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Berliner Staatsanwalt zu dem Motiv des Mörders an dem Chefarzt Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker,

Mord an Fritz von Weizsäcker – Tat wegen Mitarbeit an “Agent Orange” 30 Jahre im Voraus geplant.

Donnerstag 21.11.2019 • 11:02 Uhr

Mord an Fritz von Weizsäcker – Tat wegen Mitarbeit an "Agent Orange" 30 Jahre im Voraus geplant

Quelle: http://www.globallookpress.com © Christiane OelrichAusstellung zu den Schäden durch den Einsatz von “Agent Orange” in Vietnam, Ho-Chi-Minh-Stadt , 15. Februar 2015.

Durch einen Stich in den Hals verstarb der Sohn des Alt-Bundespräsidenten von Weizsäcker. Der Täter begründet sein Motiv mit der Tätigkeit von dessen Vater bei einem Pharma-Unternehmen, das in Verbindung mit den USA für den Vietnamkrieg Agent Orange herstellte.

Die Staatsanwaltschaft zu dem Motiv des Mörders an dem Chefarzt Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker: 

Gregor S. handelte aus wahnbedingten allgemeinen Abneigungen des Beschuldigten gegen die Familie des Getöteten. 

Der Hass des 57 Jahre alten Mörders aus Rheinland-Pfalz speiste sich aus der früheren Tätigkeit von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker für das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim (1962-1966). Das deutsche Unternehmen war an der Herstellung des Entlaubungsmittels Agent Orange mit dem US-Konzern Dow Chemical beteiligt, indem es diesem Zwischenprodukte lieferte.

Das Herbizid Agent Orange kam während des Vietnamkriegs und im Laotischen Bürgerkrieg zum Einsatz. US-Streitkräfte versprühten das Mittel, um dem Feind die Tarnung zu nehmen. Die Verunreinigung mit TCDD (Tetrachlordibenzodioxin) führte zur Erkrankung Hunderttausender. Bei den Nachkommen entstanden schwere Fehlbildungen. Entschädigt wurden die Millionen Betroffenen Vietnamesen bis heute nicht. Der Täter sagte, er fühle eine Verbundenheit zum vietnamesischen Volk. 

Richard von Weizsäcker hatte zu Lebzeiten gesagt, er habe selbst nichts von der Beteiligung der deutschen Firma an der Herstellung des Entlaubungsmittels gewusst und bedauere diesen Einsatz. Eigentlich wollte Gregor S. den Alt-Bundespräsidenten bereits vor 30 Jahren ermorden. Nun traf der Hass auf die Familie den 59 Jahre alten Sohn bei einem Vortrag in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Mit einem Messer stach er dem Arzt in den Hals. Polizeilich bekannt war Gregor S. zuvor nicht. 

Nach dem Mord entstand eine Debatte über die Sicherheit der Krankenhäuser. Zugangskontrollen aber, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß, seien nicht möglich. Dies würde den Ablauf im Klinikalltag zu sehr behindern.

Quelle//Medienagenturen //rt.com

Hoffnungsschimmer für Julian Assange? – Richterin hat geheimdienstliche Interessenskonflikte

Hoffnungsschimmer für Julian Assange? – Richterin hat geheimdienstliche Interessenskonflikte

20.11.2019 • 11:55 Uhr

Hoffnungsschimmer für Julian Assange? - Richterin hat geheimdienstliche Interessenskonflikte

von Rainer Rupp Quelle: Reuters

Die Richterin, die Assanges Auslieferungsverfahren leitet, steckt bis zum Hals in einem Interessenskonflikt aus familiären und finanziellen Abhängigkeiten, nämlich von genau jenen Geheimdiensten, die die Auslieferung des Whistleblowers an die USA vorantreiben.

Emma Louise Arbuthnot, geborene Broadbent, heute Lady Arbuthnot of Edrom, die Oberste Richterin von Westminster, wo sie auch das Auslieferungsverfahren gegen den in Großbritannien inhaftierten australischen Journalisten und WikiLeaks-Gründer Julian Assange leitet, wird wegen eines schwerwiegenden “Interessenkonflikts” und folglich wegen Befangenheit diesen Fall abgeben müssen.

Das jedenfalls hat die Anwältin von WikiLeaks, Jen Robinson, am Freitag letzter Woche bei einer Veranstaltung in Sydney, Australien, nachdrücklich erklärt.

Mehr lesen:Schwedische Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange ein

Der Ehemann dieser Obersten Richterin, der Baron Arbuthnot of Edrom, James Norwich Arbuthnot, ein ehemaliger britischer Verteidigungsminister, hat laut einer investigativen Recherche des Daily Maverick – wen würde das daher wundern – tief reichende “finanzielle Verbindungen zum britischen Militär, einschließlich zu Institutionen und zu Personen, deren Machenschaften von WikiLeaks entlarvt wurden”.

Weiter berichtet der Daily Maverick, dass die Richterin “Lady Emma”, wie Richterin Arbuthnot gern genannt wird, ausgerechnet von den Militär- und Cybersicherheitsunternehmen auch Geschenke entgegen genommen habe, von jenen also, die durch WikiLeaks wegen allerlei Vergehen entlarvt worden waren. Damit nicht genug: Auch der Sohn von “Lady Emma” ist finanziell tief in diesem Sumpf der Geheimdienste verstrickt, die die Auslieferung Assanges an die USA betreiben.

Man darf daher davon ausgehen, dass Assange sicherlich nicht zufällig in die Hände dieser korrupten Richterin Lady Emma Arbuthnot überstellt worden ist. Angesichts der Tatsache, dass die Geschäftsinteressen ihrer wichtigsten Familienmitglieder eng mit Personen und Institutionen verbandelt sind, deren erklärte Todfeindschaft zu WikiLeaks und zu Assange kein Geheimnis ist, hätte sich “Lady Emma” im Fall Assange ehrlicherweise von vornherein als befangen erklären und den Fall ablehnen müssen. Dass sie das nicht tat, ist ein Skandal.

Auch die Tatsache, dass all jene aus dem britischen Justiz-Apparat, die von “Lady Emmas” familiären Geschäftsintertressen zu Assanges Todfeinden gewusst und dennoch geschwiegen haben, kommt schon einer Justiz-Verschwörung gleich. Aber neu ist das im Reich des “perfiden Albion” leider nicht. Wenn es darum geht, die Stützen des “Tiefen Staates” für das Empire zu schützen, war die britische Klassenjustiz stets zur Stelle. Neben dem Militär war sie schon immer der wichtigste Pfeiler des ehemaligen Kolonialreichs, in dem solche Tradition nach wie vor hoch im Kurs steht. Daher hat die britische Justiz auch bereits eine lange Tradition im Umgang mit Renegaten und Aufwieglern wie Assange.

Diese Zusammenhänge dürften auch erklären, warum “Lady Emma” alle Initiativen des UNO-Folterexperten Nils Melzer, um Assange wenigstens zukünftig vor den lebensgefährlichen Folgen der systematischen, psychischen Folter zu schützen, mit eiskalter Gleichgültigkeit abgelehnt hat, einschließlich jeglicher medizinischer Behandlung.

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Zur Erinnerung: Bereits im Mai dieses Jahres hatte der UN-Folterbeauftrage Nils Melzer im britischen Hochsicherheits-Gefängnis Belmarsh den inhaftierten Julian Assange besucht, wo der Whistleblower bis heute in Einzelhaft isoliert ist. Schon damals kam der UN-Beauftragte zu dem Schluss, dass Assange von den britischen Behörden offenbar psychisch gefoltert wird. Vor zwei Wochen hat Melzer neuerlich Assange in Begleitung von zwei Medizinern wieder besucht und auf Grund der medizinischen Diagnosen einen noch dringlicheren Alarmruf an die Weltöffentlichkeit gerichtet. Auch der wurde jedoch hierzulande von unseren Qualitätsmedien brav ignoriert – wie bereits seit Monaten für diese Medien die Person Julian Assange gar nicht mehr zu existieren scheint.

Melzers aktuellste Erklärung lautete: “Herr Assanges Gesundheit ist in eine Abwärtsspirale zunehmender Angst, Stress und Hilflosigkeit geraten, die typisch ist für Personen, die längerer Isolation und ständiger Willkür ausgesetzt sind”. …Während die genaue Entwicklung nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagbar sei, könne “sich dieses Symptommuster schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln, die einen kardiovaskulären Zusammenbruch oder einen Nervenkollaps zur Folge hat”.

Weiter warf Melzer der britischen Justiz vor, dass die Maßnahmen, die er im Mai ergriffen habe, “um Assanges Gesundheit und Würde zu schützen, ausdrücklich ignoriert worden sind!” Er fügte hinzu: “Was wir jedoch von der britischen Regierung gesehen haben, ist die völlige Missachtung der Rechte und der Integrität von Herrn Assange.” Trotz der medizinischen Dringlichkeit und der Schwere der mutmaßlichen Menschenrechtsverstöße gegen Assange habe “das Vereinigte Königreich keine Maßnahmen zur Ermittlung, Vorbeugung und Wiedergutmachung ergriffen, die nach internationalem Recht vorgeschrieben sind!” Assanges Haftbedingungen seien “in keinerlei Weise zu rechtfertigen!”, so der UN-Folterbeauftrage Melzer.

Derweil ist es kein Geheimnis, dass der Sohn von “Lady Emma” Vizepräsident und “Berater für Cybersicherheit” des Unternehmens “Vitruvian Partners” ist, das stark in ein anderes Unternehmen, nämlich “Darktrace”, investiert hat, das ausgerechnet von den britischen Geheimdienst-Ressorts GCHQ und MI5 gegründet worden war, und zwar mit dem ausdrücklichen Ziel, die Datenlecks und deren Weiterverbreitung durch WikiLeaks zu stoppen.

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GCHQ steht für “Government Communications Headquarters” und ist ein Geheimdienst der britischen Regierung, der sich mit Kryptographie, Fernmeldeaufklärung und vor allem mit der technischen Ausspionierung der eigenen Bürger beschäftigt, während MI5 dieselben Ziele vorwiegend mit nichttechnische Methoden zur Nachrichtengewinnung, also mit einem System aus Spitzeln, verfolgt.

“Lady Emmas” Sohn Alexander hat also eine leitende Funktion im Cyber-Sicherheitsunternehmen Darktrace, in dem mehrheitlich ehemalige – auch hochrangige – Mitarbeiter der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) und der Central Intelligence Agency (CIA) beschäftigt sind.

Darktrace wiederum arbeitet auf dem Gebiet der Datensicherheit zum Schutz vor Datenlecks à la “WikiLeaks” vornehmlich für die US- und die britische Regierung sowie für Firmen aus dem Militär- und Sicherheitsbereich. Darktrace hatte Berichten zufolge auch direkten Zugang zu zwei ehemaligen britischen Premierministern und zum ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

Wer mehr über das verworrene Netzwerk der finanziellen Interessen wissen will, in dem der Sohn Alexander – aber auch der Ehemann der obersten Richterin von Westminister – verwoben sind, der findet das in der umfassenden Darstellung des Daily Maverick hier.

Das Fazit ist, dass die finanziellen Interessen von Sohn und Ehemann ausgerechnet mit jenen amerikanischen und britischen Geheimdiensten verknüpft sind, die wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente über US-amerikanische und britische Kriegsverbrechen die Strafverfolgung von Julian Assange und seine Auslieferung an die US-Regierung so rachedurstig betrieben und bis heute weiter betreiben.

Da ist es doch ganz natürlich, wenn die Oberste Richterin von Westminster ihrem Sohn Alexander und zugleich ihrem Ehemann Baron Arbuthnot ihre helfende Hand reicht. Die Versuchung war schließlich zu verlockend, als sich endlich die Gelegenheit bot, die Wurzel allen Übels, den Vater aller Datenlecks, den uneinsichtigen Julian Assange in eine Isolationszelle zu sperren, die Schlüssel wegzuwerfen, um ihn am liebsten gleich dort verrecken zu lassen. Ein Problem weniger – auch für die familiären Interessen. Ein antibritischer Schurke ist doch, wer Böses dabei denkt!

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Auf dem Papier muß natürlich alles korrekt zugehen. Laut britischer Rechtsprechung muss “jeder Interessenkonflikt in einem Rechtsstreit erklärt werden”. Die Anweisung an die Richter durch den Lord Chancellor und den Lord Chief Justice ist klar und eindeutig:

Die Öffentlichkeit muss darauf vertrauen können, dass die Richter unparteiisch und unabhängig sind. Wenn Sie wissen, dass Ihre Unparteilichkeit oder Unabhängigkeit in einem bestimmten Fall beeinträchtigt sind, müssen Sie sich sofort zurückziehen. Sie sollten niemals einen Fall übernehmen, von dem Sie bereits etwas wissen oder der eine Aktivität berührt, an der Sie selbst teilhaben.

Aber genau das, sich nämlich als befangen zu erklären, hat “Lady Emma” in ihrer Rolle als Oberste Richterin nicht getan. Laut inzwischen aufgetauchten Berichten ist das auch nicht das erste Mal. Auch in zwei früheren Fällen soll sie sich erst zurückgezogen haben, nachdem durch Ermittlungen ihre Interessenkonflikte offen gelegt worden waren. Auf dem Papier sind vor dem Gesetz alle Menschen gleich, aber “Lady Emma” scheint der festen Überzeugung zu sein, dass sie als Oberrichterin – vor allem wenn es ihre aristokratische Familie angeht – noch etwas “gleicher” als alle anderen Bürger ist.

Für die Mächte, die Assange unbedingt in die USA ausgeliefert sehen wollen, war “Lady Emma” natürlich die ideale Wahl. Und noch ist nicht sicher, ob Lady Emma Arbuthnot von Edrom trotz ihres nun offenkundigen Interessenskonfliktes im Fall Assange als Oberrichterin nicht weiterhin im Hintergrund die Faden ziehen darf. Laut WikiLeaks Anwältin Jen Robinson sei auch das durchaus möglich. Was für ein Werte-Westen!

 RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln

quelle /Agenturen deutschRT//Andren


UN-Vertretung in der Ukraine fordert sofortige Löschung der Webseite mit Feindesliste

18.10.2019 • 10:56 Uhr

Ukraine Frieden Politik Webseite “Mirotworez” (Friedensstifter) .

UN-Vertretung in der Ukraine fordert sofortige Löschung der Webseite mit Feindesliste

© Screenshot Mirotworez, RT bearbeitetSelbstjustiz im Netz: Der Schriftzug “Liquidiert” ziert das Bild des getöteten Ex-Milizenangehörigen Roman Dschumajew auf der Webseite “Mirotworez”. Das Originalbild als Screenshot findet man im Artikel.

Ukraine,- Die Webseite “Mirotworez” (Friedensstifter) soll geschlossen werden. So lautet der Appell der UN-Mission in der Ukraine an das Parlament. Doch für die Seite, die Privatdaten und “Vergehen antiukrainischer Kräfte” auflistet, fühlt sich niemand zuständig.

Der stellvertretende Leiter der UN-Überwachungsmission in der Ukraine, Benjamin Moreau, forderte die Rada-Abgeordneten dazu auf, die Schließung der ukrainischen Skandal-Webseite “Mirotworez” (Friedensstifter) einzuleiten.

Ich erinnere Sie immer wieder daran – die Webseite ‘Friedensstifter’. Wie Sie wissen, enthält diese personenbezogene Daten von Einzelpersonen, einschließlich Journalisten, die gegen nationale Gesetze und internationale Normen verstoßen. Diejenigen, deren Daten auf der Webseite veröffentlicht werden, werden als Terroristen, Separatisten und Verräter bezeichnet. Die Offenlegung von Informationen über sie wiederum stellt eine Bedrohung für diese Personen dar”, sagte Moreau im ukrainischen Parlament vor Abgeordneten.

Der UN-Sprecher erinnerte an den Mord an dem ehemaligen Milizsoldaten Roman Dschumajew in Mariupol, dessen Daten auf der Webseite veröffentlicht wurden. “Eine Untersuchung dieses Falles wurde eingeleitet, es wurden jedoch bisher keine Fortschritte erzielt. Leider bleiben die Kontaktdaten vieler Journalisten immer noch auf dieser Seite, was zu deren Gefährdung beiträgt. Deshalb fordern wir die Abgeordneten erneut dazu auf, die Schließung des Portals einzuleiten und die Untersuchung zu einem Abschluss zu bringen”, fügte Moreau hinzu.

Zuvor berichtete die Nationale Polizei der Ukraine, dass Unbekannte einen Bewohner von Mariupol, der in den Konflikt im Donbass auf der Seite der Donezker Volkswehr verwickelt war, am 16. September vor der Haustür seiner Wohnung erschossen haben. Später gaben die Medien den Namen des Getöteten bekannt.

Im Jahr 2017 wurde der damals 26-jährige Roman Dschumajew auf dem von Kiew kontrollierten Gebiet festgehalten und inhaftiert. Im August dieses Jahres hat das Gericht ihn entlassen und unter Hausarrest gestellt. Der Ombudsmann für Menschenrechte der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk sagte, dass Dschumajew in die Liste für den Austausch von Gefangenen mit Kiew aufgenommen wurde. 

Die Webseite Mirotworez ist seit dem Jahr 2014 bekannt für ihre skandalösen Publikationen, Informationen über Journalisten und Milizen der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie andere Bürger, die sie “Verräter der Heimat” oder “antiukrainische Kräfte” nennen.

Im Frühjahr 2016 veröffentlichte “Mirotworez” Listen von Journalisten samt Kontaktdaten, darunter auch ausländischer Journalisten, die von den Volksrepubliken Donezk und Lugansk akkreditiert wurden, woraufhin einige von ihnen bedroht wurden. Die damalige OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit, Dunja Mijatović, bezeichnete die Veröffentlichung als “einen alarmierenden Schritt, der die Sicherheit von Journalisten weiter gefährden könnte”.

Den eklatantesten Fall, durch den der Webseite die Funktion einer “Abschussliste” attestiert wurde, stellte bislang der Mord an dem bekannten ukrainischen Publizisten, Fernsehautor und Schriftsteller Oles Busyna im April 2015 dar.

Am 13. und 14. April 2015 wurden Daten samt Adressen des Ex-Politikers der Partei der Regionen, Oleg Kalaschnikow, sowie von Oles Busyna veröffentlicht. Am 15. April wurde Kalaschnikow und am darauffolgenden Tag auch Busyna auf offener Straße in Kiew erschossen.

Die Einträge wurden von einem Nutzer mit dem Pseudonym “404” veröffentlicht. Nach dem Mord an Kalaschnikow hieß es: “Für die erfolgreiche Erfüllung der Aufgabe erhielt Agent ‘404’ heute einen außergewöhnlichen Titel und ein wertvolles Geschenk.” Eine Stunde nach dem Mord an Busyna hieß es dann: “Agent ‘404’ zeichnete sich erneut aus. Für den Erfolg seiner heutigen Mission erhielt er eine kurze Freistellung.” Bis heute wurden die Mörder nicht gefasst. Die zwei mutmaßlichen Mörder und Mitglieder rechtsradikaler Vereinigungen, Andrej Medwedko und Denis Polischuk, jedoch sind auf freiem Fuß und bekleiden derzeit sogar wichtige gesellschaftliche Ämter. Medwedko ist Aufsichtsratsmitglied in der Antikorruptionsbehörde NABU.

Maria Sacharowa, offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums, kritisierte die Betreiber der Webseite ebenfalls scharf. Sie nannte die Veröffentlichungen der Personendaten von Journalisten “einen direkten Aufruf zur Vergeltung an Journalisten”. Inzwischen beinhaltet die Webseite Daten von Tausenden Personen. Oft reicht eine Äußerung oder beispielsweise ein “illegaler” Krim-Besuch aus, um an die öffentliche Liste zu gelangen.

So wurden auch die Besatzungsmitglieder der A321, die bei Moskau in August in einem Maisfeld notgelandet ist, in die Mirotworez-Datenbank aufgenommen. Sie werden des “illegalen Personen- und Güterverkehrs” auf die Krim beschuldigt.

Die Webseite wird mit dem Ex-Berater des Innenministers und Rada-Abgeordneten Anton Geraschenko in Verbindung gebracht. Er hat Ende 2014 die Inbetriebnahme des Portals angekündigt, begründet und gelobt.

Vor ein paar Wochen habe ich ein Projekt von einer Gruppe Gleichgesinnter vorgestellt, um Daten über Terroristen und Separatisten zu sammeln und das Innenministerium und den Sicherheitsdienst SBU bei ihrer Arbeit zu unterstützen – die Webseite ‘Mirotworez’, schrieb Geraschenko seinerzeit auf Facebook.

Nun hat der umstrittene Politiker ein noch höheres Amt inne – den Posten als stellvertretender Innenminister. Der Postenwechsel fand bereits zu Selenskij-Zeiten statt. 

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij, der während seiner Pressekonferenz am 10. Oktober mit der Frage zu “Mirotworez” konfrontiert wurde, sagte, dass er keine Befugnis habe, Webseiten zu schließen.

“Einmal öffnete sogar meine Frau die Seite ‘Friedensstifter’, dann wurde sie geschlossen. (…) Weil meine Frau diese besucht hatte, können Sie meine Einstellung nachvollziehen (zu dieser Seite/Anm.). (…) Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich sie besucht habe. (…) Ich als Präsident habe nicht die Befugnis, Seiten zu öffnen oder zu schließen”, sagte Selenskij.

Der Präsident sagte auch, dass er nicht wüsste, wem das Portal gehört. Ihm zufolge sei dies jedoch definitiv nicht der stellvertretende Innenminister Anton Geraschenko.

Auch der Parlamentssprecher Dmitrij Rasumkow sah sich für die Schließung der Hetzseite nicht zuständig. Seine Stellungnahme zur Forderung des UN-Vertreters fiel wortgleich mit der Äußerung des Präsidenten aus:

Das Parlament kann nicht in solche Prozesse einbezogen werden, da wir nicht über solche Befugnisse verfügen, um die Nachrichtenportale und andere Webseiten zu schließen, und ich bin mir nicht sicher, ob die Werchowna Rada sie braucht.

quellen/Medienagenturen/rt/Buzina &anderen


Köln: Nach dem Tod einer Frau und ihres Babys durch vergiftete Arznei – Drei Apotheken werden geschlossen

Tod einer Frau und ihres Babys durch vergiftete Arznei – Drei Apotheken werden geschlossen

26.09.2019 • 16:47 Uhr

Tod einer Frau und ihres Babys durch vergiftete Arznei – Drei Apotheken werden geschlossen

In der Heilig-Geist-Apotheke in der Graseggerstraße 105 in Köln-Longerich hatte sich die schwangere Frau das vergiftete Arzneimittel besorgt. Quelle: globallookpress.com

Es ist eigentlich eine Routineuntersuchung in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche, doch für eine Frau und ihr Baby endete der Test tödlich. Eine eingenommene Arznei war offenbar vergiftet. Nun wurden in Köln drei Apotheken vorbeugend geschlossen.

Nach dem Tod einer Mutter und ihres ungeborenen Babys nach Einnahme eines vergifteten Arzneimittels wurden in Köln nun drei Apotheken geschlossen. Es gehe um den vorbeugenden Gesundheitsschutz während der laufenden Ermittlungen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag. 

Da eine Gefährdung weiterer Kunden durch von der Apotheke abgegebene Arzneimittel nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, ist die vorübergehende Schließung des gesamten Apothekenbetriebs erforderlich”, teilte die Kölner Bezirksregierung mit.

Es handelt sich dabei um die Apotheke, aus der die vergiftete Arznei stammte, sowie um zwei weitere Filialen desselben Verbundes.

BezirksregierungKöln@BezRegKoeln

Glucose-Todesfälle – Sofortige Schließung von drei Apotheken angeordnet
Das @MAGS_NRW und die Bezirksregierung Köln veranlassen die sofortige Schließung der Apotheke am Bilderstöckchen (Hauptapotheke) sowie der beiden Filialapotheken (Heilig-Geist-Apotheke, Contzen-Apotheke).

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Das eingenommene Präparat enthielt Gift – Frau und Kind starben an multiplem Organversagen

Eine 28-jährige Frau hatte sich am Donnerstag vergangener Woche in der Heilig-Geist-Apotheke in Köln-Longerich ein Glukose-Präparat besorgt. Die Kölnerin war in der 25. Woche schwanger und mithilfe einer Routineuntersuchung sollte überprüft werden, ob sich bei ihr Schwangerschaftsdiabetes entwickelt haben könnte. Das Präparat ist Teil eines Standardtests. Dabei trinkt die Patientin mit ärztlicher Begleitung eine Zuckerlösung, einige Stunden später bekommt sie Blut abgenommen. Danach wird dann bestimmt, ob es zu Schwangerschaftsdiabetes gekommen ist oder nicht.

Doch als die 28-Jährige das Glukosegemisch einnahm, wurde ihr schlecht und sie sei laut Medienberichten kollabiert. Wenige Stunden später starb die 28-Jährige im Krankenhaus. Auch ihr Baby, das man per Notkaiserschnitt zu retten versuchte, überlebte nicht. Am Dienstag wurde bekannt, dass das Präparat Gift enthielt.

Ein toxischer Stoff, den es zwar in Apotheken gibt, der aber in dem Gemisch rein gar nichts zu suchen hat”, erklärte Staatsanwalt Ulrich Bremer.

Der giftige Stoff wurde nach Angaben der Ermittler in einem Behälter festgestellt, aus dem die Glukose in kleine Tütchen umgefüllt wurde. Wie der Kölner Express berichtet, soll es hierbei um ein Mittel handeln, das zur örtlichen Betäubung eingesetzt werde und unter anderem Taubheitsgefühl, Herzrhythmusstörungen und andere Komplikationen auslösen könne. Die Staatsanwaltschaft und Stadt Köln wollten dies allerdings nicht kommentieren.

Die Mutter und ihr Kind starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft an multiplem Organversagen. Das hatten Obduktionen ergeben. Nach Angaben der Polizei soll es noch eine weitere Patientin gegeben haben, die sich auf Rezept ihres Arztes das gleiche Präparat besorgen ließ und bei der auch Komplikationen aufgetreten seien. Sie soll sich etwa unwohl gefühlt haben, weshalb sie die Einnahme abbrach, bevor sie die gesamte Menge des Stoffes zu sich genommen habe.

Wie konnte der Giftstoff in den Glukose-Behälter gelangen?

Deshalb warnten die Polizei und Stadt ausdrücklich davor, Mittel mit Glukose, die in der betroffenen Apotheke in der Graseggerstraße 105 im Stadtteil Longerich gekauft wurden, einzunehmen. Stattdessen wurden Patienten aufgefordert, jene bei der nächsten Polizeiwache abzugeben. Eine Frau soll dies nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits gemacht haben. Sie sei von ihrer Frauenarztpraxis informiert worden und habe ein Glukose-Präparat aus der Apotheke bei der Polizei abgegeben.

Ein Verfahren gegen unbekannt wurde inzwischen eingeleitet und eine Mordkommission ermittelt, wie der Giftstoff in das Behältnis gelangen konnte. Bislang ist unklar, ob Fahrlässigkeit der Grund für die Verunreinigung des Mittels war oder ob jemand vorsätzlich handelte. Derzeit sind die Ermittler dabei, Zeugen zu befragen, Lieferketten nachzuverfolgen, Dokumente aus der Apotheke und andere Beweismittel zu untersuchen. 

Wir müssen klären: Wer hat wann wo gearbeitet? Wer durfte mit den Substanzen arbeiten?”, sagte Staatsanwalt Bremer. 

Dass Apotheken die Mittel selbst anrühren, ist nach Angaben des Gesundheitsamts gängige Praxis. “Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären”, sagte der Apothekeninhaber Till Fuxius gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er vertraue auf die Ermittlungen der Polizei. “Dabei bin ich Zeuge, nicht Beschuldigter”, betonte der Apotheker.

Mehr zum Thema – Apotheker entziffert Rezept falsch – Patientin erleidet Augenverätzung durch Anti-Impotenz-CremeFolge uns auf

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