sind frei von den Auswirkungen.

Um unser vollständiges Gespräch mit Frau Achiume zu hören, hören Sie hier unsere neueste Sonderausgabe von  The Lid is On , zusammen mit anderen ausführlichen Berichten über den 20. Jahrestag der Durban-Erklärung auf unserer   Seite Durban Sketches . 

Rassismus und COVID-19

Vor dem Lebensmittelgeschäft im US-Bundesstaat Minnesota, wo er von einem Polizisten ermordet wurde, werden Tribute für George Floyd hinterlassen.

Unsplash/Jéan BéllerVor dem Lebensmittelgeschäft im US-Bundesstaat Minnesota, wo er von einem Polizisten ermordet wurde, werden Tribute für George Floyd hinterlassen.

Rückblickend auf die 18 Monate, seit COVID-19 den Planeten erfasst hat, hob Frau Achiume die internationalen Aufstände der Rassengerechtigkeit hervor, die die Welt im Jahr 2020 erlebte, beginnend mit der Ermordung von George Floyd in Minneapolis, und sieht dies als einen Wendepunkt in der Welt Pushback gegen systemischen Rassismus.

Der UN-Experte bezeichnete die weit verbreiteten Proteste in diesem Sommer als „Zeit der Hoffnung“ und fügte hinzu, dass Aufschreie nach Rassengerechtigkeit „den politischen Willen und die Dynamik unter den UN-Mitgliedstaaten auslösen könnten, einige der Beschwerden auf der ganzen Welt wirklich ernst zu nehmen“.

Trotz dieser massenhaften Solidaritätsbekundungen äußerte Frau Achiume ihre Besorgnis über das Fortbestehen struktureller Formen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. In Ländern auf der ganzen Welt erklärte sie, dass die Ungleichheit während der Pandemie durch Herausforderungen belegt wird, die sich hauptsächlich auf rassische, ethnische und nationale Minderheiten oder marginalisierte Gruppen auswirken und während der größten globalen Gesundheitskrise unserer Zeit ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

„Transnational ist das, was die Leute als Impfstoff-Apartheid beschrieben haben, die Zuteilung des Zugangs zu Impfstoffen, dramatisch unterschiedlich, je nachdem, ob Sie sich im globalen Norden oder im globalen Süden befinden“, sagte Frau Achiume.

Der Sonderberichterstatter sagte, es gebe Anzeichen der Hoffnung auf eine Zukunft ohne Rassenhass, räumte jedoch eine tiefe Komplexität des heutigen Rassismus ein.

Der globale Dialog

Nur mit dem, was sie tragen können, fliehen Tausende Rohingyas vor der Gewalt im nördlichen Bundesstaat Rakhine in Myanmar und suchen im bangladeschischen Grenzbezirk Cox's Bazar Zuflucht.

WFP/Saikat MojumderNur mit dem, was sie tragen können, fliehen Tausende Rohingyas vor der Gewalt im nördlichen Bundesstaat Rakhine in Myanmar und suchen im bangladeschischen Grenzbezirk Cox’s Bazar Zuflucht.

Eine der Herausforderungen bei der Übernahme ihrer Aufgaben besteht darin, sich den unterschiedlichen Ausdrucksformen von Rassismus von Land zu Land zu stellen.

„Wie Rassismus in den Vereinigten Staaten charakterisiert wird, unterscheidet sich stark von der Art und Weise, wie er in Singapur oder im Vereinigten Königreich oder in Marokko oder wo immer er sein mag, charakterisiert werden könnte“, sagte Frau Achiume. „Das heißt nicht, dass es keine Diskriminierung oder Intoleranz gibt, aber die Art und Weise, wie sie funktioniert und sich manifestiert, ist ganz anders.“

Frau Achiume sagte gegenüber UN News, dass die jüngsten Ereignisse den internationalen Dialog zu verwandten Themen vereinheitlicht haben.

„Eine Sache, die sich seit unserem letzten Gespräch geändert hat, und ich habe dies nach der Ermordung von George Floyd erwähnt, war, dass man über Rassismus und an manchen Orten sogar über Fremdenfeindlichkeit nachdachte und sprach“, sagte sie und räumte ein, dass Menschen „von“ alle Rassen, Ethnien, Geschlechter auf der Straße“, forderten Gerechtigkeit für den Mord an George Floyd in den USA und weit darüber hinaus.

Der UN-Experte betonte auch die weitreichenden Schäden durch Diskriminierung und erklärte: „Es gibt niemanden, der nicht von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und all diesen Strukturen betroffen ist“.

Unvorhergesehener Weg

Tendayi Achiume, Sonderberichterstatter für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz.

UN-Foto/Manuel ElíasTendayi Achiume, Sonderberichterstatter für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz.

Der Weg von Frau Achiume von ihrer Geburt in einer kleinen sambischen Stadt bis hin zum Lehren von Rechtswissenschaften auf Universitätsniveau und der Verteidigung der Rassengleichheit beruhte nicht auf Berechnungen.

„Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verbracht, zu denken, ich würde Arzt oder Ingenieur oder so ähnlich. Ich habe mich schon immer für den Menschen interessiert und dafür, die Welt zu einem angenehmeren Ort für alle zu machen“, sagte sie.

„Ich glaube, es war während meiner College-Zeit, eigentlich in den USA, als ich einen Kurs über Recht und Entwicklungspolitik belegte, dass mich das Recht als Instrument des sozialen Wandels wirklich faszinierte“, fügte Frau Achiume hinzu.

„Zu dieser Zeit schienen die Menschenrechtsrahmen am attraktivsten zu sein, um menschliches Leid zu verstehen und dagegen anzukämpfen“, fuhr sie fort.

Rassismus und neue Technologien

Als die Pandemie weitere Millionen zwang, zu Hause zu bleiben und sich online zu wagen, untersuchte Frau Achiume die Beziehung zwischen aufkommenden digitalen Technologien und Rassendiskriminierung.

Sie sagte, dass es zwar Sozialwissenschaftler gibt, die die rassistischen und fremdenfeindlichen Auswirkungen aufkommender digitaler Technologien untersuchen, der diesbezügliche Menschenrechtsdiskurs jedoch nicht Schritt gehalten hat.

Ein Aspekt ihrer Forschung ist die Gesichtserkennungstechnologie und die Fähigkeit von Geräten, bestimmte körperliche Merkmale leichter als andere zu erkennen.

“Studien zeigen uns, dass die Fähigkeit führender Technologien, schwarze und braune Gesichter oder Frauen zu erkennen, viel geringer ist als die Erkennung weißer Männergesichter”, sagte sie.

Dies motivierte Frau Achiume, das Gespräch zu erweitern, um sicherzustellen, dass wir bei unseren Überlegungen zur Anwendung der Menschenrechte auf neue digitale Technologien nicht nur an Privatsphäre oder Meinungsfreiheit denken, sondern auch an den gleichen Zugang für Menschen aller Rassen und Geschlechter Ausdrücke.

„Ebenso wichtig und aus meiner Sicht vielleicht sogar noch wichtiger sind Gleichstellung und Nichtdiskriminierung und die Art und Weise, wie diese Technologien weiterentwickelt werden.“

Macht in der Jugend

Auf die Frage, welche Ratschläge sie für jüngere Menschen hat, wenn es darum geht, sich in der giftigen Umgebung zurechtzufinden, die zu mehr Intoleranz und Hassreden im Internet geführt hat, wies sie demütig darauf hin, dass die Jugend mehr als fähig sei, ihre eigene Zukunft zu gestalten.

Wenn ich also daran denke, woher Veränderungen kommen werden, denke ich im Allgemeinen, dass sie von der Jugend kommen werden.Sonderberichterstatter Tendayi Achiume

„Wenn es um revolutionäre Veränderungen geht, wird sie immer von der Jugend angeführt, weil sie weniger in den Status quo investiert ist. Wenn ich also daran denke, woher Veränderungen kommen werden, denke ich im Allgemeinen, dass sie von der Jugend kommen werden“, sagte sie.

„Und ich denke, die hoffnungsvollsten Bereiche bestehen darin, wie junge Menschen versucht haben, sich Social-Media-Plattformen anzueignen, auch um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen.“

Der Sonderberichterstatter sagte, Hassreden und Aufstachelung zu Gewalt im Internet seien Teil des Geschäftsmodells der Social-Media-Giganten und betonte die dringende Notwendigkeit, das Modell, das diese Unternehmen antreibt, neu aufzubauen, wenn wir wirkliche Veränderungen in der Art und Weise sehen, wie soziale Plattformen genutzt werden.

Frau Achiume sagt: „Es geht nicht nur darum, was Sie tun, während Sie auf dem Bahnsteig sind, das ist tatsächlich die Spitze des Eisbergs. Welche Rolle können junge Menschen dabei spielen, die Wirtschaftsbeziehungen und die Geschäftsmodelle dieser Konzerne sinnvoll umzugestalten.“

Sie ist überzeugt, dass die Moderation des Diskurses oberflächlich ist. „Wir müssen die Unternehmen neu gestalten, wenn wir die Umgebung neu gestalten wollen, was Hetze, Gewalt und all diese Dinge betrifft“, schloss Frau Achiume.

Menschliche Verbindung

„Eine Sache, an die ich mich zu erinnern versuche, ist, dass der Fortschritt nie linear verläuft“, sagte Frau Achiume über ihren Ausblick für zukünftige Generationen.

Ja, die Arbeit, die wir innerhalb der UN leisten, ist wirklich wichtig. Ja, die Arbeit, die wir vor Gerichten oder in Schulen leisten, ist wichtig, aber es geht um Wege, uns als Menschen zu verbinden, und das betrifft die Medien… .Sonderberichterstatter Tendayi Achiume

„Wissen Sie, wir befinden uns nicht auf einer teleologischen Reise in Richtung Emanzipation und Freiheit und kommen uns jeden Tag näher. Ich denke, man bewegt sich vorwärts, man bewegt sich rückwärts, und ich denke, es liegt in der Natur des Menschen.“

Sie verwies auf zwei Anker des Optimismus in Bezug auf das, was vor uns liegt – die jüngsten massiven Proteste, die auf der ganzen Welt stattgefunden haben, und die Zunahme der Forderungen nach Klimagerechtigkeit ist es möglich, tief verwurzelte diskriminierende Strukturen neu auszurichten und dies innerhalb weniger Generationen, wenn wir alle unseren Beitrag leisten.

„Ja, die Arbeit, die wir innerhalb der UN leisten, ist wirklich wichtig. Ja, die Arbeit, die wir vor Gerichten oder in Schulen leisten, ist wichtig, aber es geht um Wege, uns als Menschen zu verbinden, und das betrifft die Medien… “, schloss sie.

Sonderberichterstatter wie Frau Achiume sind Teil der sogenannten  Sonderverfahren  des  Menschenrechtsrats . Sie arbeiten ehrenamtlich; sie sind keine UN-Mitarbeiter und erhalten kein Gehalt für ihre Arbeit. Sie sind unabhängig von Regierungen oder Organisationen und dienen ausschließlich ihrer individuellen Funktion.

Quelle/ohchr.org

Umweltschutz: Hoffnung, auf Sand gebaut

MENSCH & GESELLSCHAFT & NATURSCHUTZ

Mit Sand aus dem Meer Geld verdienen.Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer

Auf den Kapverdischen Inseln sammeln Einheimische den Sand vom Strand und verkaufen ihn an die Bauwirtschaft. Dieser Raubbau ist illegal, und die Folgen schaden der Umwelt. Doch es geht ums Überleben.Text Fotos: Terramatermagazin A ndrzej Ryback,PHILIPP HORAK

Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer

Kapverden,-Als die Ebbe die Brandung ein wenig glatter bügelt und das Meer sich für wenige Stunden zurückzieht, strömen ein Dutzend Frauen aus Ribeira da Barca hinaus auf den steinigen Strand. Respektvoll betrachten sie die Wellen, die immer noch mit Wucht ans Ufer donnern. Ihre Gesichter sind ernst. „Das Meer ist seit Monaten sehr unruhig“, murmelt Maria de Fatima Baros Monteiro in das Tosen der Brandung.

Die stämmige Frau trägt ein buntes Kopftuch, ein hellblaues T-Shirt und Shorts, die über ihren muskulösen Oberschenkeln spannen. Kein Zweifel, sie ist harte Arbeit gewohnt. Maria bekreuzigt sich, dann marschiert sie in das schäumende Meer. Die anderen Frauen folgen. Jede trägt einen großen Plastikeimer mit sich.

Im brusttiefen Wasser wartet bereits ihr Helfer. Francisco de Veiga Rocha, genannt Chiquinho, ein Baum von einem Mann, treibt immer wieder eine Schaufel in den Meeresboden und holt Sand und Kies an die Oberfläche. Bevor die nächste Welle anrollt, kippt er die Ladung in den Eimer der Frau, die ihm am nächsten steht.

40 kg Sand auf dem Kopf

Irgendwann ist auch Maria an der Reihe: Kaum ist ihr Eimer voll, geht sie in die Knie und stemmt die 40 Kilogramm schwere Last auf ihren Kopf, beißt die Zähne zusammen und watet, so schnell sie kann, in Richtung Ufer. Eine Welle rollt über sie hinweg, die Strömung zerrt an ihren Beinen. Maria taumelt, taucht unter und schnell wieder auf, watet weiter – und erreicht das Land. Sie kippt den Sand ab, verschnauft kurz und kehrt ins Meer zurück, wo Chiquinho schon mit der nächsten Ladung wartet.

Die Arbeit im Meer ist hart und gefährlich. Immer wieder werden die Frauen von Wellen fortgerissen, die wenigsten von ihnen können schwimmen. „Wir beten jedes Mal, dass uns das Meer nicht verschluckt“, sagt die 34-jährige Maria. „Doch uns bleibt nichts anderes übrig, als nach Sand zu graben.“ Sand ist ihr Leben: Die Menge, die Maria und die anderen Frauen im Verlauf des Tages anhäufen, verkaufen sie vom Strand weg an Bauunternehmer.Anzeige

Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer.Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer

Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer.

So wie auf den Kapverden ist Sand vom Strand auch weltweit zur begehrten und umkämpften Handelsware geworden. Abgebaut wird händisch, wie hier auf den Kapverden, oder mit gigantischen Baggerschiffen. Der Raubbau führt zu dramatischen ökologischen Schäden und längst auch zu internationalen Spannungen. Gary Griggs, Experte an der Universität Santa Cruz in Kalifornien, schätzt, dass weltweit 75 bis 90 Prozent aller Sandstrände schrumpfen. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, wird es bis Ende des Jahrhunderts keinen einzigen Sandstrand mehr geben. Doch die Frauen in der Brandung können mit ihrer Arbeit nicht aufhören – Sandschürfen ist für sie die einzige Möglichkeit, zu Geld zu kommen.

Wir beten jedes Mal, dass uns das Meer nicht verschluckt. Doch uns bleibt nichts anderes übrig, als nach Sand zu graben.Maria de Fatima Baros Monteiro, Sandgräberin

Ribeira da Barca: Das Dorf an der Westküste der Insel Santiago.Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer

Ribeira da Barca: Das Dorf an der Westküste der Insel Santiago.

Ribeira da Barca ist ein Dorf mit rund 4.000 Einwohnern an der Westküste von Santiago, der größten Insel des Kapverden-Archipels. Es liegt an einem Hang, der sanft zum Meer hin abfällt. Auf den ersten Blick eine Idylle, jedoch eine mit Schattenseiten: In Ribeira gibt es keine Arbeit. Viele Männer sind deshalb in die Hauptstadt Praia gezogen oder sogar ausgewandert nach Portugal oder in die USA. Die meisten jungen Frauen sind alleinerziehende Mütter – wie Maria Monteiro. „Ich muss genug Geld verdienen, um die Ausbildung meiner Kinder zu bezahlen“, erzählt sie.

Die Schule kostet pro Kind etwa 10 Euro im Monat. Für Maria, die mit dem Sandschürfen etwa 50 Euro im Monat verdient, eine Menge Geld. „Früher war die Arbeit viel einfacher, da war der ganze Strand noch voll Sand“, erzählt Maria. „Doch nach und nach haben wir alles abgetragen. Deswegen müssen wir jetzt ins Wasser.“

Sie machen Sand zu Geld

Das Leben auf den Kapverden, 600 Kilometer westlich vor Senegal im Atlantik gelegen, war nie einfach. In den 1940er­ und 1950er­-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Inseln mehrmals von Hungersnöten heimgesucht. Bis heute gibt der Atlantik nicht genug Fisch und das karge Land nicht genug Mais zum Überleben. Bodenschätze bergen die vulkanischen Inseln keine.

Sand ist für die Armen von Santiago eines der wenigen Dinge, die sich zu Geld machen lassen. Die Bauindustrie benötigt ihn in großen Mengen, sie kommt angesichts des Bevölkerungswachstums mit der Fertigstellung von Häusern und Wohnungen kaum nach: Santiagos Einwohneranzahl hat sich in den vergangenen 30 Jahren auf rund 300.000 Menschen fast verdoppelt. Hier zeigt sich auch deutlich die Kluft zwischen Reich und Arm: Die Menschen mit Geld kaufen Sand, um sich Häuser zu bauen; die andere Hälfte, die kein Geld hat, baut ihn ab.

Früher war die Arbeit viel einfacher, da war der ganze Strand noch voll Sand. Doch nach und nach haben wir alles abgetragen. Deswegen müssen wir jetzt ins Wasser.Maria de Fatima Baros Monteiro, Sandgräberin

Kübelweise tragen die Sandgräberinnen den Sand vom Strand.Hoffnung, auf Sand gebaut wie Gefährlich wird den Sandgräberinnen das Meer

Kübelweise tragen die Sandgräberinnen den Sand vom Strand.

Wohin man auf Santiago auch kommt: Überall finden sich die Spuren des Sandabbaus. Manchmal sieht es aus, als hätten Riesenmaulwürfe die Küsten durchwühlt: Meterhoch türmen sich hunderte Haufen von vulkanisch schwarzem Sand und Kies, dazwischen klaffen Gräben und Löcher, oft zwei Meter tief. Selbst in ausgetrockneten Flussbetten wird gegraben.

Als er jung war, habe es auf Santiago überall Sandstrände gegeben, erzählt der 52­jährige José Maria Semedo, Direktor des Forschungszentrums für regionale Entwicklung und Landplanung an der Universität von Kap Verde in der Hauptstadt Praia. „Heute ist vielleicht noch ein halbes Dutzend übrig.“ Früher kamen deshalb auch Tausende von Meeresschildkröten zur Eiablage auf die Insel. Heute findet man nur noch wenige Exemplare. Auch die Krabben sind beinahe verschwunden.

Der Sandabbau ist auf Santiago Frauensache. Jeden Morgen sieben Frauen, junge wie alte, das Erdreich, um Kieselsteine und Sand zu trennen, hunderte Tonnen pro Tag. „Wir schätzen, dass mehr als zehntausend Frauen Sand schürfen“, sagt Semedo. Offiziell verbietet die Regierung den Sandabbau schon seit 2002, beim Durchsetzen des Verbots ist sie jedoch lax – wohl absichtlich, kann sie doch den Sandschürferinnen keine alternativen Jobs bieten.

Gemeinsam gegen die Urkraft des Meeres.

Gemeinsam gegen die Urkraft des Meeres.

Nicht nur auf den Kapverden plündern sie die Strände dermaßen, sondern auch in Marokko und Sierra Leone, auf Jamaika und in Indien, Vietnam und Indonesien. Obwohl Wind und Regen, Hitze und Kälte in jeder Sekunde Millionen von Sandkörnern entstehen lassen, wie Geologen errechnet haben, geht der Welt der Sand aus. Die Menschheit verbraucht nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) 59 Milliarden Tonnen Sand und Kiesel pro Jahr – doppelt so viel, wie die Natur produzieren kann. Rund die Hälfte davon wird mit Zement zu Beton verarbeitet; allein China hat in den vergangenen fünf Jahren mehr Sand verbaut als Amerika im gesamten 20. Jahrhundert.

Nun stockt der Nachschub. Fast ein Drittel der Sedimente, die früher von Flüssen ins Meer gespült wurde, bleibt heute in Staubecken liegen. Doch der Bedarf steigt: Viele Küstenstaaten brauchen Sand, um ihre Landfläche durch Neuaufschüttungen zu vergrößern. Singapur ist auf diese Weise in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 135 Quadratkilometer gewachsen; gleichzeitig verschwanden mehrere kleine Inseln in Indonesien, wo der Sand, teilweise illegal, mit Pumpschiffen abgesaugt wurde. Jakarta verhängte daraufhin ein Exportverbot, was den Sandpreis in Singapur von drei Dollar pro Tonne auf zwischenzeitlich bis zu 190 Dollar steigen ließ.

Der schwere Sand wird am Kopf transportiert.

Die Sandreserven erschöpfen sich

Solche Entwicklungen sorgen dafür, dass sich in Marokko, Indien, Vietnam und Kambodscha eine Sand-­Mafia gebildet hat, die den Rohstoff von Stränden und aus Flüssen stiehlt und verkauft. Allein in Indien werden etwa 500 Millionen Tonnen Sand pro Jahr illegal abgebaut. Wer sich Sandräubern in den Weg stellt, riskiert sein Leben – mehrere Umweltaktivisten wurden bereits ermordet.

Sogar der Wüstenstaat Dubai leidet unter Sandmangel. Zwar liegen Millionen Tonnen gratis vor der Haustür, doch die feinen Körner aus der Wüste sind zu rund und zu glatt geschliffen. Sie eignen sich weder für die Aufschüttung von Neuland noch für die Herstellung von Beton. Für ihre künstlichen Inseln Palm 1The World und Palm 2 saugten die Araber rund eine Milliarde Kubikmeter Sand vom Meeresboden ab – und erschöpften so ihre Sandreserven. Der Sand für das höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa, musste bereits aus Australien importiert werden.

Von der Anstrengung gezeichnet.

Sandgraben als letzte Hoffnung auf ein Einkommen

Auf den Kapverden kann sich niemand teure Sandimporte leisten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Santiago lebt unter dem Existenzminimum von zwei Dollar pro Tag. Also ernten die Frauen weiter den Sand vom Strand – und sichern damit ihre Existenz, genauso wie sie sie gefährden. Denn wo der Sandstrand fehlt, peitschen Stürme das Meer weit in die Dörfer, reißt Erosion ganze Landstücke weg, werden Häuser unterspült und Grundwasser und Felder versalzen.

Ohne Sand verschwinden Fauna und Flora, komplette Lebensräume gingen bereits verloren. Dadurch, so klagen die Fischer, gebe es in den Gewässern um die Inseln auch immer weniger zu fangen und damit immer weniger zu essen.

Die letzten Sandkörner werden ausgewaschen.

Die letzten Sandkörner werden ausgewaschen.

In Ribeira da Barca hat sich das Meer bereits die ersten Häuser geholt, deren Grundmauern ragen als Mahnung aus der Gischt. Zum Schutz des Kirchengebäudes gleich daneben ließ die Stadtverwaltung eine Schutzmauer errichten. Sie besteht aus groben Steinen. Und aus Beton. „All das sind die Folgen des Sandabbaus“, sagt Jeronimo Silva de Oliveira, der Delegierte der Provinzregierung. Er sucht die Schuld aber nicht bei der armen Bevölkerung.

Er selbst hat einige Jahre Sand geschöpft, bevor er einen Job fand. Er versteht die Notlage der Menschen. „Gut 80 Prozent aller Familien leben hier von Fischfang und Sandabbau“, sagt der Beamte. „Gehen die Fischfangmengen weiter zurück, wird der Sand zur wichtigsten Einnahmequelle.“ Das einzige Angebot der Behörden: Gemeinsam mit ausländischen NGOs bieten sie Kunsthandwerkskurse an. Hier lernen Sandschürferinnen, Souvenirs herzustellen. Doch die Nachfrage danach ist schwächer als die nach Sand, entsprechend gering ist das Interesse an den Kursen.

Trotz der schweren Arbeit ein Lächeln im Gesicht.

Trotz der schweren Arbeit ein Lächeln im Gesicht.

Es ist früh am Morgen. Dutzende Frauen arbeiten bereits am Strand von Águas Belas. „Das ist einer der letzten Strände in der Umgebung, an dem es noch Sand gibt“, sagt Valdira Monteiro Goncalves, genannt Fofa. Das Material ist fein, es muss nicht einmal gesiebt werden. Schnell schaufeln die Frauen mehrere Sandhügel zusammen. Danach beginnt der Abtransport.

Der Strand liegt in der Mündung eines Canyons, der sich trichterförmig zum Meer hin öffnet. Vom Ufer bis zur Steilwand des Canyons sind es etwa 150 Meter, dann führt ein Pfad 50 Meter bergauf. „Wir müssen den Sand Eimer für Eimer hinauftragen“, beschreibt Fofa. Nur die jungen Frauen schaffen die Steigung mit der schweren Last auf dem Kopf.

„Für mich ist der Anstieg inzwischen zu mühsam“, sagt Domingas Pereira, genannt Minga. Die zierliche Frau mit leicht angegrautem Haar ist 61. „Als mein Mann vor 20 Jahren starb, fing ich mit dem Sandschürfen an, um die Kinder durchzubringen. Jetzt bin ich aber ziemlich fertig, meine Knie schmerzen.“ Daher arbeitet Minga mit einem Helfer zusammen, Ulisses Semedo Gomes. Der schleppt ihre Kübel die Klippe hinauf. „Ich schaffe zehn bis zwölf Kübel pro Stunde“, sagt Ulisses stolz, aber auch ein wenig schüchtern. Was ihm das einbringt? „Wenn ich 80 Kübel hochschleppe, bekomme ich 1.000 Escudos (9 Euro).“

Im Canyon herrscht Idylle. Die Bäume sind grün, sie können während der Regenzeit genug Wasser speichern. Vögel zwitschern in den Baumkronen, wo sie sich mit Samen satt fressen. Wird alles so bleiben, wenn der Sand erst ganz weg ist? „Ich weiß, dass ich der Natur Schaden zufüge“, sagt Fofa. „Aber was soll ich tun? Soll meine Familie hungern und sterben?“

Hoch hinauf müssen die Sandkübel zur Sammelstelle getragen werden.

Hoch hinauf müssen die Sandkübel zur Sammelstelle getragen werden.

Ich weiß, dass ich der Natur Schaden zufüge. Aber was soll ich tun? Soll meine Familie hungern und sterben?Valdira Monteiro Goncalves, genannt Fofa

Ulisses Semedo Gomes hat fast sechs Jahre als Lehrer an einer Grundschule gearbeitet. Nach einem Wechsel der Provinzregierung wurde er entlassen. Seither hat er keine andere Arbeit gefunden. „Niemand schürft freiwillig Sand“, erklärt er. „Die Arbeit ist mörderisch. Aber meine Mutter ist krank, ich brauche Geld.“

Nach zwei Stunden wird die Schinderei für eine Pause unterbrochen, ehe es weitergeht. In kleinen Grüppchen bereiten die Frauen ihr Frühstück. Sie frittieren Fische in der Pfanne und wärmen dazu das traditionelle Mais-Bohnen-Gericht Cachupa. Hin und wieder kommt ein Kleinlaster vorbei, ein Galucho. Er parkt oben am Canyonrand, um den Sand abzuholen, rund drei Kubikmeter pro Fuhre kann er transportieren.

„Der Sand, den die Frauen verkaufen, ist billiger als der Industriesand aus dem Kieswerk“, sagt Tony Monteiro Moreira, Co-Inhaber einer Baufirma, die von kleinen Privataufträgen lebt. Inzwischen gibt es auf Santiago sieben kleine Kiesel- und Sandfabriken, in denen Basaltgestein zertrümmert wird. Eine Galucho-Ladung kostet hier mindestens 8.500 Escudos. Die Sandschürferinnen bieten die gleiche Menge für 5.000 Escudos. Also kauft Bauunternehmer Moreira den Sand vom Strand: „Wer baut, sucht immer nach der billigsten Quelle.“

Ein Kieswerk zertrümmert Stein um daraus Sand zu machen.

Ein Kieswerk zertrümmert Stein um daraus Sand zu machen.

Der Sand, den die Frauen verkaufen, ist billiger als der Industriesand aus dem Kieswerk.Tony Monteiro Moreira, Co-Inhaber einer Baufirma

Dabei wissen er und seine Kunden, dass der salzige Sand aus dem Meer die Armierungen im Beton korrodieren lässt. „Das nehmen die Bauherren in Kauf“, sagt Ingenieur Moreira. „Für gutes Material fehlt das Geld.“

Gesetz zum Schutz des Sands

Im Februar hat die Regierung angekündigt, das Gesetz zum Schutz des Sands rigoroser durchzusetzen. Auf anderen Inseln des Archipels ist das bereits passiert. Seither kommt es dort immer wieder zu Protesten. Auch am Strand bei Ribeira da Barca tauchten zuletzt verstärkt Polizeipatrouillen auf. Die Sandschürferinnen lassen dann ihre Kübel fallen und laufen davon. Manchmal können die Beamten zwar die eine oder andere festhalten. Doch sie lassen die Frauen nach wenigen Stunden und der Aufnahme der Personalien wieder frei. Auch die Polizisten wissen: Zu Hause warten hungrige Kinder auf ihre Mütter.

„Wenn die Regierung uns den Zugang zum Strand blockiert, droht Hunger in Ribeira da Barca“, klagt Genoveva Gomes Correira. Die junge Frau, die alle nur Gini rufen, hat nie etwas anderes gemacht als Sandschürfen, so wie ihre Mutter zuvor. Nun lebt sie mit zwei Kindern in einem winzigen Haus am Rande der Stadt, das sie für 1.500 Escudos in Monat mietet. Die Decke bröckelt, der Stahlbeton trägt Rostflecken.

Gini ist stolz auf ihre 14-jährige Tochter. Die geht auf ein Gymnasium in der Provinzhauptstadt und gehört dort zu den besten Schülern. „Sie lernt Fremdsprachen und will in Zukunft als Flugbegleiterin arbeiten“, sagt Gini. „Ich werde weiter Sand abbauen, damit sie es schafft. Auch wenn ich dafür ins Gefängnis muss.“

Diese Geschichte erschien erstmals im Terra Mater Magazin, Mai 2018.


In meinem Leben habe ich nie Freundschaftsbeziehungen wegen Interessen, Aufgesucht.

Humor: mit Dr: Soofa, schönes Wochenende | nz

Unsichtbar und bekannt Edelmettale ihre Haltbarkeit auf Ewig, weil In meinem Leben habe ich nie Freundschaftsbeziehungen wegen Interessen, aufgesucht, reisen in Alltages, Seltenheit und Farblosfreundschaft gibt’s es nicht, ist Gerecht.

oder besser gesagt, meine friedliche regeln hat ich immer, in meinem langreise, fürs Auge, Nachmals, niemals hatte oder habe einen von ihnen benutzt, nicht fier. Ich werde selbst Gedichte lesen, wie ich sie selbst gehört habe, das was ich nicht gehört habe, werde ich nicht lesen, Zugehörigkeit sind Fassaden, bin ich doch kein Prinz mehr, aber arm, Angehörig fand Zeilen über unsre vorfahren, ich bekam Literatur, Beklemmung Gefühle, fragte den sooofa man, er sagt, nehmen sie Platz, mir es all das viel Zuviel wie Schafen sie das, fragt ich warum, leben Gott hört uns beiden, oder. sagt möchte Spat hören, manchmal, Pause das es Zuviel, gehört zu werden, wenn ich nicht auf eine Antwort von jemandem warte, der sie sehr gut kennt, böse zittert, Engel siezten auf dem Bank, denn bin aufgewacht.
Ich warte darauf, dass sich die Welt 2021 dreht.(c)se/nz) XXXL Vielen Dank für Ihren Besuch und Ihre guten Wünsche. Möge lieben Gott dein 2021 auch wunderbar sein. (se/nz)